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60 Reiter beim Leonhardsritt am Sonntag in Gaisbeuren

Einige hundert Besucher feiern das Patrozinium im Dorfgemeinschaftshaus mit

Der gute Besuch im letzten Jahr veranlasste die Verantwortlichen des Gemeinde- und Kirchenfestes St. Leonhard das Patrozinium des Gaisbeurer Dorfheiligen auch in diesem Jahr ins Dorfgemeinschaftshaus zu verlegen. Auch weil im Anschluss an den Familiengottesdienst ein gemeinsames Essen geboten wurde, strömten die Besucher in Scharen. Nur gut, dass es noch genügend Reservestühle gab. Am nachmittäglichen Leonhardsritt beteiligten sich über 60 Reiterinnen und Reiter. Letztes Jahr war diese Anzahl etwa bei der Hälfte, nasskaltes Wetter hielt damals viele von einer Teilnahme ab.

Beim Festgottesdienst freute sich Pfarrer Stefan Werner über ein volles Haus. Mit dabei waren auch Personen, welche von Sonntag bis Mittwoch im Kloster Reute eine Familienfreizeit belegt hatten. Unter der Leitung von Schwester Elisa brachten etwa ein Dutzend Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern das Musical „Arche Noah“ auf die Bühne. Stefan Werner nannte sie „Familie Kunterbunt“. Es war ein Erlebnis zu sehen, wie die als Bär und Giraffe, Löwe und Elefant verkleideten Kinder in Noahs Arche Platz nahmen. Freude kam auf, als nach der großen Sintflut das Wasser wieder ablief und am Himmel sich ein herrlicher Regenbogen zeigte.

Pfarrer Werner spannte eine Brücke von den bunten Farben des Regenbogens zum heiligen Leonhard. Als Einsiedler war er im sechsten Jahrhundert viel auf dem Lande unterwegs und half dem einfachen Bauernvolk. Da er auch immer ein Herz für die Tiere hatte, wurde er zum Patron der Pferde erwählt. Den festlichen Gottesdienst begleitete musikalisch die Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher.

Das gemeinsame Mittagessen wurde von Mitgliedern des Ortschaftsrates und den Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung zubereitet und sehr zügig serviert. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte dazu neben den Gemeindemitgliedern auch viele Besucher aus der Nachbarschaft begrüßen. Unter den Gästen weilten auch Bundestagsabgeordneter Axel Müller sowie sein Kollege aus dem Landtag Raimund Haser.

Gegen 13 Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen viele Reiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn - seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer als auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren - freute sich, dass in diesem Jahr die Anzahl der Reiter sich kräftig erhöht hat. Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Michelwinnaden dokumentieren gute nachbarschaftliche Beziehungen. Gar mit sechzehn Reitern beteiligte sich in diesem Jahr die Blutreitergruppe Bergatreute.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Ross in einer kurzen Andacht, welch hohen Stellenwert die Kirche immer schon der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Wie auch beim Blutfreitag in Weingarten saß Pfarrer Stefan Werner mit den Reitern aus Bad Waldsee im Sattel. Diesem festlichen Akt mit Erteilung des Segen Gottes wohnten viele Besucher bei. In Vertretung von Bürgermeister Roland Weinschenk repräsentierte Sonja Wild die Stadt Bad Waldsee. Auch Pfarrer Thomas Bucher gesellte sich zu den Besuchern.

Mit der Musikkapelle voran zogen die Reiter durch die Fluren von Gaisbeuren und Reute. Am Ortsende klinkte sich die Kapelle aus, betend ging es dann in Richtung Möllenbronn. Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster kam die Reiterprozession wieder zurück. In Gaisbeuren erwarteten Saiten und Getränke die zahlreichen Reiter. Während des Flurritts unterhielt Zauberkünstler Markus Zink die vielen großen und auch kleinen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus auf das Beste. Kaffee und Kuchen zum günstigen Preis wurde von den Frauen der Blutreitern geboten.

Text und Fotos: Rudi Heilig

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