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Renovierung abgeschlossen - St. Leonhardskirche in Gaisbeuren erstrahlt in neuem Glanz

Seit dem schweren Hagelsturm am 26. Mai 2009 drang Wasser zwischen dem Turm und dem Kirchendach in die Kirche. Die Begutachtung des Schadens durch das Landesamt für Denkmalpflege erforderte die Öffnung des Bühnenbodens. Jetzt wurde ersichtlich, dass nicht nur der vorderste Deckenbalken abgefault war. Auch bei elf von zwölf tragenden Balken zeigten sich erschreckende Fäulnisschäden.

Dazu war ersichtlich, dass auch alle Mauerschwellen dringend saniert werden mussten. Auch die Decke im Chorraum wies statische Schäden auf. Als logische Folge der Sanierung wurde das Kirchendach, wie auch schon im Jahre 2013 der Turm, mit ziegelroten Biberschwanzplatten eingedeckt. Auch bei dieser Renovierung hatte die ortsansässige Architektin Katja Zachmann-Rundel die Fäden in der Hand.

Die Innenrenovierung der Kirche begann mit dem Ausbau des Holzbodens und des Unterbaus. Der örtliche Kirchenbetreuer Josef Bautz konnte dafür freiwillige Helfer gewinnen. Auch im weiteren Verlauf der Renovierungsarbeiten setzten sich viele Personen ehrenamtlich ein. Die Aufzeichnungen des Kirchengemeinderat Alex Rehbein ergaben über 800 unentgeltlich geleistete Stunden.

Jetzt galt es, eine völlig veraltete Elektrik samt Heizung zu erneuern. Um einer optimalen Raumtemperatur gerecht zu werden, wurde eine automatische Fensterlüftung eingebaut. Auch erhielten die sechs Kirchenfenster eine Fensterheizung. Neu installiert werden musste die Alarmanlage. Neben einer neuen Lautsprecheranlage können die Organisten künftig mit Monitor und einer Kamera das Geschehen am Altar besser mitverfolgen.

Der im Jahre 1974 gemauerte Volksaltar sowie die damals verlegten Terracotta-Fliesen im Altarbereich und im Kirchengang konnten nach einer Auffrischung erhalten bleiben. Um vor Staubschäden sicher zu sein, wurde die im Jahre 2005 neu erbaute Pfeifenorgel sicher eingepackt. Nachdem ein neuer Gestühlsboden in Weißtanne-Holz eingebracht wurde, konnte mit der Sanierung der Kirchenbänke begonnen werden. Neben einer neuen Buchablage gibt es neue gepolsterte Kniebänke. Neu angefertigt wurden für den Altarraum die Sedilien (Sitze) und der Kredenztisch.

Die Wände im Kirchenschiff und Altarraum wurden gereinigt und haben einen neuen Anstrich erhalten. Alle Bilder, Fresken und Skulpturen wurden restauriert. Beim großen Wandfresko an der Nordwand wäre eine bessere Retuschierung erwünscht gewesen, doch das Amt für Denkmalpflege wollte sich darauf nicht einlassen. Derzeit fehlen nur noch die Ausbesserung sowie ein neuer Anstrich der großen Kirchenmauer an der B 30. Doch für diese Arbeiten besteht bereits eine Zusage von Ortsvorsteher Achim Strobel.

Der angesetzte Kostenrahmen in Höhe von 493 000 Euro konnte wegen der Aufnahme von zusätzlichen Positionen nicht ganz eingehalten werden. Derzeit ist mit Gesamtkosten in Höhe von gut 530 000 Euro zu rechnen. Hiervon übernimmt die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit 271 000 Euro den größten Finanzierungsbetrag. Je 50 000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz und der Denkmalpflege Baden-Württemberg. Kommune und Landkreis überweisen 5 000 Euro. Neben einer Rücklagenentnahme der Kirchengemeinde von etwa 100 000 Euro werden auch Spenden von etwa 50 000 Euro erwartet.

Zusammen über 800 Stunden haben sich ehrenamtlich eingebracht: Josef Bautz (Koordinator), Alex Rehbein (Kirchengemeinderat), Karl Frick (Kirchenkümmerer) sowie Marianne Brändle, Alfons Denzel, Josef Frick, Rudi Heilig, Gisela Kiefl, Karl Maucher, Matthias Maucher, Karl-Eugen Ott, Josef Schmid, Jürgen Spieler und Andy Schüle.

Am Samstagabend feierte Pfarrer Stefan Werner mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern einen festlichen Dankgottesdienst. In seiner Predigt nahm er Bezug auf den hl. Josef, auch er sei ein „Macher und Arbeiter“ gewesen. „Danke allen Handwerkern, welche zusammen mit der Architektin zur gelungenen Renovierung beigetragen haben. Ganz besonderen Dank spreche ich aber allen Ehrenamtlichen für ihr vorbildliches Engagement aus. Dank dieser 800 Stunden Ehrenamt konnte so manche Zusatzmaßnahme mit angegangen werden, ich bin stolz auf Euch“, so Geistliche.

„Normalerweise hätte ich euch heute Abend in den ‚Adler‘ zu einem Vesper eingeladen, doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Doch so ganz mit leeren Händen wollte die Kirchengemeinde die Helfer nicht ziehen lassen. Zusammen mit Franziska Tessling (2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats) übergab Stefan Werner den fleißigen Helferinnen und Helfern ein Vesper und Bier mit nach Hause.

Am Sonntagnachmittag konnten zahlreiche Besucher Corona-bedingt an vier Terminen die im neuen Glanz erstrahlte Dorfkirche besichtigen. Dazu gab es festliche Orgelmusik von den Organistinnen Bernadette Behr und Ilona Müller. Martina Maucher hatte dabei den Gesangspart. Auch spielte ein Bläserquartett der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren geistliche Lieder.

Die beiden Pfarrer Stefan Werner und Thomas Bucher sowie Personen des Kirchengemeinderats, Mesnerin Marianne Brändle und Kirchenkümmerer Karl Frick gaben dabei Statements über Details der erfolgten Renovierung. Dabei erfuhren die aufmerksamen Zuhörer auch, dass beim großen Wandfresko das Amt für Denkmalpflege nur Erhaltungsmaßnahmen und keine Erneuerung verpflichtend vorgab.

Um 18 Uhr übernahmen Marianne Brändle und Franziska Hashemi den letzten Teil von „Guck ond bet“. Ausgewählte Gebetsimpulse gespickt mit Gedanken zur beendeten Renovierung sowie Gitarrenklänge von Johannes Hepp rundeten den Besuchertag ab.

Voll des Lobes waren Paula und Herbert Forster: „Eine rundum gelungene Renovierung“. Als gebürtige Gaisbeurerin besucht sie regelmäßig ihre Heimatkirche. Treue Kirchenbesucher freuen sich jetzt wieder auf die wöchentlichen Gottesdienste am Dienstag, sowie auf Andachten und Gebetsstunden.

Spendenkonto für die Sanierung der St. Leonhardskirche:

Katholische Kirchenpflege Reute – IBAN DE35 6006 9350 0023 2100 01

Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren

Bericht und Fotos: Rudi Heilig