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„250 Jahre Seligsprechung“  - Viele Hundert Wallfahrer beim Gut-Betha-Fest

Selige von Reute  ist die „Passionsblume Oberschwabens“ - Bischof Fürst feiert Pontifikalamt

Den Festtag der Seligen Guten Beth am Samstag feierten unzählige Wallfahrer aus nah und fern in der neu renovierten Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute. Aktueller Anlass für diese große Teilnahme war das Jubiläum „250 Jahre Seligsprechung“ der hochverehrten Ordensfrau. Bischof Gebhard Fürst feierte zusammen mit zehn Mitzelebranten das Pontifikalamt. Vorausgegangen war am Sonntag zuvor die feierliche Altarweihe durch Weihbischof Johannes Kreidler. Nach einer achtzehnmonatigen Bauzeit mit Neugestaltung des Chorraumes erstrahlt die große Kirche in neuem Glanz. In der Festwoche gab es neben Gottesdiensten und Kirchenführungen auch Vorträge sowie eine Lichterprozession.


Pfarrer Stefan Werner freute sich bei seiner Begrüßung, dass der katholische Fernsehsender K-TV den Festgottesdienst für eine Live-Sendung aufnahm. Somit konnten Menschen, welchen den Weg nach Reute nicht mehr möglich ist, an den Bildschirmen mitfeiern. „Das Jubiläum der Guten Beth hat die Kirchengemeinde und das Kloster erneut zusammengeführt, danke für so viele gemeinsame Aktionen“, sagte Pfarrer Werner, ehe er sich in die Reihen der Kirchenchorsänger begab.


Zusammen mit dem Schwesternchor unter Leitung von Schwester Franziska hat der Kirchenchor St. Peter und Paul die „Messe Breve“ von Leo Delibes unter der Begleitung von Trompeten und Posaunen aufgeführt. Neben der Chorleitung oblag es Bernadette Behr auch noch den Part an der großen Kirchenorgel zu übernehmen. Bischof Gebhard Fürst stellte in seiner Predigt die Frage: „Passen Heilige und Selige heute noch in unsere Zeit?“. Elisabeth Achler, von allen aber nur die Gute Beth genannt, habe sich mit ihren Wundmalen dem Mit-Leiden Jesus verschrieben. Sie begegnete den armen und kranken Mitmenschen mit Güte und Hilfsbereitschaft. „Somit kann sie gerade in der heutigen Zeit uns allen ein leuchtendes Beispiel sein“, so Fürst.


Die Gute Beth verzichtete zwölf Jahre auf alle leibliche Speise und lebte nur von der Eucharistie. Im großen Deckengemälde der Reutener Kirche ist ihre Vision von der Einheit der Kirche dargestellt. Sie prophezeite, dass am Martinstag 1417 - also vor 600 Jahren - auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt wird, der für diese Einheit steht. Gerne wird die Gute Beth auch die „Passionsblume Oberschwabens“ genannt.
Nach dem Gottesdienst erteilten Pater Richard und Pater Pius vielen Verehrern der Guten Beth den Einzelsegen mit der Reliquie. Gerne mischten sich anschließend die Mitzelebranten von Bischof Fürst unter die Kirchenbesucher. Dies waren neben Superior Sayer, Diakon Maier, Pfarrer Veeser und Pfarrer Schuler (K-TV) auch die Pfarrpensionäre Mattes, Weber und Thierer. In der großen Durlesbachhalle erwartete die Narrengilde Reute anschließend die Wallfahrer zum Mittagstisch. Neben der Geistlichkeit samt Bischof nutzten auch viele Franziskanerinnen dieses Angebot. Zur guten Unterhaltung der annähernd 400 Gäste spielten die „Stadtkapellen-Oldies“ und der Leitung von Franz Gapp.


„Am 25 November feiere ich meinen Geburtstag immer bei der Guten Beth in Reute“, erzählte gerne  Paula Abt aus Amtzell. „Bei der Seligen von Reute hole ich mir den Lebensmut für ein weiteres Jahr“, so die 82.jährige Wallfahrerin. Franz Hirsch als langjähriger Lehrer in Möllenbronn grüßt gerne die Gute Beth bei seinen vielen Radtouren. Seine Frau Irmgard hat in schweren Krankentagen Hilfe von der Seligen aus Reute erfahren dürfen. Während Marga Oberhofer vom „Freundeskreis Kloster Reute“ der Mut der Guten Beth mit der Papstwahl-Voraussage fasziniert, ist die fromme Klosterfrau für den Arzt Konstantin Eisele, Reute eine Kraftquelle im Alltag. Mit einer weiteren Aufführung des Kirchenkonzertes „Missa Katharina“ bei wiederum überfüllter Kirche wurde der Festtag am Abend gebührend beendet.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig