St. Peter - Bad Waldsee
Die Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
Mehr erfahrenDie Pfarrkirche St. Peter ist wie kein anderes Gebäude stadtbildprägend.
Mehr erfahrenLiebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste
Überall auf der Welt wird in die- sen Tagen in besonderer Weise des Heiligen Franziskus gedacht, 800 Jahre nach seinem Tod. Kaum ein anderer Heiliger konn- te eine vergleichbare Aufmerk- samkeit erreichen wie er. Was macht ihn so bemerkenswert? Was spricht an, über all die Jahre hinweg?
Die unglaubliche Konsequenz seines christlichen Handelns spielt da aus meiner Sicht eine große Rolle. Sie hat damals derart begeistert, dass sich innerhalb kurzer Zeit viele Menschen ihm und seiner Art zu leben angeschlossen haben. Zum jährlichen Pfingsttreffen der Brüder (Mattenkapitel) kamen 1221 bereits 5000 Brüder aus unterschiedlichen Ländern zusammen. Da war seine Bewegung gerade mal 13 Jahre alt. Zudem hatte sich zu dieser Zeit bereits um Klara von Assisi eine weibliche Gemeinschaft gegründet.
Dass ein Mensch sich so radikal in die Nachfolge begibt und sein Leben ganz und gar in den Dienst Gottes stellt fasziniert auch heute noch. Franziskus hat sein Leben komplett auf links gedreht. Aus dem reichen Kaufmannssohn wurde ein armer Bettelbruder. Aus dem Partyhengst ein Einsiedler. Aus dem Ritter ein Friedensbotschafter. Aus dem „Gewohnheitschristen“ einer, der die Christusnachfolge zur einzigen Richtschnur seines Lebens macht.
Der Ort Assisi ist ein weiterer Grund für das andauernde Interesse am Leben diesen Heiligen aus Italien. Jährlich kommen über 3 Millionen Besucher und Besucherinnen nach Assisi. Durch die frühe Heiligsprechung des Franziskus (1228, zwei Jahre nach seinem Tod) sind viele der franziskanischen Stätten erhalten geblieben. Man hat früh damit begonnen die Orte, an denen er sich aufgehalten und die für die frühe Bewegung von Bedeutung waren, zu erhalten. So atmet der Ort Assisi auch heute noch den franziskanischen Geist und zieht Menschen an, die mehr von ihm erfahren und sich von ihm inspirieren lassen wollen.
Was macht ihn aus, diesen Franziskus? Neben der radikalen Konsequenz seines Lebens sind es, aus meiner Sicht, zeitlose Themen die er in den Mittelpunkt stellt:
Wie gehe ich mit Konsum um? Was brauche ich wirklich zum Leben?
Wie lebe ich Gemeinschaft? Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um?
Welche Rolle spielt Gott in meinem Leben? Wie viel Raum gebe ich ihm?
Wie gehe ich mit der Natur um? Wieviel Wertschätzung und Dankbarkeit lebe ich?
Vor dreißig Jahren war ich zum ersten Mal in Assisi, mit einer Jugendgruppe meiner Heimatgemeinde. Auch mich hat Franziskus und der Ort Assisi begeistert. Und diese Fragen gehen seither in meinem Leben mit. So geht es vielen Menschen. 800 Jahre nach seinem Tod ist Franziskus noch immer aktuell. Ob in den vielzähligen franziskanischen Klöstern, in Laiengruppierungen oder ganz persönlich, als Anregung und Orientierungspunkt hat er für viele, viele Menschen eine große Bedeutung.
So grüße ich Sie heute mit
„pace e bene“ (Friede und Gutes),
wie er getan hat.

Sandra Weber
Gemeindereferentin
Bilder: factum.adp / In: Pfarrbriefservice.de
28. Sonntag im Jahreskreis
28. Sonntag im Jahreskreis
28. Sonntag im Jahreskreis
28. Sonntag im Jahreskreis