Geschichtlicher Weg der Gut-Betha-Statue im Eibhaus-Kapellchen, Möllenbronn

Verfasser: Karl Frick

 gutbetha eibhaus1

Bereits 1625 (Bau der Kirche) gab es auf dem Gut-Betha-Platz in Waldsee eine kleine Elisabeth-Kapelle zu Ehren der Elisabeth-Achler (140 Jahre vor ihrer Seligsprechung 1766) also auf dem Standort ihres ehemaligen Geburtshauses im 14. Jahrhundert.

1715 wurde diese Kapelle vergrößert und schöner ausgestaltet (neuer Altar usw.)

1790 wurde diese Kapelle abgebrochen im Zuge der Säkularisation und Bilderstürmerei

1790 wurde ebenso auch das Augustiner Chorherrenstift, das Franziskanerinnenkloster aufgelöst (Finanzamt – Pfarrhaus)

Aus dieser genannten Kapelle stammt das steinerne Standbild der seligen Betha, das nach dem Abbruch nach Haisterkirch gekommen war (lt. Schnitzer-Buch von 1896).

1860 stöberte eine Müllerstochter aus Osterhofen das Standbildnis bei einem Bauern auf, der es in Waldsee gekauft hatte (70 Jahre vorher), wo es auf einem Brunnen vor der später abgebrochenenen Kapelle gestanden war (lt. Schurer-Gut-Betha-Büchlein).

1863 stiftet diese Frau das Gut-Betha-Standbild der Kirche von Reute (aus Schnitzer-Buch)

1863 wird auf dem Kirchplatz in Reute (10 Meter vor dem heutigen Kriegerdenkmal) ein im Wesentlichen von den Gebrüdern Birkenmeier von Gaisbeuren gestiftetes Gut-Betha-Denkmal mit dem steinernen Standbild der Seligen errichtet (Foto 1920)

1922 wird auf dem oberen dahinter liegenden Kirchplatz das heutige Denkmal mit 96 Namen von Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Darauf steht eine „tröstende Gut-Betha-Skulptur mit einem zu ihren Füßen liegenden verwundeten Soldat.“

1940-45 wird das alte Gut-Betha-Denkmal von 1863 wieder abgerissen, weil jetzt mitten im 2. Weltkrieg das Helden-Ehrenmal einen noch höheren Stellenwert bekommen muß!

1945 nach Kriegsende und wieder in Sicherheit, wandert die alte Gut-Betha-Steinplastik in den schon 1941 renovierten alten Bildstock nach Eibhaus/Möllenbronn.

1967 Abbruch dieses alten Bildstocks, weil er einer Erneuerung, Teerung und Begradigung des Verbindungsweges von Reute nach Möllenbronn im Wege stand. – Deshalb erfolgte ein Neubau des jetzigen, schmucken Gut-Betha-Bildstocks, als offene Wegkapelle mit Renovierung der Steinplastik als wunderschöne, farbliche Darstellung der Guten Beth mit ihrer innigen Liebe zum gekreuzigten Heiland.

Erbaut also im 200. Jubiläumsjahr der Seligsprechung Betha’s von Maurer und Landwirt Vinzenz Striegel vom Eibhaus nebenan, zusammen mit Möllenbronner Bürgern auf dem Grundstück von Landwirt Karl Nold. Die Bauplanung erstellte H. Hasselberg als freier Architekt von Reute.

2009 Beim Tag des offenen Denkmals habe ich bei der Fotoausstellung im Gasthaus „Sonne“ in Reute zwei schöne große Farbfotos vom Gut-Betha-Denkmal von ca. 1920 entdeckt. Niemand wusste dazu eine Erklärung oder Erinnerung dazu. Ich erkannte diese Gut-Betha-Statue in allen Details unzweifelhaft als die heute in Eibhaus stehende 90 cm hohe Sandsteinfigur der Guten Betha.Im Buch „Stätten der Stille“, 2009, v.V. Rückgauer RV, wird sie fälschlich als Holzfigur bezeichnet. Auch ihre Entstehungsaussage deckt sich mit dem Ergebnis meiner intensiven Nachforschungen zwischen 1623 bis 1766 (Graböffnung bis Seligsprechung). Somit sind mit meinen geschilderten Nachforschungen mindestens die letzten 250 Jahre dieser Eibhaus Gut-Betha-Figur fortlaufend nachzuweisen.

Literatur-Quellen. Gut-Betha-Büchlein 1957, Paul Schurer; Pfarrei-Chronik Reute, „Die Blume Oberschwabens“ 1896, v. J. Schnitzer S.63/64


gutbetha eibhaus2