Hilfsprojekt von Robert Banaditsch aus Hittelkofen erfolgreich

Mit 39 000 Euro Spendengeldern ist sechsjähriges Studium zur Ärztin in Indonesien gesichert

Schwester Margot, Missionsprokuratorin Kloster Reute, Robert Banaditsch, Hittelkofen
(Bericht / Foto: Rudi Heilig

 

Überglücklich ist Robert Banaditsch aus Hittelkofen, dass schon vor Weihnachten sein Traum für ein Hilfsprojekt in Indonesien in Erfüllung ging. Es sind tatsächlich bereits über 39 000 Euro auf seinem Spendenkonto eingegangen. Banaditsch bedankt sich ausdrücklich bei allen Spendern für eine großzügige und schnelle Hilfe. Er hätte nie geglaubt, dass in so kurzer Zeit diese große Summe zusammenkommt.

Aufmerksam auf eine schlechte medizinische Versorgung in Indonesien wurde der 60-jährige Vater zweier Töchter und vierfache Opa bei seiner Acht-Wochen-Reise im Oktober 2018. Diese Expedition war Teil des Programms „miterleben - mitarbeiten - mitbeten“ für Mitarbeiter der St. Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee. Erwartungsfroh und neugierig startete der im Gebäudemanagement der Stiftung tätige Banaditsch in Richtung der abgelegenen Gebiete Indonesiens.

Bereits seit dem Jahre 1964 haben Franziskanerinnen von Reute sich der medizinischen Versorgung in der Großregion um Sibolga, einer Stadt im Westen der Insel Sumatra, angenommen. Heute betreiben die Schwestern neben anderen sozialen Einrichtungen sechs Entbindungs- und Polikliniken. Sie verwirklichen damit den Auftrag ihrer Ordensgemeinschaft: „Gott in der leidenden Menschheit dienen“. Die Arbeit der Franziskanerinnen ist auf fruchtbaren Boden gefallen: Die Einrichtungen sind längst in indonesische Hände übergegangen, die Franziskanerinnen von Sibolga zählen derzeit etwa 100 indonesische Schwestern in 17 Niederlassungen. Als noch einzige deutsche Franziskanerin ist seit dem Jahre 1975 Schwester Ingeborg, gebürtig aus Argenbühl/Oberharprechts, auf der Insel Tello tätig.

Zwar hat der indonesische Staat eine Krankenversicherung eingerichtet. Diese bezahlt aber nur Behandlungen in Einrichtungen, in denen ein Arzt anwesend ist. Jetzt kommt das Problem, trotz großer Anstrengungen konnte bisher kein Arzt für diese weit abgelegenen Einrichtungen gefunden werden. Deshalb sind dort die Menschen von den Leistungen der Krankenversicherung abgeschnitten. Damit fehlt den Kliniken die Möglichkeit, ihre Leistungen über die Versicherung abzurechnen. So wurde die Idee eines Medizinstipendiums geboren. Eine indonesische Schwester soll zur Ärztin ausgebildet werden.

Mit Schwester Claudia konnte bereits eine ideale Person dafür gefunden werden. Sie hat ihre Ausbildung zur Krankenschwester mit Auszeichnung abgeschlossen und arbeitet seit geraumer Zeit in einer Poliklinik auf der Insel Sumatra. Sie ist hoch motiviert und ist gewillt, das sechsjährige Studium zügig zu absolvieren. Die reinen Kosten der Ausbildung zur Ärztin belaufen sich auf über 39 000 Euro. Für indonesische Verhältnisse stellt diese Summe ein unerschwingliches Vermögen dar. So zögerte Robert Banaditsch nicht lange und startete im April sein Hilfsprogramm. In Vorträgen wies er auf die prekäre Situation hin.

Neben vielen kleinen und auch großen Spenden aus dem gesamten Landkreis kam auch bald eine private Überweisung in Höhe von 5000 Euro auf das Konto. Gleichzeitig wandte sich das Kloster Reute an den Diözesanfond „Schwestern helfen Schwestern“. Dieser Fond beteiligte sich mit einer Summe von 16500 Euro an dem Hilfsprojekt. Da die Schwestern in Indonesien selber einen Betrag in Höhe von 6000 Euro einbringen wollen, ist somit die Ausbildung von Schwester Claudia komplett finanziert. Doch Robert Banaditsch plant bereits ein weiteres Projekt für das Kinderdorf auf der Insel Nias. Schon Anfang des neuen Jahres kann er darüber informieren.