Veröffentlicht: 19. Oktober 2020
www.diebildschirmzeitung.de

 wwp1150018

 

Kümmerazhofen - Festgottesdienst im Hofraum von Kapellenmesner Josef Schmid – Wallfahrt zur Kapelle

Seit einigen Jahren wird in Kümmerazhofen das Kirchenpatrozinium feierlich begangen. Den Gründungstag der Schönstattgemeinschaft am 18. Oktober 1914 begehen hier die Gläubigen in der spätbarocken MTA-Kapelle in Dankbarkeit. Weil nach den derzeitigen Vorgaben in der über 150-Jahre-alten Kapelle nur der Platz für zwölf Personen möglich gewesen wäre, kam Kapellenmesner Josef Schmid die pfiffige Idee: „Wir feiern das Patrozinium unter freiem Himmel, dazu bietet sich mein Hofraum ja prächtig an. Den Festaltar bauen wir dann in meinem großen Gartenpavillon auf“. Diese Idee kam bei Pfarrer Stefan Werner glänzend an, spontan ergänzte er den Vorschlag des Mesners: „Aber dann gibt es nach dem Gottesdienst eine kleine Wallfahrt zur Kapelle in Ortsmitte“.

Bei angenehmer Herbsttemperatur fanden sich am frühen Sonntagabend gut 40 Gläubige im Tobelweg bei der Großfamilie Schmid ein. In ausreichendem Abstand standen genügend Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Den Altar unter einem mächtigen Nussbaum schmückte neben herrlichen Blumen das Bild der „Der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt“. Seit dem Jahr 2011 ist diese, in Brasilien vor einigen Jahrzehnten initiierte Kampagne auch in Kümmerazhofen lebendig. Schnell fand hier Heidrun Schumacher acht Familien, welche dieses Bild jeweils vier Tage im Monat zu Hause aufnehmen und betend verehren. „Pilgern ist in“, mit diesem Satz eröffnete Pfarrer Werner den Gottesdienst. Dabei erinnerte er natürlich auch an die Selige Gute Beth von Reute, deren sechshundertster Todestag dieses Jahr am 25. November gefeiert werden kann. „Pilgern bringt unterschiedlichste Menschen zusammen, Vertraute und Fremde, Arme und Reiche, Gesunde und Kranke, unerkannt ist Christus so unter den Menschen“, animierte der Prediger Die passenden Gottesdienstlieder begleitete Volker Schumacher mit seiner Gitarre routiniert.

Zur Prozession bei beginnender Dämmerung erhielten die Teilnehmer Kerzen. Betend und singend zogen die Gläubigen zur Dorfkapelle, welche im Jahr 1863 erbaut wurde. Ursprünglich der Guten Beth geweiht, wurde im Jahre 1940 in den Nöten des Zweiten Weltkriegs auf Initiative des damaligen Pfarrers Eugen Schmidt die Kapelle der Schönstatt-Muttergottes gewidmet. Das Altarbild „Mater ter admirabilis (MTA) - Dreimal Wunderbare Mutter - stellt das Gnadenbild der Wallfahrtskapelle von Schönstatt dar. Mit dem Segen des Pfarrers und dem Lied „Ich gehe, wenn ich traurig bin, zur lieben Muttergottes hin“ endete das festliche Patrozinium.

Bericht und Bilder Rudi Heilig


 © Veröffendlichung mit freundlicher Genehmigung durch:
die bildschirmzeitung