St. Peter - Bad Waldsee
Die Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
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Mehr erfahrenLiebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste.
Welche Freude. Die letzten Tage, seit Pfingsten. Sonne pur. Wer mich kennt, weiß, dass ich die Sonne liebe – und es mich in den letzten Tagen immer wieder in meinen Garten zog, in meinem Liegestuhl, mich über den wolkenlosen Himmel freuend.
Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein..“.
Das Gedicht von Ingeborg Bachmann kommt mir in den Sinn. Und natürlich auch der Sonnengesang von meinem geliebten Bruder Franziskus. „Laudato si, o mio signore - Gelobt bist du, Bruder Sonne“ singt der Heilige von Assisi im 13. Jahrhundert. Da muss ich aber auch an Menschen denken, die sich mitten in tiefster Krankheit oder in schwerer Depression befinden, wie es damals der Hl. Franz eben auch war, als er seinen Sonnengesang gedichtet hat.
Und natürlich höre ich in meinem Innern auch die Worte von Jesus: „Seid vollkommen wie Euer himmlischer Vater vollkommen ist: Er lässt die Sonne aufgehen über Gute und Böse und er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.“
Ich finde das stark. Vollkommen sein bedeutet dann nämlich, dass Gott allen die gleichen Zuwendungen gibt.
Sonnen- und Regentage sind für mich Bilder aus der Natur, dass es eben glückliche Zeiten gibt und traurige ... und den grauen Alltag. Eine Serie von Sonnentagen führt unter Umständen zu einer Dürre. Die Regentage sind es doch, die der Natur die Kraft geben, dass sie sich entfalten kann, wenn die Sonne wieder scheint.
Ich glaube, Jesus meint damit also, dass ich das Leben so nehme wie es kommt, ohne es abzuwerten. Und ohne meine Wertung sind eben die Tage, die traurig und schwer sind, nicht das Ende einer Glücksträhne. Sie können nämlich sogar eine Zeit sein, in der ich mich sammle und mit dem auseinandersetze, was mich unzufrieden macht. Denn darin liegt doch die Kraft, dass ich das Glück ausschöpfen kann, wenn es wieder rund läuft.
Wenn ich meine Tage wertfrei betrachte, werde ich damit unabhängig von meinen Stimmungen und Bewertungen. Keiner sagt doch, dass ich meine Lebenszeit überhaupt bewerten muss. Und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei und es macht mich selten zufriedener. Dabei ist es doch normal, dass es auch Tage gibt, an denen Wolken die Sonne verdecken, an denen vielleicht nichts Besonderes passiert. Tage, an denen ich nur meine Arbeit erledige, normal ohne spektakuläre Erfolge. Mein Leben wird also nicht vollkommen, wenn ich Erfolg an Erfolg reihe oder Highlight an Highlight, sondern wenn ich lerne, alles so zu nehmen wie es kommt.
Bei der Öschprozession haben wir deshalb ja auch gesungen: „Bis hierher half dein Segen; Herr, führ es treu hinaus, gib Sonnenschein und Regen, gib Brot in jedes Haus.“ Und zum Wort Segen fällt mir ein weiteres Lied ein: „Möge dir dein Weg entgegenkommen. Möge der Wind immer in deinem Rücken sein. Möge der Sonnenschein dein Gesicht wärmen, Der Regen sanft auf deine Felder herabkommen. Und bis wir uns wiedersehen. Möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.“
Ein wunderschöner irischer Segen, mit denen ich Ihnen gute Tage wünsche, ob bei Sonnenschein oder Regen oder grauem Alltag..

Pfarrer Stefan Werner
Bilder: factum.adp / In: Pfarrbriefservice.de
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