SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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 Gut-Betha-Fest in Reute mit Lichterprozession und Festgottesdienst

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Schon recht früh füllte sich gestern die große Pfarr- und Wallfahrtskirche in Reute bis auf den letzten Platz. Das Gut-Betha-Fest ist sowohl für die Klostergemeinschaft der Franziskanerinnen wie auch für die Kirchengemeinde St. Peter und Paul zu Reute nach wie vor ein besonderes kirchliches und religiöses Ereignis. 
Bild: Pfarrer Thomas Bucher (mitte) leitete den Wallfahrtsgottesdienst.

 

Schon recht früh füllte sich gestern die große Pfarr- und Wallfahrtskirche in Reute bis auf den letzten Platz. Das Gut-Betha-Fest ist sowohl für die Klostergemeinschaft der Franziskanerinnen wie auch für die Kirchengemeinde St. Peter und Paul zu Reute nach wie vor ein besonderes kirchliches und religiöses Ereignis. Pfarrer und stellvertretender Dekan Thomas Bucher sagte bei der Begrüßung der vielen Wallfahrer: „Jeder von uns hat eine eigene Motivation, dieses Fest der Seligen Guten Beth mitzufeiern. Was uns alle verbindet, ist bestimmt der tiefe Glauben, dass wir mit der Seligen eine besondere Fürsprecherin bei Gott haben“.

Bereits am Vorabend des großen Kirchenfestes nahmen 150 Verehrer der Guten Beth an einer Lichterprozession teil. Zum Beginn am Dorfplatz stand das Thema „Hoffnung“ im Mittelpunkt. Schwester Birgitta ermunterte hier die Teilnehmer, im Gespräch mit dem Nachbarn sich über die persönliche Hoffnung auszutauschen. Nach einer weiteren Station an der Klosterschreinerei ging es unter Glockengeläut den mit vielen Kerzen beleuchteten Klosterberg hinauf. Am Grab der Guten Beth konnte jeder seine brennende Kerze - verbunden mit den persönlichen Anliegen - aufstellen. Im Anschluss durften sich alle Teilnehmer in der Begegnungsstätte des Klosters zum gemütlichen Austausch bei Tee und Zopfbrot treffen.

In seiner Festpredigt bekannte der neue Seelsorger im Kloster, Pfarrer Uli Steck, dass er augenscheinlich bisher die Gute Beth nicht besonders im Fokus hatte: „Doch habe ich vor etwa 40 Jahren bei einem Treffen im Kloster Reute von einer Schwester ein Bild der Seligen erhalten. Es war eine Zeichnung, welche bald nach dem Tod der Elisabeth entstand und sie sehr treffend darstellte. Bei jedem Umzug fand dieses Bild auch immer einen Platz auf meinem Schreibtisch. Heute weiß ich, dass die Gute Beth in ihrer unscheinbaren Art mein Leben begleitete und ich somit die Berufung ins Kloster der Franziskanerinnen erfahren durfte“.

Pfarrer Steck erinnerte an Personen, welche ebenfalls wie die Gute Beth ein stiller Begleiter für andere sind: „Meine 90-jährige Mutter hat sich nie in die Lebensentscheidungen ihrer Kinder eingemischt. Sie hat  aber alles im Gebet mitgetragen und sich bei Erfolgen mitgefreut“. Die Gute Beth hatte unter der Spaltung der Kirche mitgelitten. Sie hat die Not ihrer Zeit erkannt und sich persönlich engagiert.

Elisabeth Achler wurde am 25. November 1386 als Tochter eines Weberehepaars in Bad Waldsee geboren. Mit siebzehn Jahren zog sie zusammen mit vier weiteren jungen Frauen in die neuerbaute Klause nach Reute. Hier führte sie nach den Regeln des heiligen Franziskus ein Leben in Abgeschiedenheit und Gebet. Hunger und Armut sind ihr nicht fremd. Im Klösterlein versorgte sie anfangs die Küche und somit auch die Armen an der Klosterpforte. Im innigen Gebet lässt sie sich ganz auf Gott ein. Gestorben ist Elisabeth an ihrem 34. Geburtstag im Jahre 1420. Somit kann im nächsten Jahr der 600.Todestag in Reute gefeiert werden. Ihre Seligsprechung erfolgte bereits vor 252 Jahren.

Den Festgottesdienst begleitete feinstimmig der Schwesternchor unter der Leitung von Schwester Franziska, das Orgelspiel übernahm Schwester Liberata. Auf die Frage nach dem Gottesdienst, warum Personen die Gute Beth heute verehren, kam von Gerlinde Huber, Bad Waldsee spontan: „Sie ist ständige Begleiterin in meinem Leben, ich bete gerne an ihrem Grab“. Ähnlich drückte es der ehemalige Ortsvorsteher Franz Bendel aus: „Die Gute Beth ist für uns tägliche Kraftquelle, ihre Hilfe für die Armen ist auch Ansporn für uns“. Während Hildegard Geray, Kümmerazhofen in ihren großen Bitten immer bei der Seligen ein offenes Ohr gefunden hat, sie aber auch den Dank dafür nicht vergisst, zündet Gretel Pahn, Reute seit vielen Jahren wöchentlich eine Kerze in der Gut-Betha-Kapelle an. Sie verbindet damit ihre Dankbarkeit für ein langes Leben in Gesundheit. Im Anschluss in den feierlichen Gottesdienst reihten sich viele Wallfahrer vor dem Grablegungsaltar der Guten Beth ein, um dort den persönlichen Einzelsegen zu empfangen.