St. Peter - Bad Waldsee
Die Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
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Mehr erfahrenLiebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste,
„Vor sieben Jahren hat unser gemeinsamer Weg begonnen. Es ist nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen: Wir heiraten“, so zu lesen auf der Einladungskarte, die mir das Hochzeitspaar nach dem Traugespräch in die Hände gedrückt haben. Gerade jetzt im Mai beginnt wieder ganz besonders „die Saison“ der Hochzeiten. Die Sehnsucht nach erfüllter Liebe hat aber keine Zeit, keine Saison. Sie ist uralt und immer gegenwärtig. Quer durch die Kunst, die Literatur, die Wissenschaft und auch die Religionen: Eine Geschichte, ebenso tragisch wie glücklich. Doch was ist Liebe?
Die Popsängerin Nena versucht in ihrem Lied „Liebe ist“ eine Antwort:
„Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht, Liebe ist. Liebe sucht nicht, Liebe fragt nicht, Liebe ist, so wie du bist.“
„Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit“ - diese etwas seltsame Diagnose wird dem griechischen Philosophen Plato zugeschrieben. Demzufolge laufen gerade jetzt im Wonnemonat Mai viele Irre in der Gegend herum. Am meisten gestört wäre wohl Jesus, der im Evangelium vom kommenden Sonntag auch ganz viel über die Liebe spricht: „wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Joh 14,21)
Nun - so ganz daneben liegt Plato mit seinem psychiatrischen Gutachten auch wieder nicht: Wer liebt, verliert schon mal den Verstand, dem hat es den Kopf verdreht, er ist liebestoll, weiß der Volksmund. Ja - Liebende sind im wahrsten Sinn des Wortes „Verrückte“, herausgerückt aus der Logik der Vernunft und dem nüchternen Kalkül. Denn Liebe ist kein Geschäft auf Gegenseitigkeit, sie ist nicht berechenbar. „Gell. Mama, du liebst mich einfach wegen nix“, sagt die vierjährige Anja zu ihrer Mutter und bringt auf den Punkt, was Liebe ist: ein Geschenk, unverdient, „einfach wegen nix“. Herrlich!
Auch in der Bibel stößt man auf ein völlig verrücktes Liebespaar. Im „Hohen Lied“ des Alten Testaments besingen zwei Verliebte in tausend Worten und Bildern - knisternd vor Erotik - den Liebreiz und die Anmut des andern: Liebes-Lyrik in vollendeter Form. Sie hat vermutlich deswegen in der Bibel ihren Platz gefunden und behalten, weil die Liebe, auch in ihrer erotischen Gestalt, nicht von Gott zu trennen ist. Sie ist eine geradezu überirdische Macht, „stark wie der Tod“, heißt es in diesem biblischen Liebeslied (Hohes Lied 6,7). Liebe, empfangen oder verschenkt, lässt Menschen aufleben, weil sie den Tod der Einsamkeit, der Beziehungslosigkeit, der sozialen Kälte überwindet. Das macht das Glück der Liebe aus: Man findet hin oder zurück ins Leben. Wir dürfen die Liebe annehmen. Sie macht das Leben lebenswert und taucht es in ein neues Licht. Es fällt wie durch einen Spalt in unsere dunklen und kalten Kammern. Die biblischen Zeugnisse sind sich sicher: Dieses Licht ist ein Schimmer aus der anderen, der göttlichen Welt. Liebe ist die Leuchtspur, die uns zu Gott hinführt, denn Gottesund Menschenliebe sind gar nicht voneinander zu trennen.
Im Sonntagsevangelium verheißt uns Jesus für diese Spur in unserem Leben den Heiligen Geist, die Liebe Gottes in Person, die Freude oder die Kraft Gottes. Und so wünsche ich Ihnen jesusgemäß ganz viel Kraft, Freude und Liebe in der kommenden Woche! Eine Leuchtspur des Hl. Geistes!

Pfarrer Stefan Werner
Bilder: factum.adp / In: Pfarrbriefservice.de
Fatima Tag
Christi Himmelfahrt
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Ab Freitag, 15. Mai bis Samstag, 23. Mai, jeweils um 19 Uhr in der Kapelle Osterhofen