SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Gut 250 Besucher feiern das Leonhardsfest im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren mit

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(Foto / Bericht: Rudi Heilig)

 

Am Sonntag konnte das Patrozinium des Dorfheiligen im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren gefeiert werden. Am Namenstag, 6. November, findet der traditionelle Gottesdienst in der Leonhardskirche statt. Ein gemütlicher Frühschoppen im Hotel „Adler“ schließt sich dann an. Auch weil am Sonntag im Anschluss an die Eucharistiefeier ein gemeinsames Mittagessen geboten wurde, war der Gemeindesaal schnell bis auf den letzten Platz gefüllt. Am nachmittäglichen Leonhardsritt beteiligten sich einige Dutzend Reiterinnen und Reiter.

Pfarrer Stefan Werner nutzte den Todestag des Dorfheiligen, um dessen Leben in Erinnerung zu rufen. Da der heilige Leonhard sich neben den Pferden auch anderen Tieren zuwandte, überließ Werner als Verkündigung sieben „Tieren“ das Wort. Diese traten als Adler, Esel, Fisch, Henne, Rabe, Taube und Löwe ans Mikrofon. In interessanten Statements brachten sie ihr heutiges, oft nicht so schönes Tierleben zum Vortrag. Nach so vielen nachdenklichen Stimmen umfasste die Predigt von Pfarrer Werner mit dem Thema Schafe nur wenige Sätze: „Auch wenn wir uns noch so oft im Leben verirren, Jesus als guter Hirte lässt niemanden verloren gehen“. Der festliche Gottesdienst wurde von der Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher musikalisch begleitet.

Gerne nahmen etwa 250 Personen anschließend den von der Ortschaft Reute-Gaisbeuren arrangierten Mittagstisch an. Für eine zügige Bedienung der Gäste sorgten Mitglieder des Ortschaftsrates sowie die Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte neben den Gemeindemitgliedern noch viele Besucher aus der Nachbarschaft begrüßen. Unter den Gästen weilten auch Bundestagsabgeordneter Axel Müller, Bürgermeister-Stellvertreterin Sonja Wild, Ortsvorsteher Franz Spehn, Franz Bendel, Helmut Kiefl sowie Alfred Maucher von der Stadtverwaltung Bad Waldsee. Strobels Lob galt allen Helferinnen und Helfern für die Ausrichtung des Festes, extra Dankesworte erhielt Doris Miller für ihre besondere Mühe bei der phantasievollen Dekoration.

Gegen 13 Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen die Blutreiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn - er ist schon seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer wie auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren -freute sich, dass auch dieses Jahr trotz unsicherer Wetterlage sich doch 35 Reiter eingefunden haben. Gute nachbarschaftliche Beziehungen dokumentierten Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Bergatreute. Da zum selben Termin das Sakrament der Firmung in Bad Waldsee gespendet wurde, konnte Pfarrer Werner sich nicht wie in den früheren Jahren unter die Blutreiter begeben.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Pferd in einer kurzen Ansprache, welch hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren voran - sie spielte schon am Vormittag den Kurfrühschoppen in Bad Waldsee - zogen die Reiter los. Am Ortsende klinkten sich die Musikanten aus, betend zog die Reitergruppe über den Hof Kempter nach Kümmerazhofen. Die Gut-Betha-Glocke der Schönstattkapelle begrüßte hier die Reiterinnen und Reiter.

Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster Reute führte der Ritt zurück nach Gaisbeuren. Hier übernahm die Musikkapelle mit dem Blutfreitagsmarsch wieder die Führung. Angenehm war, dass bei milden Temperaturen es während der gesamten Prozession nicht regnete. Während des Flurritts unterhielt Tine Kiefl mit „Fräulein Brehms Tierleben“ ebenfalls tierisch die vielen großen und auch kleinen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus bei Kaffee und Kuchen. Mit gekonnter Mimik und Gesten sowie spannender Sprache wusste sie Vieles aus dem Leben des Wolfs und der Wildbienen zu berichten.