SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

  • 07524 99091-0

 

Veröffentlicht: 08. November 2020
www.diebildschirmzeitung.de
Bericht / Foto: Rudi Heilig


Restaurierung der St. Leonhardskirche Gaisbeuren bald abgeschlossen

p1140557

Gaisbeuren - Pünktlich zu seinem Namenstag am 6. November konnte der heilige Leonhard seinen gewohnten Platz in der St. Leonhardskirche in Gaisbeuren wieder einnehmen.

Zusammen mit dem Märtyrer Sebastian und dem heiligen Josef schmücken sie jetzt wieder die rechte Kirchenseite. Eigentlich sah der Bauzeitenplan ja vor, dass die Restaurierungsarbeiten in der Gaisbeurer Kirche bis Anfang November abgeschlossen sind und wieder wöchentliche Gottesdienste gefeiert werden können, doch dieser Termin verzögerte sich etwas. Aktuell ist geplant, noch im Dezember zu einem Tag der offenen Tür einzuladen.

Begonnen haben die Sanierungsarbeiten im April. Eine notwendige Sanierung der Deckenbalken konnte nicht mehr länger geschoben werden. Nach dem schweren Hagelsturm am 26. Mai 2009 drang Wasser zwischen Turm und Kirchendach im vorderen Bereich des Kirchenschiffs ein. Beim Öffnen des Bühnenbodens stellte sich heraus, dass der vorderste Deckenbalken total abgefault war. Auf Veranlassung des Statikers wurde der Bühnenboden jeweils außen geöffnet.

Jetzt zeigte sich, dass sämtliche Deckenbalken an den Endpunkten schadhaft waren. Noch schlimmer stand es um die Mauerschwellen, der Zahn der Zeit hatte diese komplett zerstört. Die 58 Jahre alten Dachlatten und Dachplatten wurden ausgetauscht. Jetzt prägen natur-ziegelrote Biberschwanzplatten das markante Gebäude an der B 30 in der Ortsmitte.

Die Innenrenovierung der Kirche begann mit dem Ausbau des Gestühlsboden. Für diese umfänglichen Arbeiten konnte der örtliche Kirchenbetreuer Josef Bautz ehrenamtliche Helfer gewinnen. Nach der Einbringung eines Gerüstes (auch zur Sicherung der Kirchendecke) erfolgte das Reinigen der Wände und der Decke. Die gesamte Elektrik und auch die Heizung wurden neu installiert. Wichtig war den Verantwortlichen auch eine automatische Fensterlüftung.

Der im Jahre 1974 gemauerte Volksaltar sowie die damals verlegten Terracotta-Fliesen im Altarbereich und im Kirchengang konnten erhalten bleiben. Die im Jahre 2005 neu erbaute Pfeifenorgel wurde fachmännisch vor Staubschäden gesichert. Wie bereits schon bei der im Jahre 2013 erfolgten Turmsanierung begleitete die ortsansässige Architektin Katja Zachmann-Rundel die Renovierungsarbeiten.

Während sich Restauratorin Satoko Toyoda gut 100 Stunden Zeit für die Reinigung und Aufarbeitung des großen Freskos an der linken Kirchenseite nahm, kümmerte sich Blanka Hinz, Ertingen um die Restaurierung der während der Renovierungsarbeiten im Gemeindehaus Bad Waldsee deponierten Skulpturen, des Altarschreins und der restlichen Ausstattung.

Nach der Oberflächenreinigung und der Abnahme von störenden Wachsüberzügen konnten lose Fassungen gefestigt und Ausbrüche gekittet werden. Teilweise galt es auch gelöste Stellen zu verleimen und abgebrochene Teile zu ergänzen. So verhalf die Restauratorin Franz von Assisi zu einem neuen Fuß, gleichfalls erhielt die Gute Beth zwei neue Finger. Beide sehr wertvollen Skulpturen sind Werke des Bildhauers Martin Zürn, sie entstanden Mitte des 17. Jahrhunderts.

Nach Aussage der bauleitenden Architektin können die für die Restaurierung angesetzten Gesamtkosten in Höhe von knapp einer halben Million Euro nach heutigem Stand im Wesentlichen auch eingehalten werden.

Bericht und Bilder Rudi Heilig


 © Veröffendlichung mit freundlicher Genehmigung durch:
die bildschirmzeitung