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Schwäbische Zeitung vom 20.08.2019
Bericht: Schwäbische Zeitung

Kapellentour begeistert Teilnehmer

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Alexander Hepp  weiß, sein Publikum zu fesseln.
(Foto: Solidarische Gemeinde)

 

Der Arbeitskreis Heimatpflege der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren hat seine dritte Kapellentour angeboten. Der Bereich der Ortschaft wurde verlassen und es wurden neue Ziele angesteuert. Nahezu 30 Teilnehmer machten sich bei schönem Radlerwetter auf Fahrt, teilt die Solidarische Gemeinde mit.

Einstimmung in Ankenreute

Zur Einstimmung wurde in Ankenreute beim Hof Beck ein schönes Arma-Christi-Kreuz besichtigt. Rasch erreichte die Gruppe dann die Volkertshauser Kapelle. Die dem heiligen Mauritius geweihte, weithin sichtbare Kapelle sei, wie in der Literatur zu lesen, eine einzigartige Synthese von Landschaft, Architektur und Kunst. „Die romanischen und gotischen Grundlagen des Bauwerks, seine Lage auf einem Drumlin (Moränehügel) und die besondere Ausstattung mit Plastiken der Gotik und des Barock beeindruckten die Besucher nachhaltig“, teilt die Solidarische Gemeinde weiter mit.

Marienkrönung in Abetsweiler

Die zweite Station war die Kapelle in Abetsweiler. Ihr Altar zeigt laut Bericht der Solidarischen Gemeinde eine Marienkrönung, die von Hans Zürn dem Jüngeren um 1620 gefertigt wurde. Ein Memento galt, so der Bericht weiter, dem langjährigen Stadtarchivar Michael Barczyk, der in Abetsweiler unter dem Motto „Satis est“ seinen „leider sehr kurzen Ruhestand verbrachte“. Eine Steigung forderte die Kräfte der Radler, bevor es dann rasch nach Bergatreute hinunterging. Alexander Hepp, als Pfarrarchivar und Buchautor in besonderer Weise mit der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Philipp und Jakob verbunden, führte die Schar durch die Geschichte der Kirche und der Wallfahrt.

1686 kam das Gnadenbild der „Maria vom Blut“ als Kopie nach Bergatreute und führte in wenigen Jahren zu einer starken, weithin beachteten Wallfahrt. Die Kirche wurde in den Jahren 1693 bis 1697 neu gebaut und in den folgenden Jahren im Barockstil ausgestattet. Die Kanzel sei erwähnt, sie stammt aus der Basilika in Weingarten. Nachdem Alexander Hepp auch noch das von ihm zusammen gestellte kleine Kirchenmuseum gezeigt hatte, dankten die Zuhörer mit Beifall.

Singen für Frieden und Schöpfung

Die letzte Station war die Kapelle Sankt Georg in Gwigg. 1718 wurde sie vom Prämonstratenserkloster Rot an der Rot als Filialkirche erbaut. Die große und gut ausgestattete Kapelle ist Abt Hermann Vogler zu verdanken, der mehrere Jahre in Haisterkirch als Pfarrer gewirkt hatte. Neben dem spätbarocken Hochaltar sind die überlebensgroßen Figuren des Heiligen Bischofs Konrad und des Ordensgründers Norbert anzuführen, die aus der Zürnwerkstatt stammen könnten.

Zu guter Letzt, in Bergatreute, wurde auch gesungen und um Frieden und Erhaltung der Schöpfung gebeten, teilt die Solidarische Gemeinde mit.