Schwäbische Zeitung vom 26.12.2019
Bericht: Rudi Heilig

Musikkapelle spielt in St. Peter und Paul in Reute

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Erich Steiner dirigiert im großen Chorraum der Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute sein Orchester.
(Foto: Rudi Heilig)

 

Einem Konzertsaal hat die lichtdurchflutete Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul, Reute, am zweiten Weihnachtsfeiertag geglichen. Schon einige Zeit vor Gottesdienstbeginn strömten viele Gläubige und Musikbegeisterte zur weihnachtlich geschmückten Kirche. Dieses war auch gut, denn nicht mehr alle Teilnehmer bekamen einen Bankplatz. Bereits beim Einspielen der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren bemerkten die aufmerksamen Besucher die vorteilhafte Akustik des großen Kirchenraumes.

Feuerwerksmusik von Händel

Mit der brillanten Feuerwerksmusik „La Rejouissance“ von Georg Friedrich Händel eröffnete Dirigent Erich Steiner den Festgottesdienst. Vor dem Evangelium erklang „Transeamus usque Bethlehem“, (Lasst uns nach Bethlehem gehen). Pfarrer Thomas Bucher ging in seiner Predigt auf das Spannungsfeld von Weihnachten und dem Märtyrertod des heiligen Stephanus ein. Es solle nicht in Traurigkeit versetzen, sondern in Bewunderung und Hochachtung bringen. Bevor Stephanus von der Menschenmenge gesteinigt wurde, soll er in einer gewaltigen Rede Christus als den Weltenherrn gelobt haben. Sterbend betete er für seine Peiniger: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an“.

Kirchengemeinde singt freudig mit

Was wäre Weihnachten ohne „Stille Nacht“, zur Gabenbereitung intonierte Erich Steiner die Version von Franz Gruber in einem Arrangement von Jacob de Haan. Freudig singend begleitete die große Kirchengemeinde zum Sanctus beim „Heilig, Heilig“ von Schubert die Musiker. Immer ein Hörgenuss stellt der beliebte „Andachtsjodler“ mit den sich steigernden Registern dar. Bei „O du fröhliche“, „Zu Bethlehem geboren“ und „Nun freut euch, ihr Christen“ sangen die Gottesdienstbesucher gerne mit.

Zur Kommunion spielte die Kapelle Irische Segenswünsche mit „May The Road Rise“. Gerolf Maucher glänzte hier als Solotrompeter. Gänsehaut pur gab es anschließend, als Ilona Müller in schwedischer Sprache „Gabriellas Sang“ von Stefan Nilsson am Mikrofon zum Besten gab. So manches versteckte Tränchen gab es dabei im Kirchenraum. Zum festlich feierlichen Ausklang spielte die große Kapelle die „Festival Fanfare“ von Franco Cesarini. Lang anhaltender stehender Applaus war der verdiente Lohn für den Dirigenten und seine Musiker.

„Einen wunderschönen Abschluss des Weihnachtsfestes“ nannte Hedi Allgayer diesen Gottesdienst. „Nach der feierlichen Orchestermesse des Kirchenchors mit Chorleiterin und Organistin Bernadette Behr am Weihnachtsmorgen war der Auftritt der Musikkapelle am Stephanstag nun der zweite musikalische Hochgenuss in unserer schönen Kirche“. Annemarie Werner aus Bad Waldsee sprach in Begeisterung: „Herrlich, festlich, großartig“. Marcel Zembrot, Karlsruhe, lobte besonders die angemessene Lautstärke der doch sehr personenstarken Kapelle im Gotteshaus. Er hatte auch ein Sonderlob für Ilona Müller parat: „Ein superschönes Lied, ausdrucksvoll und harmonisch vorgetragen“.