SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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In­ter­view: "Seel­sor­ge­ein­heit Bad Wald­see möch­te fa­mi­li­en­freund­lich sein"

Pfarrer Stefan Werner zur Klausurtagung der Kirchengemeinderäte mit Familien in Eglofs

mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung (www.schwaebische.de)

Stefan Werner: "Martina Kreidler-Kos hat zugesagt,

Anfang Juli noch einmal nach Bad Waldsee zu

kommen, um ,Amoris laetitia' einer größeren

Öffentlichkeit zu präsentieren."

Foto: Sabine Ziegler

Bad Waldsee - Die Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee haben sich bei einer Klausurtagung in Eglofs mit der Familienpastoral auseinandergesetzt, die sich aus dem diözesanen Prozess "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten" ableitet. Thematisch passend waren auch Familienmitglieder der Räte mit dabei. Für die SZ hakte Sabine Ziegler bei Pfarrer Stefan Werner nach.

Haben Sie bei der Tagung hilfreiche Anregungen bekommen, wie man als Kirchengemeinde Kinder, Jugendliche und Familien gewinnen und stärker integrieren könnte?

Die Frage hat den typischen Haken, an dem sich auch der Kirchengemeinderat immer leicht verfängt. Es geht nicht in erster Linie darum, Kinder, Jugendliche und Familien zu "gewinnen", sprich: sie zu uns zu ziehen, sie in unsere kirchlichen Veranstaltungen zu locken. Wenn man vom Begriff "Pastoral" herkommt, dann geht es viel mehr um die "Hirtensorge". Dann verstehe ich Familienpastoral als ein "sich kümmern" und "sich sorgen" um unsere Familien.

Wie möchten Sie das konkret angehen?

Bei der Klausur haben wir uns mit dem päpstlichen Schreiben "Amoris laetitia" beschäftigt und dabei eben zunächst die unterschiedlichen Wirklichkeiten von "Familie heute" in den Blick genommen. Hilfreich hierfür war unser Ansinnen, für diese Klausur auch Ehepartner und Familien unserer Kirchengemeinderäte mit einzuladen, die dann ebenfalls engagiert in die Beratungen mit einsteigen konnten.

Referentin war die gebürtige Waldseerin Martina Kreidler-Kos. Welche Impulse gab sie den Räten für ihre Arbeit?

Sie ist in der Diözese Osnabrück zuständige Referentin für die Familienpastoral und einer ihrer Schwerpunkte ist das genannte päpstliche Schreiben. Sie hat das öffentlich viel diskutierte Lehrschreiben in ihrer unnachahmlichen Art - erfrischend und mitreißend - vorgestellt. Darüber hinaus hat sie immer wieder Impulse ihrer Arbeit einfließen lassen. Sie hat bis zum Samstagnachmittag mit uns gearbeitet und die Grundlage dafür gelegt, auf der wir dann im Blick auf die Situation in Bad Waldsee Konkretisierungen vorgenommen haben.

Wie können Sie als Pastoralteam und Räte diese Erkenntnisse konkret in die Praxis umsetzen?

Vom Prozedere her ist angedacht, dass das Prozessteam die Klausur-Ergebnisse noch einmal sortiert und es den einzelnen Kirchengemeinderäten zur Aufgabe macht, vor Ort Schwerpunkte umzusetzen. Das wird in den nächsten Tagen passieren, weil die Kirchengemeinderatssitzungen anstehen. Darüber hinaus war allen Teilnehmern klar, dass wir auch die Gemeinden in diesen Prozess mit integrieren möchten und dass viele Menschen dieses päpstliche Schreiben kennenlernen sollten.

Wie soll dies geschehen?

Martina Kreidler-Kos hat zugesagt, Anfang Juli nach Bad Waldsee zu kommen, um "Amoris laetitia" einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Ziel, eine familienfreundliche Kirchengemeinde und Seelsorgeeinheit zu sein oder zu werden, bleibt sicherlich eine Aufgabe, die alle Verantwortlichen in der Seelsorge hier in den nächsten Jahren fordern wird.


 

Kirchenchor Reute begeistert zu Ostern mit einer Orchestermesse

Chorleiterin Bernadette Behr bringt Werke großer Komponisten zur Aufführung

Den ersten Ostergottesdienst in der neu renovierten Pfarr- und Wallfahrtskirche in Reute gestaltete der Kirchenchor St. Peter und Paul Reute besonders festlich. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die monumentale „Messe in C – D 452, op. 48“ von Franz Schubert. Zur Kommunion erklang von Wolfgang Amadeus Mozart das „Laudate dominum“. Schon traditionsgemäß setzte das „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel den gewaltigen Schlussakkord beim Auferstehungsgottesdienst.

Einem Festsaal glich die im hellen Lichte erstrahlte neue Kirche, als Pfarrer Thomas Bucher mit vielen Ministranten durch die voll besetzte Kirche einzog. Gemeinsam wurde das Lied „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ von den Gläubigen gesungen. In der Predigt betonte Pfarrer Bucher, dass wir Menschen brauchen, welche uns Mut machen.

„Gräber sind ungemein wichtig, noch wichtiger ist heute aber die Botschaft, dass nicht der Tod, sondern das Leben siegt“. Auch erinnerte Bucher am Schluss des Gottesdienstes mit einigen lustigen Erzählungen an das aus dem Mittelalter üblichen „Osterlachen“. Ein laut schallendes Lachen und Beifall quittierten diese spontane Einlage.

Franz Schuberts „Messe in C – D 452, op. 48“ war für den Kirchenchor St. Peter und Paul unter der Gesamtleitung von Bernadette Behr als Missa solemnis eine neue Herausforderung, die überzeugend gemeistert wurde. Während die äußere Struktur der Messe noch einer Missa brevis gleicht, nehmen aber Orchester- und Solopassagen weiten Raum ein und werden durch Chorpassagen akzentuiert. Auf Grund der hohen Stimmlagen und der facettenreich, virtuosen Orchestrierung sind hier die Anforderungen an die technische Qualifikation des Chores und des Orchesters nicht unerheblich.

Die choreigenen Solisten Marion Schluck (Sopran), Martina Maucher (Alt), Franz Maucher (Tenor), Paul Cambré (Bariton), Cornelia Arnold-Weiß (Kantorin) sowie Stefan Hart, Bad Buchau (Bass) überzeugten und bereicherten mit Klangreinheit und Stimmvolumen das Gesamtwerk in besonderem Maße.

Begleitet wurde der inzwischen auf 40 Sängerinnen und Sänger gewachsene Chor von einem Orchester mit Instrumentalisten aus der Region. Neben zehn Streichern konzertierten Alexander Dreher und Erika Esenwein mit Bravour auf ihren Trompeten. Während David Miller an den Pauken saß, spielte Elisabeth Girmes souverän die Continuo-Orgel.

Das „Laudate dominum“ zur Kommunion bestach in der Schlichtheit und Brillanz des Sopransolos von Marion Schluck durch seinen pastoralen Charakter, welcher in der Wiederholung auf den Text des „Gloria Patri“ durch den Chor wieder aufgenommen wurde. Dieses berühmte Werk komponierte Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1780 in Salzburg.

Fast schon obligatorisch zu Ostern setzte das Händel’sche Halleluja den alles überragenden musikalischen Schlussakkord. Während zunächst das Orchester nur mit Streichern einsetzt, folgen dann in wirkungsvoller Steigerung die Pauken und Trompeten. Die fanfarenartigen Hallelujarufe der bestens geübten Sängerinnen und Sänger gelten Christus, dem König der Könige.

Es ist beeindruckend, mit welcher Tonreinheit, mit präzisen Einsätzen, mit wohlbedachter Dynamik und Klangfülle der geschulte Chor auftritt. Der große Erfolg des Chores spiegelt das musikalische und pädagogische Können sowie das hohe Engagement der Kirchenmusikerin Bernadette Behr wider.

Damit auch der Gemeindegesang nicht zu kurz kam, pendelte Behr zwischen den Chorauftritten wiederholt zur großen Kirchenorgel auf der Empore.

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Mehr als 1000 Besucher bei den beiden Kirchenkonzerten in Reute


Auch die zweite Aufführung des Kirchenkonzerts „Missa Katharina“ anlässlich der Altarweihe und „250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth“ war restlos ausverkauft. Während beim morgendlichen Pontifikalamt mit Bischof Gebhard Fürst bereits alle Plätze (incl. Bestuhlung) voll belegt waren, wurde am Abend für das Konzert auch die Empore der Schwestern sowie die Orgelempore für die Besucher geöffnet.


Mitwirkende waren ein Projektchor aus der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee unter der Leitung von Bernadette Behr sowie die Musikkapelle Reute-Gaisbeuren mit Dirigent Erich Steiner. Letzterem oblag auch die Gesamtleitung des Konzertes. Als Solistin glänzte Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach, Altusried. Schon das Bild der beinahe 200 Musikanten und Sänger im Chorraum der neu renovierten Kirche war überzeugend und beeindruckend.


Riesiger Beifall am Schluss des Konzertes wurde mit Glockengeläut unterstützt und mit einer Zugabe belohnt. Der Privatsender K-TV hatte dieses Konzert aufgezeichnet, die Wiedergabe erfolgt im Dezember.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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„250 Jahre Seligsprechung“  - Viele Hundert Wallfahrer beim Gut-Betha-Fest

Selige von Reute  ist die „Passionsblume Oberschwabens“ - Bischof Fürst feiert Pontifikalamt


Den Festtag der Seligen Guten Beth am Samstag feierten unzählige Wallfahrer aus nah und fern in der neu renovierten Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute. Aktueller Anlass für diese große Teilnahme war das Jubiläum „250 Jahre Seligsprechung“ der hochverehrten Ordensfrau. Bischof Gebhard Fürst feierte zusammen mit zehn Mitzelebranten das Pontifikalamt. Vorausgegangen war am Sonntag zuvor die feierliche Altarweihe durch Weihbischof Johannes Kreidler. Nach einer achtzehnmonatigen Bauzeit mit Neugestaltung des Chorraumes erstrahlt die große Kirche in neuem Glanz. In der Festwoche gab es neben Gottesdiensten und Kirchenführungen auch Vorträge sowie eine Lichterprozession.


Pfarrer Stefan Werner freute sich bei seiner Begrüßung, dass der katholische Fernsehsender K-TV den Festgottesdienst für eine Live-Sendung aufnahm. Somit konnten Menschen, welchen den Weg nach Reute nicht mehr möglich ist, an den Bildschirmen mitfeiern. „Das Jubiläum der Guten Beth hat die Kirchengemeinde und das Kloster erneut zusammengeführt, danke für so viele gemeinsame Aktionen“, sagte Pfarrer Werner, ehe er sich in die Reihen der Kirchenchorsänger begab.


Zusammen mit dem Schwesternchor unter Leitung von Schwester Franziska hat der Kirchenchor St. Peter und Paul die „Messe Breve“ von Leo Delibes unter der Begleitung von Trompeten und Posaunen aufgeführt. Neben der Chorleitung oblag es Bernadette Behr auch noch den Part an der großen Kirchenorgel zu übernehmen. Bischof Gebhard Fürst stellte in seiner Predigt die Frage: „Passen Heilige und Selige heute noch in unsere Zeit?“. Elisabeth Achler, von allen aber nur die Gute Beth genannt, habe sich mit ihren Wundmalen dem Mit-Leiden Jesus verschrieben. Sie begegnete den armen und kranken Mitmenschen mit Güte und Hilfsbereitschaft. „Somit kann sie gerade in der heutigen Zeit uns allen ein leuchtendes Beispiel sein“, so Fürst.


Die Gute Beth verzichtete zwölf Jahre auf alle leibliche Speise und lebte nur von der Eucharistie. Im großen Deckengemälde der Reutener Kirche ist ihre Vision von der Einheit der Kirche dargestellt. Sie prophezeite, dass am Martinstag 1417 - also vor 600 Jahren - auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt wird, der für diese Einheit steht. Gerne wird die Gute Beth auch die „Passionsblume Oberschwabens“ genannt.
Nach dem Gottesdienst erteilten Pater Richard und Pater Pius vielen Verehrern der Guten Beth den Einzelsegen mit der Reliquie. Gerne mischten sich anschließend die Mitzelebranten von Bischof Fürst unter die Kirchenbesucher. Dies waren neben Superior Sayer, Diakon Maier, Pfarrer Veeser und Pfarrer Schuler (K-TV) auch die Pfarrpensionäre Mattes, Weber und Thierer. In der großen Durlesbachhalle erwartete die Narrengilde Reute anschließend die Wallfahrer zum Mittagstisch. Neben der Geistlichkeit samt Bischof nutzten auch viele Franziskanerinnen dieses Angebot. Zur guten Unterhaltung der annähernd 400 Gäste spielten die „Stadtkapellen-Oldies“ und der Leitung von Franz Gapp.


„Am 25 November feiere ich meinen Geburtstag immer bei der Guten Beth in Reute“, erzählte gerne  Paula Abt aus Amtzell. „Bei der Seligen von Reute hole ich mir den Lebensmut für ein weiteres Jahr“, so die 82.jährige Wallfahrerin. Franz Hirsch als langjähriger Lehrer in Möllenbronn grüßt gerne die Gute Beth bei seinen vielen Radtouren. Seine Frau Irmgard hat in schweren Krankentagen Hilfe von der Seligen aus Reute erfahren dürfen. Während Marga Oberhofer vom „Freundeskreis Kloster Reute“ der Mut der Guten Beth mit der Papstwahl-Voraussage fasziniert, ist die fromme Klosterfrau für den Arzt Konstantin Eisele, Reute eine Kraftquelle im Alltag. Mit einer weiteren Aufführung des Kirchenkonzertes „Missa Katharina“ bei wiederum überfüllter Kirche wurde der Festtag am Abend gebührend beendet.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Festliche Musik aus drei Jahrhunderten                     

Großes Kirchenkonzert in St. Peter und Paul

Reute-Gaisbeuren sz Mehr Besucher hätte die in neuem Glanz erstrahlende Kirche von Reute zum Kirchenkonzert am Sonntag nicht fassen können. Und so konnte Pfarrer Stefan Werner in seinen Begrüßungsworten vor einem stattlichen Publikum die musikalische Teamarbeit der Gemeinden Haisterkirch, Bad Waldsee, Reute und des Klosters Reute loben, die den Besuchern einmalige Eindrücke bescheren werde. „So schön kann Seelsorge sein“, fasste der passionierte Sänger, der sich danach sogleich in den Chor einreihte, den freudigen Moment zusammen.

Festliche Fanfaren des 67 Köpfe zählenden Musikvereins in großer Besetzung erklangen im ersten Teil von Georg Friedrich Händels berühmter „Feuerwerksmusik“; bei den Waldhornbläsern saß zum ersten Mal Generaloberin Schwester Maria Hanna vom Kloster Reute, die seit ihrer Jugend Waldhorn spielt. Das Stück machte als frühestes Werk den Anfang, darauf folgte das Chorlied „Locus iste“ von Anton Bruckner. Das überaus beliebte und kurze Stück – 1869 geschrieben für eine Kirchenweihe in Bruckners Heimatstadt Linz – für vierstimmigen Chor a cappella gilt zwar als technisch nicht sehr schwierig, aber in der Aufführung erweist es sich doch, ob der Chor die anrührende Melodie emotional und präzis zu gestalten vermag. Hier gelang es ganz wunderbar. Die Leitung übernahm Bernadette Behr, die den „Projektchor Gute Beth“, gebildet aus den Kirchenchören der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee, glänzend vorbereitet hatte. Ein bekanntes Werk der Sakralmusik, „Panis Angelicus“ von César Franck, als Arie für seine „Messe à trois voix“ 1860 komponiert, wurde gesungen von der Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach, die auch im folgenden Hauptwerk, der „Missa Katharina“ des Niederländers Jacob de Haan den Sopranpart übernahm.

Diese 2007 publizierte Komposition, mit der der Komponist einen internationalen Musikwettbewerb gewann, besteht aus den sechs üblichen lateinischen Messeteilen – Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, und Agnus Dei – und hat neben dem Präludium zwei weitere Instrumentalteile, Offertorium und Postludium. Es ist eine sehr eingängige Musik, die auch manche Längen besitzt, aber Dirigent Erich Steiner hielt umsichtig den großen musikalischen Apparat zusammen – was bei seiner Tätigkeit im Berufsleben als Leiter des Polizeimusikkorps Biberach ja fast selbstverständlich ist. Zusammen mit dem bestens aufgestellten Chor mit einem guten Drittel Männerstimmen gelang eine stimmlich beeindruckend lebendig geformte Aufführung: machtvoll, rhythmisch, präzis in den Volumina aufgebaut. Auch die Verbindung von Solostimmen aus dem Orchester wie Tuben oder Klarinette mit dem Chor sowie die schönen instrumentalen Zwischenspiele schöpften die Komposition nicht nur voll aus, sondern hoben deren Stärken hervor.

Als krönenden Abschluss gab es noch die Endpassage aus Beethovens Neunter „Freude schöner Götterfunken“ im Tutti zu hören – was hätte auch besser gepasst nach einem gelungenen Konzert, das nach dem Glockengeläut mit langem herzlichen Applaus belohnt wurde.

Am Samstag,25. November, um 19.30 Uhr findet das Kirchenkonzert noch einmal statt und wird von dem Privatsender K-TV aufgezeichnet.

mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung www.schwaebische.de


Einen beeindruckenden Anblick boten die insgesamt 150 Mitwirkenden des großen Kirchenkonzerts in der Kirche von Reute: der Musikverein Reute/Gaisbeuren unter seinem Dirigenten Erich Steiner und der Projektchor Gute Beth, zu dem auch zehn Schwestern des Klosters Reute gehörten, bewiesen in einem wohl durchdachten Programm große Motivation und große Musikalität. Im Vordergrund neben dem Dirigenten die einzige Solistin, Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach.

Einen beeindruckenden Anblick boten die insgesamt 150 Mitwirkenden des großen Kirchenkonzerts

in der Kirche von Reute: der Musikverein Reute/Gaisbeuren unter seinem Dirigenten Erich Steiner

und der Projektchor Gute Beth, zu dem auch zehn Schwestern des Klosters.


 

Festliche Altarweihe in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute

Weihbischof Kreidler: "Nach Abschluss der Renovierung ein Haus voll Glanz und Gloria"


Nach achtzehnmonatiger Bauzeit war es am Sonntag soweit: Mit der Altarweihe von Weihbischof Johannes Kreidler erfolgte die Wiedereröffnung der festlich geschmückten Pfarrkirche St. Peter und Paul in Reute. Neben zahlreich geladenen Gästen, den Franziskanerinnen von Reute und einigen hundert Gläubigen waren auch die Architekten Peter Lukaschek und Jürgen Zimmermann, sowie Künstlerin Sabine Straub anwesend. Letztere erhielt den Zuschlag für die Gestaltung des Altars samt Chorraum.


Weihbischof Kreidler gratulierte der Kirchengemeinde und dem Kloster zur gelungenen Renovation. „Jetzt können wir wieder vor und mit der Seligen Guten Beth zu Gott beten“. Das Jubiläum „250 Jahre Seligsprechung“ der hochverehrten Ordensfrau verschaffe den idealen Rahmen dazu. In seiner kurzen Predigt lobte er den sehr gut gelungenen Altar als „Brücke zwischen Erde und Himmel“. „Die Kirche hat ein neues  Gesicht bekommen, es spricht für die Buntheit der Gemeinde“, so der Prediger.  


Mit der Segnung des neu in die Mitte der Kirche gerückten Taufsteins begannen die Weihezeremonien. Das Team „Kinder hören Gottes Wort“ sang hier bedeutungsvoll: „Ich habe einen Namen, ich bin getauft“. Nach der Segnung des neuen Beichthauses und des Ambos sang der Schwesterchor unter der Leitung von Schwester Franziska die Allerheiligenlitanei. Jetzt begann die Altarweihe. Der Weihbischof besprengte den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit heiligem Öl. Nach der Beisetzung von Heiligenreliquien wurde Weihrauch auf dem Altar verbrannt und das Weihegebet gesprochen. Mit weißem Tuch und Kerzen geschmückt, konnte die erste Eucharistiefeier zelebriert werden. Nach dem Kommuniongang erfolgte die Segnung des neuen Tabernakels. Anschließend standen ein Kommunionkind, eine Neugefirmte sowie ein Ehepaar im Fokus der Kirchenfeier.


Der Kirchenchor  St. Peter und Paul brachte bekannte und feierliche kirchenmusikalische Höhepunkte bedeutender Komponisten zu Gehör. Chorleiterin Bernadette Behr überzeugte einmal mehr mit ihrem gemischten Chor und einem großen Orchester mit Streichern, Bläsern, Pauken und Chororgel.  Nach „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und „Panis angelicus“ erklang stimmgewaltig das „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Auch die Familiengottesdienstband unter der Leitung von Volker Schumacher trug zum festlichen Gottesdienst bei.


Pfarrer Stefan Werner und Franziska Tessling als Vorsitzende des Kirchengemeinderats oblag es am Schluss des über zweistündigen Gottesdienstes, allen Verantwortlichen, Künstlern, Handwerkern und ehrenamtlichen Helfern Danke zu sagen. Ein besonders Lob ging hier neben dem Vorsitzenden des Bauausschusses Alex Rehbein auch an Karl Frick. Als „Kirchenkümmerer“ habe er während der Bauzeit neben dem Fachwissen auch seine ganze Kraft und Energie mit eingebracht. Somit war er auch wichtiges Bindeglied für Pfarrer, Architekten und Handwerkern.


Einen gewaltigen Schlussakkord  brachte Chorleiterin und Organistin Bernadette Behr an der großen Kirchenorgel. Mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy - festlich, sinnlich und feurig - endete die feierliche Altarweihe. Als weiteren  Höhepunkt zur Altarweihe veranstaltete der Musikverein Reute-Gaisbeuren zusammen mit einem Projektchor abends vor vielen Hundert Besuchern ein Kirchenkonzert.

Bericht und Foto: Rudi Heilig

 

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Bildunterschrift: Eucharistiefeier am neugeweihten Alter. Von links: stellvertretender Dekan Anatham Antony,

Superior Martin Sayer, Diakon Klaus Maier, Weihbischof Johannes Kreidler,

Pfarrer Thomas Bucher, Pfarrpensionär Walter Weber.


 

Festschrift anlässlich der Altarweihe und Abschluss der Innenrenovation von St. Peter und Paul Reute bald erhältlich

Aushang Festschrift online


 

Am Leonhardstag gab es Gottesdienst und Frühschoppen

Traditionsgemäß feierte die Gemeinde in der Leonhardskirche und im „Adler“

Am Namenstag des heiligen Leonhards, 6. November, feierte Gaisbeuren mit einem Festgottesdienst in der St. Leonhardskirche das Kirchenpatrozinium. Bereits am Sonntag war vor der Reiterprozession eine bestens besuchte Gottesdienstfeier im Dorfgemeinschaftshaus. Pfarrer Stefan Werner skizzierte am Montag in einem Impuls das Leben von Leonhard als Einsiedler und Nothelfer. In Bescheidenheit lehnte er eine Weihe zum Bischof ab. Als einfacher Mensch wollte er ein Leben lang als Diakon den Armen und Kranken nahe sein. Unter festlicher Orgelbegleitung wurden eigene bekannte Leonhardslieder gesungen. Mit „Großer Gott, wir loben dich“, endete der gut besuchte Gottesdienst.

Traditionsgemäß ging es anschließend zum gemeinsamen Frühschoppen in den „Adler“. Hier erwartete Familie Bösch in der reservierten Gastwirtsstube die fröhlichen Besucher. Zu Kaffee, Tee oder Bier passten die heißen Saitenwürste. So manche spannende aktuelle Themen konnten zusammen mit Pfarrer Werner diskutiert werden.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

 

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Seit 70 Jahren gibt es den Leonhardsritt in Gaisbeuren

Hans-Dieter Hertkorn führt die Blutreitergruppe seit einem Vierteljahrhundert

Am Sonntag wurde das Patrozinium des Dorfheiligen St. Leonhard wiederum im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren gefeiert. Um die besondere Bedeutung des Festtages zu dokumentieren, verzichteten die Pfarrer sogar auf den Hauptgottesdienst in der Franziskuskapelle des Klosters Reute. Auch weil im Anschluss an die Eucharistiefeier ein gemeinsames Mittagessen geboten wurde, strömten die Besucher in Scharen. Schon bald musste die angebotene Bestuhlung erweitert werden.

Pfarrer Stefan Werner nutzte den Todestag des Dorfheiligen, um dessen Leben nahe zu bringen. „Als Diakon war Leonhard den Gefangenen und Kranken nahe, wann haben wir letztmals einen Kranken besucht. Als Einsiedler versuchte der Heilige das Evangelium zu verstehen, finden auch wir heute noch Zeit für Stille und Gebet“, so die nachdenklichen und mahnenden Worte des Pfarrers. Der Legende nach heilte Leonhard auch Menschen und Tiere und spendete Trost und Hilfe. Der festliche Gottesdienst wurde von der Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher musikalisch begleitet.

Gerne nahmen über 300 Gäste anschließend den von der Ortschaft Reute-Gaisbeuren arrangierten Mittagstisch an. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte neben den Gemeindemitgliedern auch viele Gäste aus der Nachbarschaft begrüßen. Gegen dreizehn Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen die Blutreiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn, welcher seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer als auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren ist, freute sich, dass trotz Dauerregen sich noch 36 Reiter eingefunden haben. Gute nachbarschaftliche Beziehungen dokumentierten Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Bergatreute.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Pferd in einer kurzen Andacht, welchen hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Wie schon beim Blutfreitag in Weingarten saß Pfarrer Stefan Werner mit den Reitern aus Bad Waldsee im Sattel. Diesem festlichen Akt wohnten viele Besucher unter dem schützenden Vordach des Dorfgemeinschaftshauses bei. Neben Bürgermeister Roland Weinschenk waren auch Alfred Maucher, Sonja Wild, Helmut Kiefl sowie der neue Bundestagsabgeordnete Axel Müller unter den Gästen.

Mit der Musikkapelle voran, welche am Vormittag schon den Kurfrühschoppen in Bad Waldsee spielte, zogen die Reiter in Richtung Hof Kempter. Am Ortsende klinkte sich die Kapelle aus, betend ging es anschließend nach Kümmerazhofen. Hier wurde die Pferdeprozession mit der Kapellenglocke begrüßt. Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster Reute ging es dann zurück nach Gaisbeuren. Dem Regen geschuldet, empfing die Musikkapelle die Reitergruppe mit Marschmusik erst wieder am Dorfplatz. Ortsvorsteher Achim Strobel dankte hier den Reitern für das Aushalten auch bei Regen. Glückwünsche für „70 Jahre Leonhardsritt in Gaisbeuren“ an die Blutreitergruppe wurden mit Beifall bedacht. Ein wärmendes Getränk sowie Saiten nahmen die Reiter gerne an.

Während des Flurritts unterhielt das „Maulart-Kabarett“ (Siege Schock und Wolfgang Engelberger) zahlreiche Besucher bei Kaffee und Kuchen. Dabei wurden neben „Doktor Mang (Rückbildung von Vielfältigem in Einfältiges“, „Flohmarkt in Bad Waldsee“ auch dem „Vollmond über Mochenwangen“ seine Reminiszenz erwiesen.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

 

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Reute-Gaisbeuren begeht den Volkstrauertag bereits am Fest Allerheiligen

Die feierliche Altarweihe am 19. November veranlasste diese Verlegung

Am Allerheiligentag gedachte die Kirchengemeinde Reute-Gaisbeuren auch der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Grund für diese ungewöhnliche Kombination ist die feierliche Altarweihe nach Beendigung der Kirchenrenovierung am gesetzten Volkstrauertag, 19. November.

Beim morgendlichen Gottesdienst standen die vielen Seligen und Heiligen der Kirche im Focus. Pfarrer Thomas Bucher stellte in seiner Predigt fest, dass diese Vorbilder heute für viele von uns als unbequem gelten. Beispielhaft eckte in ihrer Zeit Elisabeth von Thüringen wegen ihre Fürsorge für notleidende und kranke Menschen vor allem beim Adel an. Nicht viel besser ging es Franz von Assisi, während er als Wanderprediger insbesondere die gesamte Natur und Kreatur mit einbezog, erntete er beim hohen Klerus Spott und Hohn. „Heilige sollen mit ihrem oft abstrakten Leben uns heute aufzeigen, dass wir unseren Lebensweg in ganz großem Maße selbst in der Hand haben“, so der Geistliche. Der Kirchenchor unter der Leitung von Bernadette Behr umrahmte den Gottesdienst.

Um vierzehn Uhr versammelten sich Vertreter der Ortschaft Reute-Gaisbeuren mit der Musikkapelle und einer Abordnung des Liederkranzes am Kriegerdenkmal unterhalb der Pfarrkirche. Wenn auch zu Beginn der Veranstaltung nur ein paar Dutzend Personen anwesend waren, verdoppelte sich die Anzahl schon bald. Pfarrerin Birgit Oehme und Diakon Klaus Maier sprachen zwischen Musikstücken der Kapelle Gebete und Fürbitten.

Ortsvorsteher Achim Strobel rief in einer kurzen Ansprache den im Jahre 1952 eingeführten Tag der nationalen Trauer auf. Mit diesem Volkstrauertag wollten die damals Verantwortlichen sich klar vom „Heldengedenktag“, wie er während des zweiten Weltkriegs hieß, abgrenzen. „Wir sprechen heute nicht von Helden, sondern gedenken der Opfer von Krieg, Rassismus, Gewalt und Verbrechen, auch hin bis zu unserer Zeit“, so ein mahnender Ortsvorsteher. Und weiter: „Versöhnung, Verständigung und Verzeihen sei das Gebot für alle Bürger, den Christen obliege es aber, hierin Vorbild zu sein. Zum Lied „Vom guten Kameraden“ der Musikkapelle senkten sich die Fahnen. Zusammen mit Angelika Brauchle und Edwin Jehle legte Achim Strobel einen Kranz am Mahnmal nieder.

Mit Prozessionsmusik ging es weiter auf den Friedhof. Hier waren bei schönstem Herbstwetter viele hundert Gläubige an den Gräbern ihrer Verstorbenen bereits versammelt. Diakon Klaus Maier dankte den Anwesenden für das Gedenken an die Verstorbenen das ganze Jahr über, doch jetzt ganz besonders an Allerheiligen. Pfarrerin Birgit Oehme wandte ihren Blick auf die vielen Gräber. „Jedes einzelne Grab verbindet eine ganz persönliche Geschichte. Wenn am Kriegerdenkmal an entsetzliches Leid und Schmerz erinnert werde, sei es an diesem Platz doch oft das liebende Gedenken an ein erfülltes Leben der Vorfahren“, so die Theologin.

Zum Abschluss verlas Diakon Klaus Maier die Namen der vielen im vergangen Jahr verstorbenen Personen. Dazwischen ließ er bewusst Platz für das persönliche Erinnern und Gedenken. Während die beiden Geistlichen abschließend durch die Reihen des Friedhofes gingen und Weihwasser sprengten, spielte die Musikkapelle unter dem Dirigat von Erich Steiner passende Lieder und Choräle.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Zum Danke-Herbstfest der Solidarischen Gemeinde kam auch EU-Kommissar Günther Oettinger 

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

Ein Vier-Stunden-Programm -unterhaltsam und informativ - bot die Solidarische Gemeinde Reute-Gaisbeuren am Samstagabend in der festlich geschmückten Durlesbachhalle. Anlass dazu bot der Abschluss der im Jahre 2014 gestarteten Aktion des Sozialministeriums Baden-Württemberg „Gemeinsam sind wir bunt“. Außerordentliche Aktivitäten in Reute-Gaisbeuren veranlassten damals das Ministerium für Soziales und Integration zur Aufnahme in dieses mit 35000 Euro dotierten Projekts der Baden-Württemberg-Stiftung. Mit dem Besuch von EU-Haushalt-Kommissar Günther Oettinger erhielt das Danke-Fest in Reute-Gaisbeuren einen besonderen Höhepunkt.

Konstantin Eisele als Vorsitzender und Motor der Solidarischen Gemeinde freute sich bei seiner Begrüßung über die Anwesenheit zahlreicher Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Kloster. Von den etwa 250 anwesenden Gästen engagieren sich über die Hälfte davon in inzwischen 21 Gruppierungen des Vereins. Anwesend waren auch zahlreiche Personen, welche Angehörige pflegen oder als Besuchsdienst sich regelmäßig engagieren. Neben dem Landtagsabgeordneten Raimund Haser erschienen auch die Bundestagskandidaten Axel Müller und Benjamin Strasser an diesem Wahl-Vorabend.

Weitere Ehrengäste wurden namentlich begrüßt: Generaloberin Schwester Maria Hanna mit den Schwestern des Generalrats der Franziskanerinnen, Bürgermeister Roland Weinschenk, Ortsvorsteher Achim Strobel, Bürgermeister a. D. Professor Rudolf Forcher, Gemeinderäte Elisabeth Pahn, Irmgard Jacob, Wilhelm Heine, Benno Schultes, Rosa Eisele, Pfarrer Stefan Werner und Thomas Bucher, Wolfgang Weis vom Sozialministerium, Gabriele Denner von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Michaela Sproll und Karl-Eugen Ott von der Katholischen Kirchengemeinde Reute, Hildegard Maucher von der Seniorengruppe, Margret Bredemeier und Agnes Schneider von der Organisierten Nachbarschaftshilfe, Sonja Lutz von der Sozialstation Gute Beth, Projektleiterin Monika Scheeff, Maria Eisele, Waltraud Hoch und Gertrud Reihs von der Anlaufstelle sowie die Musikband um Siegfried Frommelt

Charmant und gekonnt übernahm Pfarrer Stefan Werner die Moderation der Veranstaltung. Er versprach eingangs, dass er in dieser Rolle nicht so schnell sprechen werde wie sonst in der Kirche. Bürgermeister Roland Weinschenk lobte in einem Grußwort das Verständnis der Generationen füreinander. Wörtlich: „Bei so viel einfühlsamen Engagement in der Solidarischen Gemeinde lohnt es sich in Reute-Gaisbeuren auch älter zu werden“. Ortsvorsteher Achim Strobel dankte allen Aktiven für den selbstlosen Einsatz. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck: „Möge unsere Anmeldung zum nächsten Projekt - Quartier 2020 - ebenso von Erfolg gekrönt sein“.

Generaloberin Schwester Maria Hanna - zum Geburtstag gab es spontan ein Ständchen - stellte die Solidarische Gemeinde auf die gleiche Ebene wir ihr Franziskanerinnenkloster. In freier Rede ihr Wort: „Es sind Menschen, die sich einmischen und sich nicht hinter anderen verstecken; die Not sehen, die Ärmel hochkrempeln und handeln“.

„Das Projekt der Solidarischen Gemeinde setzt die Intention unserer Engagement-Strategie vorbildlich um“, lobte Wolfgang Weis vom Sozialministerium des Landes. Die Politik wolle auch künftig solch bürgerschaftliches Engagement auszeichnen und fortentwickeln. Gabriele Denner, Ehrenamtsbeauftragte der Diözese, hinterfragte in ihrem Festvortrag auch das heutige Ehrenamt. Obwohl in Baden-Württemberg sich beinahe die Hälfte der Bevölkerung ehrenamtlich einbringe, sei hier doch ein Strukturwandel erkennbar. Schnell komme die Frage auf: „Bringt es mir etwas“. Auch sollte möglichst das Zeitfenster eines Einsatzes überschaubar sein. Nicht auf Bestehendem ausruhen, daran müsse auch die Kirche fortan arbeiten. Allen Besuchern spendierte Denner eine grüne Einkaufstasche „Hoffnungsträger“.

Projektleiterin Monika Scheeff erarbeitete zusammen mit ihrer Tochter Viktoria eine reich bebilderte Präsentation der verschiedensten Aufgaben und Projekte der Solidarischen Gemeinde. Diese reichte vom Rasenmähen und Schneeräumen über viele soziale Dienste bis hin zum Wandern, Einkehren und Singen. Auch ein von der Jugend aufgenommenes Video zeigte das aktive Ineinandergreifen von Jung und Alt.

Besonderes Medienunteresse erweckte EU-Kommissar Günther Oettinger. Als „Überraschungsgast“ angekündigt, betrat er zusammen mit Moderator Stefan Werner die Bühne. „Was ist ihre Lieblingsfarbe“, diese Eingangsfrage beantwortete er ohne zu überlegen: „Bei der Politik schwarz, bei der Kleidung blau, beim Auto grau und beim Sport rot“. Doch Stefan Werner hakte bei der Politik nach und Oettinger ergänzte: „Hier kann ich als Kommissar aus Brüssel nur sagen, egal ob schwarz, rot, gelb oder grün, die neu gewählte Regierung muss proeuropäisch agieren“.

In seiner kurzen Rede sprach er ein Loblied auf den ländlichen Raum mit Kirche, Vereinen, Bauern, Landfrauen und Handwerkern, aber auch tüchtigen Arbeitern und Ingenieuren. Hier stelle Oberschwaben die Herzkammer der Region dar. „Freude schöner Götterfunke“, die Band um Siegried Frommelt spielte anschließend als Danke dem Kommissar die Europahymne.

Gutes Essen vom Buffet - serviert von den Durlesbach-Schalmeien - gab es neben den Getränken auch gratis. Ehe Siegfried Frommelt mit seinen Musikern zum allgemeinen Tanz aufspielte, erfreute der Singkreis der Solidarischen Gemeinde mit bekanntem und beliebtem Liedgut. Ein Danke erhielten auch die Männer vom Liederkranz Reute für das Aufstellen der Tische und Stühle in der Halle.

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Neuer Volksaltar aus Beton steht seit Donnerstag in der Reutener Pfarrkirche

mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung (www.schwaebische.de)

Reute-Gaisbeuren saz „Die barocke Pracht benötigt einen Höhepunkt!“ Als solchen wertet Sabine Straub den neuen Volksaltar aus gefärbtem Beton in der Reutener Wallfahrtskirche, den die Bildhauerin am Donnerstag mit ihrem Team aufgestellt hat. Angeliefert wurden auch Ambo und Tabernakel, die schon rein optisch leichter daherkommen als der 1,2 Tonnen schwere Altar, der auf einem Lastwagen transportiert wurde. Wie berichtet, ging die Künstlerin aus München als Siegerin eines Künstlerwettbewerbes zur Neugestaltung des Altarraumes in St. Peter und Paul hervor. Die 54-Jährige wollte mit dem kühlen Material den Stuckmarmor des barocken Gotteshauses zeitgemäß interpretieren. „Und sie hat diesen Gedanken hervorragend umgesetzt“, lobte Architekt Peter Lukaschek (rechts), der mit Pfarrer Thomas Bucher vor Ort war. Dabei arbeitete Straub erstmals mit Beton und war selbst überrascht vom Ergebnis: „Diese Arbeit war für mich sehr aufregend, aber mir sind große Steine vom Herzen gefallen, dass sie mir so gut gelungen ist.“ Bleibt abzuwarten, wie den Gläubigen das Werk zusagt. Die Altarweihe zum Auftakt der Festwoche „250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth“ ist geplant für Sonntag, 19. November.

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Künstlerin Sabine Straub (links) und Architekt Peter Lukaschek begutachten den Volksaltar aus gefärbtem Beton.

Foto und Text: Sabine Ziegler

Kirchenrestauration der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Reute geht in die Endphase      

Festwoche anlässlich der 250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth ist Ende November

Keine Handwerkerferien gab es bei der Innenrestaurierung der Pfarr und Wallfahrtskirche in Reute. Der straffe Bauzeitenplan von Architekt Peter Lukaschek erforderte hohen Einsatz der Handwerker und Restauratoren. Begonnen mit den Arbeiten im Juli 2016 konnten vor allem die Steinmetze bei vertretbarem Heizaufwand auch in den Wintermonaten durcharbeiten. Die Elektriker verlegten über zehntausend Meter Kabel für Beleuchtung, Heizung, Lautsprecher, Glocken und Alarmanlage.

Zwei Restauratorinnen waren monatelang mit den Wand- und Freskenarbeiten beschäftigt. Nach Abschluss dieser filigranen Arbeit sollten die Gerüste abgebaut werden. Dieses war aber unmittelbar nach dem heftigen Sturm mit Gewitter-Sturzregen. Aufmerksame Arbeiter entdeckten einen Wassereintrag durch die Fenster. Spontan musste die Restauratorin nochmals einige Tage an Fresken den Schaden beheben. Nach dem Gerüstabbau konnte der neuverlegte Steinboden maschinell gebürstet werden.

Eine Glasbaufirma ist derzeit dabei, Windfangeinbauten zu montieren. Das Beichthaus im rechten Seitenschiff erhält eine Milchglas-Konstruktion. Schreiner beginnen mit dem Einbau des Gestühlbodens für die restaurierten Kirchenbänke. Vor deren Einbau werden die Unterbank-Heizkörper montiert.

Der neue - zwei Tonnen schwere - Altar als Herzstück des Chorraumes mit Ambo und Tabernakel-Stele ist Ende August in Mannheim gegossen worden. Die Anlieferung erfolgt am 21. September. Unter Mithilfe des Steinmetzes wird Künstlerin Sabine Straub, München den Einbau begleiten. Freudig telefonierte sie bereits mit Koordinator Karl Frick: “Der Farbbeton ist sehr gut gelungen, freuen Sie sich in Reute auf ein besonderes Kunstwerk“.

Die Restaurierung der zwanzig Heiligen-Skulpturen –je 60 bis 80 Kilogramm schwer – erfolgte parallel neben den Arbeiten in der Kirche im nahe gelegenen Pfarrhaus. Hier war die Restauratorin froh, dass neben der Feinarbeit immer wieder kräftige Männer um Alex Rehbein und Karl Frick zum Heben und Transportieren zur Stelle waren. Ebenfalls im Pfarrhaus werden Wandbilder und Gemälde restauriert.

In der Sakristei wird der Parkettboden abgeschliffen. Eine Schreinerfirma fertigt dafür die Einbauschränke und auch die Sedilien (Sitze im Altarraum für Priester. Diakone und Ministranten). Der Raum im Obergeschoss erhält einen neuen Teppichboden. Im Außenbereich sind alle Eingänge mit Stufen und Türen verbessert, ertüchtigt und zum Teil auch erneuert worden.

Derzeit ist eine Maurerfirma dabei, den behindertengerechten Eingang von der Klosterseite her mit einer Einfahrrampe zu versehen. Der Pflastervorhof muss neu angelegt werden. Die Gesamtkosten der Restaurierung sollen sich laut Aussage von Architekt Peter Lukaschek im angesetzten Kostenrahmen mit etwa 1,8 Millionen Euro einhalten lassen.

Somit kann wie geplant zum Auftakt der Festwoche - 250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth – die Altarweihe mit Weihbischof Johannes Kreidler am 19. November erfolgen. Den krönenden Abschluss der Festwoche bildet das Gut-Betha-Fest am 25. November. Hier wird Bischof Gebhard Fürst die Festpredigt halten. Weitere Höhepunkte im neuen Gotteshaus werden die Konzert-Aufführungen der „Missa Katharina“ sein. Etwa 80 bis 100 Projektsängerinnen und -sänger aus den Chören der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee werden unter Leitung von Bernadette Behr auf das musikalische Zusammenwirken mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren vorbereitet. Die Gesamtleitung der Konzerte liegt bei Dirigent Erich Steiner.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Reute feierte Fronleichnam

Der große Garten vor dem Gemeindehaus der Katholischen Kirche erwies sich an Fronleichnam wieder einmal als idealer Kommunikations- und Festplatz. Neben den prächtigen Obstbäumen spendeten viele Sonnenschirme den gerne gesuchten Schatten. Da genau seit dem letztjährigen Fronleichnamsfest in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Renovierungsarbeiten stattfinden, musste dieses Jahr auf den großen Einzug mit dem Himmel, Kreuz und Fahnen, Ministranten und den Klosterschwestern über die Kirchentreppe verzichtet werden.

Zusammen mit Kapuzinerpater Richard zelebrierte Pfarrer Thomas Bucher den Festgottesdienst. In seiner Predigt nahm er Bezug auf das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung. Der kleine Junge vertraute einfach seine fünf Gerstenbrote und zwei Fische dem Herrn an, ohne zu wissen, wie Jesus das Problem für die vielen hungrigen Leute lösen wird. Dieses absolute Vertrauen sollte uns hin und wieder auch ermutigen.

Neben der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren unter dem Dirigat von Erich Steiner gestaltete der gemeinsame Kirchen- und Schwesternchor unter der Leitung von Bernadette Behr die Eucharistiefeier musikalisch. Bei der folgenden Prozession zusammen mit den Erstkommunionkindern und vielen Franziskanerinnen ging es nach einer Station am „Stern“ durch die Straßen von Reute. Beim Abschluss wurde im oberen Klosterhof neben der „Baustelle Kirche“ das „Großer Gott, wir loben dich“ von der Kapelle intoniert, die zahlreichen Gläubigen stimmten kräftig mit ein.

Besondere Bewunderung erzielten zwei herrlich gestaltete Blumenteppiche. Coletta Petersen hatte diese zusammen mit den Ministranten und deren Eltern kunstvoll gestaltet. Im Jubiläumsjahr der Guten Beth zeigte ein Teppich die Selige selbst, auf dem anderen prangte die berühmte Passionsblume.

Im Anschluss an die Prozession war ein gutes Mittagessen im Gemeindehaus angesagt. Zusammen mit den Mitgliedern des Kirchengemeinderats und weiteren Helferinnen und Helfern wurde in kurzer Zeit serviert. Dank eines guten Besuchs blieb nicht übrig. Gerne wurde anschließend auch das reichhaltige Torten- und Kuchenbuffet angenommen. Zur guten Unterhaltung spielte traditionsgemäß die Musikkapelle. Ein Spiele-Parcours sorgte für abwechslungsreichen Spaß der Kinder.

Bericht: Rudi Heilig / Fotos: F. Tessling

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Info-Flyer der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren

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SG Flyer 2Den Flyer können Sie hier downloaden - bitte hier klicken


„Open Air“ der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee bei der Eugen-Bolz-Schule

Etwa 700 Gläubige aus vier Kirchengemeinden feierten zusammen einen Festgottesdienst

Aus allen Himmelsrichtungen trafen gestern am Fest Christi Himmelfahrt einige Hundert Gläubige pilgernd an der Eugen-Bolz-Schule ein. Hier in Bad Waldsee wurde als Höhepunkt des Feiertages ein „Open Air“, ein gemeinsamer Festgottesdienst abgehalten. Nachdem schon von Montag bis Mittwoch in allen vier Kirchengemeinden Bittgänge durch die Fluren stattfanden, traf sich am Himmelfahrtstag die gesamte Seelsorgeeinheit zusammen in der Kurstadt. Bei idealer Witterung eine gelungene Premiere.

Gab es im Vorfeld dieses Feiertages in den einzelnen Kirchengemeinden auch ausgedehnte Diskussionen über diesen zentralen Gottesdienst (Wetterrisiko, Wegstrecken, Verkehrsrisiko, zu weite Wege), so wurde doch ein Exempel statuiert. Die Initiative ging vom gemeinsamen Ausschuss der Seelsorgeeinheit unter der Leitung von den Pfarrern Thomas Bucher und Stefan Werner aus. Es sollten einfach alle Christen der vier Kirchengemeinden einmal im Jahr zusammen ein gemeinsames Fest, einen Gottesdienst feiern können. Dazu bot sich die traditionelle „Öschprozession“ an Christi Himmelfahrt geradezu an.

In Reute trafen sich um 8.30 Uhr zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene am großen Klosterkreuz zur ersten Station. Pfarrer Stefan Werner eröffnete die Prozession mit den Worten: „Wir bitten den Herrn der Schöpfung um seinen Segen für uns und die herrliche Natur“. Die Fünf-Kilometer-Strecke führte vorbei am Hof Scheuerle zur dritten Station bei der St. Anna-Kapelle in Steinach. In Haisterkirch traf man sich mit Gemeindereferentin Kerstin Ploil in der Pfarrkirche. Beim „Schwarzen Kreuz“ und beim Freibad wurde jeweils Halt gemacht. Den weitesten Weg hatten etwa ein Dutzend Christen aus Michelwinnaden, viele andere bildeten hier Fahrgemeinschaften bis zum Lidl-Parkplatz. Anschließend wurde zusammen mit Pfarrer Thomas Bucher und Pastoralassistent Markus Schuhmacher beim Ministrantenheim am Schlosssee gebetet und gesungen.

Gläubige aus der Kernstadt - auch eine Vielzahl von Ministranten - trafen sich zusammen mit Gemeindereferentin Sandra Weber an der Kapelle in Mittelurbach zur Prozession ein. Anschließend waren beim Hof Wild und beim Kindergarten St. Martin die weiteren Stationen. Eine eigene Gruppe zog betend ab der Pfarrkirche St. Peter nach Steinach. Die Teilnehmerzahlen können sich sehen lassen. Während in Reute-Gaisbeuren sich etwa 60 Personen betend auf den Weg machten, waren es in Haisterkirch dank der gesamten Ministrantenschar gar 80 Teilnehmer. Zusammen mit den Pilgern aus Mittelurbach war die Gruppe Bad Waldsee mit etwa 150 Betern am stärksten. Da zusätzlich viele Kirchgänger doch das Auto benötigten und den Parkplatz „Bleiche“ nutzten, fanden sich um 10.30 Uhr etwa 700 Gläubige zum gemeinsamen Festgottesdienst ein.

„Kirche an vielen Orten“, die Eugen-Bolz-Schule bot mit ihrem schönen Freigelände dazu eine einmalige Kulisse. Pfarrer Werner stelle den Schlussakkord des Matthäus-Evangeliums: „Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt“ in den Fokus seiner Predigt. Die Stadtkapellen-Oldis sowie die Familiengottesdienst-Band aus Reute gaben dem Feiertag ein besonderes festliches Gepräge. Zum Abschluss des Festgottesdienstes sangen die vielen Teilnehmer unter der Begleitung der Musikkapelle das bekannte Lied „Großer Gott, wir loben dich“. Bevor ein Bus Gelegenheit zur kostenlosen Heimfahrt bot, dankte Pfarrer Werner besonders EBS-Schulleiter Alexander Dorn, Tontechniker Stephan Hirthe sowie der Schönstatt-Mannesjugend für die enormen Vorbereitungen. Ein Platzkonzert der Kapelle sowie Getränke luden noch gerne zum weiteren Verweilen ein.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Altarneugestaltung

Am Mittwoch, 17.05.2017, begann die Kirchengemeinderatssitzung mit einem Vor-Ort-Termin auf unserer großen Baustelle in der Pfarrkirche. Die Künstlerin, Sabine Straub, welche ja den Künstlerwettbewerb um die Neugestaltung  des Altars gewonnen hat, stellte zwei Probeexemplare mit den vorgesehenen Farbmischungen unseres zukünftigen Altars vor. Dieser wird aus vier verschieden farbigen Betonmischungen bestehen und in sogenannter Hohlbauweise in einem Stück gefertigt. Die Baustellenarbeiten sind laut unseren ausführenden Archtitekten, Herrn Lukaschek und Herrn Zimmermann, voll im Zeitplan. So steht der großen festlichen Wiedereröffnung zum Gut-Betha-Fest im November hoffentlich nichts mehr im Weg.

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Neue „Ehrenamtsakademie“ in Reute der Öffentlichkeit vorgestellt

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

Solidarische Gemeinde investierte in der Alten Schule – Landesförderung macht es möglich

Zu einem Tag der offenen Tür hat am Sonntag die Solidarische Gemeinde in die Alte Schule in Reute eingeladen. Nach nur einem knappen halben Jahr Umbauzeit ist hier im linken Erdgeschoss ein großzügiger Seminarraum mit Küche entstanden. Bei diesen Arbeiten waren entsprechende Eigenleistungen Voraussetzung. Das Sozialministerium des Landes fördert nämlich in Reute im Rahmen des ausgelobten Programms „Gemeinsam sind wir bunt“ diesen neuen Schulungsraum. In erster Linie kann hier die Solidarische Gemeinde mit ihren einundzwanzig Gruppierungen eine Heimat finden. Daneben sollen auch vereinsübergreifend andere Vereinigungen darin Platz erhalten. So proben weiterhin am Mittwochabend die Durlesbach-Schalmeien, ebenso kann auch der Musikverein tagsüber im Bedarfsfall seinen Dozenten hier Raum für Jugend-Unterricht anbieten.

Ersten Anstoß für diese vom Land geförderte Investition gab Ortsvorsteher Achim Strobel. Es sollte auf etwa 80 Quadratmetern ein Seminar- und Schulungsraum entstehen. Zusammen mit Hermann Gessler als Bauleiter, Monika Scheeff, Claudia Stehle und Lothar Grobe bildete sich der Arbeitskreis „Alte Schule“. Die Stadt Bad Waldsee als Eigentümerin des Gebäudes ließ mit einem Kostenaufwand von über zehn Tausend Euro die Fenster austauschen und investierte in die Toiletten. Für eine Barrierefreiheit wären aber noch große Umbaumaßnahmen im Eingangs- und Treppenhaus notwendig. Aus diesem Grund verbleit das „Café Miteinander“ bis auf weiteres im Katholischen Gemeindehaus. Eine weitere Nutzung im Erdgeschoß der Alten Schule hat sich die Feuerwehr erarbeitet. Dagegen warten im vorderen Raum viele alte Dokumente auf eine noch ausstehende Archivierung. Im Dachgeschoß probt der Musikverein Reute-Gaisbeuren derzeit unter minimalen Platzverhältnissen.

Während die Solidarische Gemeinde sich den Namen „Seminar- und Schulungsraum“ vorstellte, besteht das Land mit dem eigens ausgelobten Programms „Gemeinsam sind wir bunt“ auf die etwas anspruchsvolle Namensgebung: „Ehrenamtsakademie“. Dazu fließen vom Land 21 700 Euro nach Reute. So verbleibt für die eigene Kasse eine Zahlung von 19 800 Euro. Eigenleistungen haben hier über zwanzig Personen in 258 Stunden erbracht. Während der alte Schulraum einen PVC-Bodenbelag hatte, ist jetzt der alte robuste Parkettboden zu bestaunen. Denkmalschutzgerecht ist das alte Holztäfer behandelt und ergänzt worden. Ein großer Flachbildschirm ist in der alten Schultafel integriert, eine Lautsprecheranlage wird noch montiert.

Einige Hundert Personen, darunter auch viele Franziskanerinnen vom Kloster Reute bestaunten die neuen Räumlichkeiten. Da zur gleichen Zeit im angrenzenden Gemeindehaus das „Café Miteinander“ mit Musik vom „Trio Café Sol“ (Bernadette Behr, Pfarrer Stefan Werner und Hartmut Staib) geöffnet hatte, war reges Pendeln angesagt. Elfriede Jehle und Fritz Christ kamen beim Besuch ihres alten Schulraumes gleich ins Schwärmen: „Gell, an dem Platz sind mir no in de Kriegsjohr beieinander gsessa“. Während der Singkreis der Solidarischen Gemeinde ab sofort seine Montags-Singstunde im neuen Raum abhält, erfolgen die weiteren Terminierungen ab dem Herbst. Am 23. September ist bereits die offizielle Eröffnung mit Vertretern des Landes und der Kirchen angesagt.

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Ortsvorsteher Achim Strobel (links) gibt Erläuterungen zum erfolgten Umbau

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Sitzung des Bauausschuss   Bericht und Fotos: R. Schumann

Am Donnerstag, 09.03.2017, traf sich der Bauausschuss und fast alle Mitglieder des KGR zu einer Besprechung in der Pfarrkirche. Es galten einige wichtige Entscheidungen bezüglich des zukünftigen Inventars zu treffen. So stand die Auswahl der neuen Deckenleuchten, die Ausgestaltung des Gestühls und des Bodenbelags auf der Tagesordnung. Man war sich bei jedem Punkt sehr schnell einig, was bestimmt auch an den sehr gut vorbereiteten Mustern der jeweiligen Firmen lag. Unsere große Innenrenovation läuft bislang weiterhin ohne größere Probleme voran. Nach diesen wichtigen Entscheidungen kann nun das Innengerüst aufgestellt und die Restaurierung des Gestühls fortgeführt werden. Im gesamten Altarraum wurde bereits der Boden erneuert. Ein herzliches Vergelt's Gott an alle Ehrenamtlichen Helfer und die beteiligten Firmen für die gute Vorbereitung der Sitzung.

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Kirchenchor St. Peter und Paul, Reute stimmt auf die österliche Bußzeit ein             

Zu Ehren des 80. Geburtstages von Pfarrer Karl Eiberle ein Konzert in der Kirche St. Peter, Bad Waldsee

Fast vier Jahrzehnte war Pfarrer Karl Eiberle in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Reute. Zuvor war er acht Jahre Kaplan in Bad Waldsee. Seine Pensionierung nahm der rüstige Pfarrer erst mit Vollendung des 75. Lebensjahres an. Bei der Suche nach einem neuen Wohnort hielt sich der Geistliche an den Wunsch der Diözesanleitung, außerhalb der eigenen Seelsorgeeinheit. So bezog er eine Wohnung in Tannweiler, nach seinen Angaben: „nur 50 Meter weg im Aulendorfer Terrain“.

Als Pensionär ist er seit dieser Zeit in vielfältigem Einsatz. Seine Gottesdienste sind gefragt, als Prediger kommt er gut an. Seit drei Jahren ist er engagiertes Chormitglied und Sänger im Bass beim Kirchenchor St. Peter und Paul in Reute. Gerne nimmt er auch die Gelegenheit wahr, nach der Probe noch in froher Runde mit den Sängerinnen und Sängern zusammen zu sitzen.

Zu Ehren des 80. Geburtstages von Pfarrer Karl Eiberle gab der Kirchenchor Reute ein Kirchenkonzert: „English Carols – Liturgische Chor- und Orgelmusik aus England“. Wegen der derzeitigen Renovierung der Kirche in Reute lud der Chor nach St. Peter, Bad Waldsee ein. Unter der Gesamtleitung von Chorleiterin Bernadette Behr –meisterlich spielte sie auch die neu renovierte Chororgel – begeisterte der Chor die aufmerksamen Besucher. Als Solisten aus den Chorreihen überzeugten bravourös: Marion Schluck, Sopran: Martina Maucher, Alt; Pfarrer Stefan Werner, Tenor; Paul Cambré, Bass. Am Klavier bewies Hermann Bromenne sein Können. Lang anhaltender Beifall der sehr zahlreichen Besucher wurde mit einer Zugabe belohnt. Spenden anstelle von Eintritt gingen an die Orgelrenovierung St. Peter.

Glückwünsche zum runden Geburtstag sprach neben der Vorsitzenden des Kirchenchores Cornelia Arnold-Weiß auch Pfarrer Thomas Bucher. Anschließend hatte der Jubilar zu einem Abendessen ins „Hotel Gasthaus Adler“ nach Gaisbeuren eingeladen. Hier empfing die Musikkapelle Reute-Gaisbeuren unter der Leitung von Daniel Maucher den Jubilar mit einem Ständchen. Rudi Heilig gratulierte dem Pfarrer und langjährigem Mitglied des Musikvereins mit den Worten: „Willkommen in Reute-Gaisbeuren, hier hast du deine Heimat“. In Anspielung auf den heute noch aktiven Flieger beim Sport- und Segelfliegerclub Reute meinte Heilig: „Der Luftraum über Reute und Bad Waldsee ist doch seit Jahrzehnten schon gut in deiner Hand“. Nach dem „Fliegermarsch“ nahm Karl Eiberle beim Blutfreitagsmarsch – er reitet seit über 40 Jahren beim Blutfreitag in Weingarten mit – den Taktstock in die Hand. Sinniger Weise stimmte der Chor das Lied von Reinhard May „Über den Wolken“ an, im Text wurde hier so manche Pointe des Pfarrers skizziert.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Am 25. Januar 1957 - also vor 60 Jahren – brannte die Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute          


Der damalige Ortspfarrer Karl Füller war erst zehn Tage hier im Amt

„Die Kirche brennt“, dieser Schreckensruf durcheilte an einem Donnerstag die damalige Gemeinde Reute. Als Erster bemerkte um 5.45 Uhr den Brand ein Einwohner, welcher sich auf den Weg zu seiner Arbeit im Kloster Reute machte. Er alarmierte die Feuerwehr. Als die Ortsfeuerwehr von Reute eintraf, stand bereits der Dachstuhl des rechten Seitenschiffs in Flammen. Wegen der exponierten Lage der Kirche war es schwierig, dem Brand mit Wasser beizukommen. Die um 6.30 Uhr eintreffende Motorspritze von Bad Waldsee konnte dann wegen der nahen Klostergebäude nicht in die unmittelbare Nähe der Kirche gelangen. Mit Gaisbeuren und Ravensburg waren weitere Feuerwehren im Einsatz.
Viele Bewohner von Reute eilten zum Brandplatz, um brennbare Gegenstände aus der Kirche zu entfernen. Aus der Sakristei, die vollständig ausbrannte, konnte aber nicht das Geringste gerettet werden: Sämtliche Paramente und Kelche, die Monstranz sowie die Kirchenwäsche und die gesamte Einrichtung fielen dem Brand zum Opfer. Erst als im Innern der Kirche die Decke des rechten Seitenschiffes durchgebrannt war, konnte das Feuer von innen bekämpft werden. Jetzt erst bestand Hoffnung, dass das Feuer sich nicht auch noch auf den Dachstuhl des Mittelschiffes ausbreitete.

Der Schadensumfang war riesig. Außer dem Dach und der Decke des rechten Seitenschiffes musste das ganze Kircheninnere renoviert werden. Durch Wasser, Qualm und Hitze erlitt es starke Beschädigungen. Die Kirche war schwarz von Rauch und Ruß. Die Gemälde waren fast nicht mehr kenntlich. Ein Wandfresko von der Guten Beth hatte sich gelöst und ist herabgefallen. Auch haben sich durch Wasser und Hitze öfters Stuck und Putz gelöst. In der „Schwäbischen Zeitung“ wurde damals von einer Schadenssumme in Höhe von 250 000 DM berichtet. Diese Summe beinhaltete aber nicht die gesamte Erneuerung des Kircheninneren.

Die kriminaltechnischen Ermittlungen zur Brandursache brachten schnell Klarheit. Glühende Brikettasche, welche am Vorabend aus dem Ofen des Oratoriums in einen Ascheneimer gelehrt und auf die Bühnentreppe gestellt wurde, brachte den Eimer selbst zum Glühen. So fingen die Treppenstufen und die Treppe Feuer, diese stürzte dann in das Oratorium. Jetzt brannte nach stundenlangem Schwelen der Fußboden. Bald fraß sich das nächtliche Feuer in die Sakristei sowie das anliegende rechte Seitenschiff.
Da die Decke im Mittelschiff unbeschädigt blieb, konnten bereits wenige Wochen später in der völlig verrauchten Kirche wieder Gottesdienste abgehalten werden. Renovierungsziel war, zum Gut-Betha-Fest im November 1957 weitgehend fertig zu werden. Durch Spenden der Einwohner der Pfarrei Reute sowie vieler Wallfahrer konnte der von der Versicherung nicht abgebildete Schaden beinahe bezahlt werden. Die Altäre, laut „Schwäbische Zeitung vom 26. 01.1957“ keine Zierde der Kirche, wurden bei der Gesamtrenovierung nur teilweise ersetzt. Somit war nach 60 Jahren die jetzt begonnene Renovierung (siehe auch den separaten Bericht) längst überfällig.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute ist derzeit Großbaustelle


Nach den Erd- und Betonarbeiten sind jetzt Steinmetze am Werk – Kostenrahmen wird eingehalten


Nach dem Ausbau von Kanzel, Hochalter, Marien- und Josefsaltar durch eine Steinmetzfirma kamen die Erd- Aushub- und Maurerarbeiten zum Einsatz. Es mussten etwa 50 Kubikmeter Bauschutt ausgebrochen und abgefahren werden. Dabei kamen Minibaggern und leistungsstarke Staubabsaug-Gebläse zum Einsatz. In den Gestühls- und Altarstufenbereichen wurden für die Unterkonstruktionen gut 40 Kubikmeter Beton eingebaut. Für die Haustechnik waren viele Gräben und Mauerdurchbrüche mit auch zwanzig Kernlochbohrungen notwendig.

So wurde eine neue Hauptstromzuleitung mit 80 Metern vom neuen Transformatorhaus beim Pfarrhaus bis hoch über die Sakristei zur Hauptverteilung gelegt. Ebenso die neue Wasserversorgung vom Außen-Hydranten durch die Kirche zur Sakristei und auch zum Putzraum. Alle fünfzehn Fenstersimsen wurden aufgeschlagen, hier kommen Heizstrahler zum Einsatz. Seit acht Wochen verlegen Elektriker mit Bohren, Stemmen und Fräsen Lehrrohre und Zuleitungen für Heizung, Beleuchtung, Lautsprecher und Alarmanlage in Fußböden und Wände.

Steinmetze verlegen wieder die ausgebauten Fußbodenplatten, dabei werden schadhafte Teile mit guterhaltenen Platten vom Altarraum getauscht. Dort können demnächst 60 Quadratmeter neue, ebenfalls fränkische Jura-Marmorplatten ihren Platz finden. Es werden Fußboden-Schleifmuster im Nassverfahren mit bis zu drei Millimeter Abtragung ausprobiert und hergestellt. Architekt und Bauexperten sind der Meinung, dass mit diesem Verfahren möglichst viele der insgesamt 400 Quadratmetern Fußboden erhalten bleiben können. Mit gleicher Behandlung sollen auch die ausgebauten Treppenstufen zum Altarraum nach Überarbeitung in der Werkstatt wieder ihren Platz erhalten.

Wenn mit vertretbarem Heizaufwand auch die nächsten Wochen gearbeitet werden kann, sieht der vom Architekturbüro bei der jüngsten Sitzung des Kirchengemeinderates vorgestellte Bauzeitenplan folgendes vor: Im März sollen die Wandgerüste aufgestellt werden. Dann können Stuckateure und Freskenrestauratoren mit der Arbeit beginnen. Im Verlauf des Sommers sind die Glaserarbeiten mit Fenstern, Windfangeingänge und Beichthaus terminiert. Der Gestühlsboden, die Kirchenbänke (versehen mit einer Bankstrahlerheizung) sowie das Sakristei-Mobiliar werden danach eingebaut. Der neue Altar mit Ambo und Tabernakel erhält dann zu Schluss in der komplett renovierten Kirche seinen Platz. So soll der Altareinweihung zu Beginn der Festwoche -250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth- am 19. November 2017 nichts im Wege stehen. Keine Sorge hat Architekt Peter Lukaschek mit den Kosten, er versprach: „Der angesetzte Kostenrahmen mit knapp 1,8 Millionen Euro kann nach den getätigten Vergaben eingehalten werden“.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

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Geschichtlicher Weg der Gut-Betha-Statue im Eibhaus-Kapellchen, Möllenbronn

Verfasser: Karl Frick

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Bereits 1625 (Bau der Kirche) gab es auf dem Gut-Betha-Platz in Waldsee eine kleine Elisabeth-Kapelle zu Ehren der Elisabeth-Achler (140 Jahre vor ihrer Seligsprechung 1766) also auf dem Standort ihres ehemaligen Geburtshauses im 14. Jahrhundert.

1715 wurde diese Kapelle vergrößert und schöner ausgestaltet (neuer Altar usw.)

1790 wurde diese Kapelle abgebrochen im Zuge der Säkularisation und Bilderstürmerei

1790 wurde ebenso auch das Augustiner Chorherrenstift, das Franziskanerinnenkloster aufgelöst (Finanzamt – Pfarrhaus)

Aus dieser genannten Kapelle stammt das steinerne Standbild der seligen Betha, das nach dem Abbruch nach Haisterkirch gekommen war (lt. Schnitzer-Buch von 1896).

1860 stöberte eine Müllerstochter aus Osterhofen das Standbildnis bei einem Bauern auf, der es in Waldsee gekauft hatte (70 Jahre vorher), wo es auf einem Brunnen vor der später abgebrochenenen Kapelle gestanden war (lt. Schurer-Gut-Betha-Büchlein).

1863 stiftet diese Frau das Gut-Betha-Standbild der Kirche von Reute (aus Schnitzer-Buch)

1863 wird auf dem Kirchplatz in Reute (10 Meter vor dem heutigen Kriegerdenkmal) ein im Wesentlichen von den Gebrüdern Birkenmeier von Gaisbeuren gestiftetes Gut-Betha-Denkmal mit dem steinernen Standbild der Seligen errichtet (Foto 1920)

1922 wird auf dem oberen dahinter liegenden Kirchplatz das heutige Denkmal mit 96 Namen von Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Darauf steht eine „tröstende Gut-Betha-Skulptur mit einem zu ihren Füßen liegenden verwundeten Soldat.“

1940-45 wird das alte Gut-Betha-Denkmal von 1863 wieder abgerissen, weil jetzt mitten im 2. Weltkrieg das Helden-Ehrenmal einen noch höheren Stellenwert bekommen muß!

1945 nach Kriegsende und wieder in Sicherheit, wandert die alte Gut-Betha-Steinplastik in den schon 1941 renovierten alten Bildstock nach Eibhaus/Möllenbronn.

1967 Abbruch dieses alten Bildstocks, weil er einer Erneuerung, Teerung und Begradigung des Verbindungsweges von Reute nach Möllenbronn im Wege stand. – Deshalb erfolgte ein Neubau des jetzigen, schmucken Gut-Betha-Bildstocks, als offene Wegkapelle mit Renovierung der Steinplastik als wunderschöne, farbliche Darstellung der Guten Beth mit ihrer innigen Liebe zum gekreuzigten Heiland.

Erbaut also im 200. Jubiläumsjahr der Seligsprechung Betha’s von Maurer und Landwirt Vinzenz Striegel vom Eibhaus nebenan, zusammen mit Möllenbronner Bürgern auf dem Grundstück von Landwirt Karl Nold. Die Bauplanung erstellte H. Hasselberg als freier Architekt von Reute.

2009 Beim Tag des offenen Denkmals habe ich bei der Fotoausstellung im Gasthaus „Sonne“ in Reute zwei schöne große Farbfotos vom Gut-Betha-Denkmal von ca. 1920 entdeckt. Niemand wusste dazu eine Erklärung oder Erinnerung dazu. Ich erkannte diese Gut-Betha-Statue in allen Details unzweifelhaft als die heute in Eibhaus stehende 90 cm hohe Sandsteinfigur der Guten Betha.Im Buch „Stätten der Stille“, 2009, v.V. Rückgauer RV, wird sie fälschlich als Holzfigur bezeichnet. Auch ihre Entstehungsaussage deckt sich mit dem Ergebnis meiner intensiven Nachforschungen zwischen 1623 bis 1766 (Graböffnung bis Seligsprechung). Somit sind mit meinen geschilderten Nachforschungen mindestens die letzten 250 Jahre dieser Eibhaus Gut-Betha-Figur fortlaufend nachzuweisen.

Literatur-Quellen. Gut-Betha-Büchlein 1957, Paul Schurer; Pfarrei-Chronik Reute, „Die Blume Oberschwabens“ 1896, v. J. Schnitzer S.63/64

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Lichterprozession zum Auftakt des Gut-Betha-Festes      

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

Trotz kaltem Ostwind sind gestern Abend über einhundert Gläubige zur Lichterprozession gekommen. Beim Gut-Betha-Bildstock am Ortseingang vom Reute versammelten sich viele Franziskanerinnen mit der Kirchengemeinde. Singend und betend ging es anschließend zum Klosterberg. Obwohl die Pfarrkirche derzeit wegen der Renovierung geschlossen ist, konnte der feierliche Abschluss am Grab der Guten Beth abgehalten werden.

Am Freitag, 25.11.2016, dem Geburts- und Sterbetag der Guten Beth, war um 9.30 Uhr der Festgottesdienst im „Tauwerk“ des Klosters. Festprediger war Dekan Ekkehard Schmid, der Schwesternchor umrahmte musikalisch.

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Gute Beth von Reute ist die Passionsblume Oberschwabens

Viele Hundert Wallfahrer kommen zum Fest – Geistliches Konzert mit der Family Africa Band

Das Gut-Betha-Fest in Reute dieses Jahr an einem ungewohnten Platz. So mussten nicht wenige Wallfahrer trotz Beschilderung erst im Klosterareal das „Tauwerk“ suchen. Dieses dient derzeit wegen der Kirchenrenovierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche als Festsaal bei großen kirchlichen Veranstaltungen. Im Mittelpunkt schmückte hier ein Erntedankteppich, den Frauen aus Ummendorf künstlerisch gestalteten, den Altarraum. Er zeigt die Gute Beth, wie sie an der Klosterpforte Brot an die Armen austeilt.

Auftakt des großen Kirchenfestes am Geburts- und Sterbetag der Guten Beth war eine Lichterprozession am Vorabend (wir berichteten). Über100 Gläubige zogen, um den Frieden in der Welt betend, unter Glockengeläut vom Gut-Betha-Bildstock zum Grab der Seligen. Aus diesem Anlass wurde die sonst wegen Bauarbeiten gesperrte Kirche freigegeben. Nach Segensworten von Diakon Franz Fluhr dankte die neugewählte Generaloberin Schwester Maria Hanna den Wallfahrern für die große Treue zur Guten Beth. Anschließend lud sie alle Pilger zu einer Begegnung bei Zopfbrot und Tee ins Kloster ein.

Pfarrer Stefan Werner konnte am Freitag viele Hundert Besucher im „Tauwerk“ willkommen heißen. Zusammen mit weiteren neun Geistlichen zelebrierte er den Festgottesdienst. Dekan Ekkehard Schmid, Weingarten stellte in seiner Predigt die im Jahre 1386 geborene Elisabeth Achler als damals schon selbstbewusste und emanzipierte junge Frau vor. Die Tochter eines angesehenen Webermeisters aus Waldsee wächst in Wohlstand und Geborgenheit in unsicherer Zeit auf. Mit vierzehn Jahren empfängt sie die Sakramente und tritt in Kontakt zu einem Pfarrer, der sie vor allem als „Beichtvater“ begleitet.

In diesem jugendlichen Alter entscheidet sie sich für ein Leben nach den franziskanischen Regeln. Sie nimmt Abschied vom Elternhaus und geht ein paar Jahre später mit vier weiteren jungen Frauen in eine Klause nach Reute. Hier übernahm sie Dienste in der Küche und an der Klosterpforte. Als fromme Frau versuchte sie Jesus zu verstehen, in allem was er für die Menschen getan hatte. Besonders versetze sie sich in sein Leiden und Sterben am Kreuz. Sie bekommt die Wundmale, so war sie buchstäblich geprägt vom Mit-Leiden. Zwölf Jahre lang lebte sie nur von der Eucharistie. Schon damals galt ihre große Sorge der Einheit der Kirche. Bekannt ist ihre Vision, dass mit dem Martinstag 1417 auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt wird, der für diese Einheit steht. „Möge die Passionsblume Oberschwabens im Jubiläumsjahr besonders schön zum Blühen kommen“, mit diesem Satz sprach der Prediger das 250-jährige Seligsprechungs-Jubiläum in diesem und nächsten Jahr an.

Unter Verstärkung aus dem Kirchenchor Reute sang der Schwesternchor feinstimmig unter der Leitung von Sr. Franziska, an der Orgel begleitete Sr. Liberata. Nachmittags brachte die „Family Africa Band“ feurige afrikanische Anbetungsmusik auf die Bühne. Pfarrer Werner ermutigte dabei zu herzhaftem Spenden: „Es wäre toll, wenn mit diesem Geld in Uganda ein Gut-Betha-Brunnen gebaut werden könnte, zu dessen Einweihung machen wir dann zusammen einen Besuch“.

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Family Africa Band begeistert beim Gut-Betha-Fest in Reute

Einen ganz besonderen Beitrag zum Festtag der Seligen von Reute brachte die "Family Africa Band" am Nachmittag im "Tauwerk" des Klosters. Die neunköpfige Band gab mit ihrem Gesang und ihrer Musik ein herrliches Zeugnis des Glaubens. "Ihr habt mit euren Missionaren die Religion zu uns gebracht, mit herzlichem Dank kommen wir mit Musik zu euch", so der Sprecher der Band. "In Uganda haben wir dank der Hilfe vieler guter Menschen Brunnen bauen können, wenn unsere Musik euch gefällt, dann dürft auch ihr dafür spenden", lautete eine sympathische Botschaft. Am riesigen Beifall hat es sich gezeigt, dass die feurige afrikanische Anbetungsmusik bestens ankam. Pfarrer Stefan Werner als Initiator dieser Veranstaltung ermunterte ebenfalls zum Spenden: "Es wäre toll, wenn mit diesem Geld in Uganda ein Gut-Betha-Brunnen gebaut werden könnte, zu dessen Einweihung machen wir dann zusammen einen Besuch". 

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 Heimatpflege in Reute und Gaisbeuren – Die Solidarische Gemeinde gibt dazu Anstoß 

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

Kaum ist das „Café Miteinander“ in die Gänge gebracht worden, hat die „Solidarische Gemeinde“ Reute-Gaisbeuren ein weiteres Aufgabenfeld im Fokus. Vorsitzender Konstantin Eisele nimmt das Thema „Heimatpflege“ nun ins Visier. Dazu hat er mit Franz Zembrot einen engagierten Mitstreiter mit im Boot. Er war es nämlich, der seinen ehemaligen Schulfreund Diplomingenieur Georg Zimmer aus Leutkirch zu einem Referat nach Reute ins katholische Gemeindehaus eingeladen hatte. Von Beruf Architekt und Stadtplaner ist er heute langjähriger Vorsitzender der Heimatpflege Leutkirch und Initiator der Autobahnkapelle. Bei der Arbeitsgemeinschaft „Württembergisches Allgäu“ hat er ebenfalls Vorstandsaufgaben.

„Was ist Heimat“ so begann der Referent seinen Vortrag. Sicher werden die meisten der etwa 50 interessierten Besucher auf diese Frage dann den Geburtsort, oder auch das Geburtsland benennen. Doch Jugendliche denken heute  auch anders, “Heimat ist für mich, wo ich WLAN habe“, diese Aussage habe dann eine völlig andere Dimension. „Wenn ein alter Mensch stirbt und keine Aufzeichnungen über sein Leben vorhanden sind, geht ein sehr wertvoller Teil unserer Heimatgeschichte damit verloren. Ebenso ist es, wenn ein Gebäude abgerissen, der letzte Schmied oder Wagner seine Tore schließt, ein dominanter Baum gefällt, oder auch ein Brauchtum aufgegeben  wird“, mahnte der Heimatpfleger.

Die Herkunft der Familiennamen, die Bezeichnung der Feldfluren sowie alte Straßenbenennungen seien ebenfalls wichtige Indikatoren für das Leben unserer Vorfahren, so Georg Zimmer. Auch Kapellen, Wegkreuze und Wirtshausschilder haben oft eine sehr bedeutende Geschichte. Das gleiche gelte für Springerlesmodel , Trachten und Musikinstrumente. Manche Bausünden der letzten Jahrzehnte, so nicht schöne Asbestverkleidungen oder Betonarbeiten werden auch schon wieder bereinigt. Wenn Solaranlagen vor allem auf Bauernhäusern zwar umweltfreundliche Energie erzeugen, prägt dieses Vorgehen unsere Dörfer auf eigene Weise.

In der lebhaft geführten Diskussion wurde dann deutlich, dass in Reute und Gaisbeuren doch ganz  viel an Potential für den Erhalt der Geschichte vorhanden ist. Neben dem Kloster und der Kirchengemeinde befindet sich in der Ortschaftsverwaltung sehr viel an Dokumentationen. Franz Bendel als ehemaliger langjähriger Ortsvorsteher hat sich hier für eine systematische Aufarbeitung bereit erklärt. Da in der alten Schule bereits ein Raum reserviert ist, müsste die Stadt dafür einfach etwas Geld in die Hand nehmen. Notwendige Regale könnten auch in Eigenregie gebaut werden. 

Es wurde auch die wertvolle Geschichtsarbeit vom ehemaligen Konrektor und Ortsvorsteher Paul Schurer angesprochen. Neben Werken in Archiven ist seine Familie im Besitz unersetzlicher Dokumente. Auch hat Werner Stehle im Jahre 1974 seine Zulassungsarbeit zum Lehramt über „Die erdgeschichtliche und kulturelle Entwicklung von Reute“ geschrieben. Während die Pilgerstätte des Klosters Reute das Leben der Guten Beth im fünfzehnten Jahrhundert skizziert, gehen die Aufzeichnungen über das „Moordorf“ in Reute gar in die weiteste Vergangenheit zurück. Dem Aufruf von Ortsvorsteher Achim Strobel, dass ein Arbeitskreis künftig sich Schritt für Schritt mit diesem Thema Heimatpflege befassen soll, haben neben Mitgliedern des Ortschaftsrates auch ein gutes Dutzend der Besucher entsprochen.

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Besucherandrang im Café „Miteinander“ der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren

Festliche Kaffeehausmusik vom „Trio Café Sol“  -  Familie Göser spendet 2200 Euro aus Flohmarkt

Fast 200 Besucher strömten am Sonntagnachmittag zur Eröffnung des neuen Cafés der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren. Seit vier Jahren auf der Agenda der Solidarischen Gemeinde stehend, konnte ein damaliger Traum Wirklichkeit werden: Im Gemeindehaus der Katholischen Kirchengemeinde wurde im Foyer ein schmuckes Café eingerichtet. Mit bunten Flächenvorhängen und einer gemütlichen Bestuhlung, ausgewählt und eingerichtet vom Team um Claudia Stehle, konnte eine sehr ansprechende Atmosphäre erzielt werden. Ansonsten ist das Gemeindehaus mit einer Küche und dem Kühlraum ja für eine solche Bewirtung geradezu prädestiniert.

Überglücklich zeigte sich Konstantin Eisele als Vorsitzender der Solidarischen Gemeinde bei der Eröffnung. „Jetzt haben wir einen Ort der Begegnung, hier sollen sich Junge und Alte, Einheimische und Asylbewerber, Gemeinde und Kloster künftig begegnen und austauschen können“, so der rührige und erfolgreiche Vorsitzende bei seiner Begrüßung. Finanziell ermöglicht hat dieses neue Angebot das vom Sozialministerium des Landes ausgelobte Projekt „Gemeinsam sind wir bunt“. Die Aufnahme des Landes zusammen mit nur 24 weiteren Orten verdeutlichte die hohe Präferenz eines 450 Personen starken Vereins in Reute unter dem Dach der Katholischen Kirchengemeinde.

„Wir haben lange nach einem geeigneten Raum gesucht, so waren auch die alte Ortschaftsverwaltung, die Durlesbachschule sowie auch das alte Schulhaus im Gespräch, doch überall gab es Bedenken. Es müsste beispielsweise die alte Schule erst behindertengerecht umgebaut sein“, erläuterte Konstantin Eisele vor einem übervollen Haus. „Nicht jeder will spielen, nicht jeder will singen, im neuen Café soll es einfach ungezwungen, persönlich und gemütlich zugehen“, mit diesem Satz erklärte Eisele das Café als eröffnet.

Festliche Hausmusik gab es hochkarätig: Chorleiterin Bernadette Behr am Piano, Hartmut Staib mit Geige und Kontrabass sowie Pfarrer Stefan Werner mit seiner Oboe und später dem Akkordeon brachten von Barockmusik über Kaffeehausmusik der Zwanziger Jahre hin bis zu Ragtimes zu Gehör. Spontan erhielt das Musikensemble den Namen „Trio Café Sol“ zugesprochen. Konstantin Eisele zollte dem „vielseitig verwendbaren Pfarrer“ Stefan Werner hohes Lob für unkompliziertes Verhandeln „Die Kirchengemeinde ist uns sehr entgegen gekommen“, so der Vorsitzende.

Mit großem Beifall wurde eine Aktion der Familie Göser, Reute bedacht. Sie haben den gesamten Erlös aus ihrem Hausflohmarkt in Höhe von 2200 Euro der Solidarischen Gemeinde gespendet. Auch von Willi Kessler wurde eine Spende angesagt. Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags verzichtete er zugunsten dieser Einrichtung auf jegliche Geschenke. Weiter konnte von namhaften Spendern, so vom Kloster Reute sowie der Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren berichtet werden. Etwa fünfzehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben sich spontan zur Mitarbeit angeboten.

Benno Schultes überbrachte die Glückwünsche von Bürgermeister Roland Weinschenk. Er lobte den Erfolg der Solidarischen Gemeinde, nur mit Zielstrebigkeit und manchmal auch Hartnäckigkeit sei so etwas möglich geworden. „Wenn Konstantin Eisele anklopft, dann kann man ihm doch schlecht einen Wunsch abschlagen“, so augenzwinkernd der stellvertretende Bürgermeister. Ähnlich äußerte sich auch Ortsvorsteher Achim Strobel. Mit dieser neuen Einrichtung sei die gemeinsame Ortschaft noch lebenswerter geworden.

Das „Café Miteinander“  hat folgende Öffnungszeiten:

- Mittwoch von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr (ab dieser Woche)

- Jeden ersten Sonntag im Monat ebenfalls zur gleichen Zeit

Es wird Kaffee und Tee aus fair gehandelten Produkten angeboten

Eine Bezahlung erfolgt auf Spendenbasis 

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Familie Göser  - von links: Maria Sturm, Hildegard Metzler, Sr. Martha Göser -  

übergibt den gesamten Erlös aus ihrem Hausflohmarkt an Konstantin Eisele 

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Bericht und Fotos: Rudi Heilig


 

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Das 250-jährige Jubiläum -Seligsprechung der Guten Beth- festlich begangen

Bericht und Fotos: Rudi Heilig

Die ganze Seelsorgeeinheit feierte mit den Franziskanerinnen von Reute

Genau vor 250 Jahren, am 19. Juli 1766 wurde Elisabeth Achler aus Reute von Papst Clemens XIII. seliggesprochen. So feierte am Dienstagabend das Kloster mit der Seelsorgeeinheit diesen Jubiläumstag der Guten Beth. Wegen der Kirchenrenovierung fand der Festgottesdienst mit sieben Zelebranten im „Tauwerk“ des Klosters statt. Etwa 500 Gläubige waren zu diesem Gedenktag nach Reute gekommen. Der Kirchenchor St. Peter und Paul verstärkt durch den Schwesternchor sang unter der Leitung von Bernadette Behr neben Messgesängen auch bekannte Gut-Betha-Lieder. Extra zu diesem Jubiläum hatte die Chorleiterin dazu eine vierstimmige Vertonung geschrieben.

Pfarrer Stefan Werner ließ statt einer Predigt Gottesdienstbesucher zu Wort kommen. Neben zwei Franziskanerinnen, Schwester Suso und Schwester Elisa berichteten auch Rosemarie Frick und Simon Brändle, welchen Bezug sie zur Seligen von Reute haben. Übereinstimmend kam die Aussage, dass die Gute Beth eine wichtige Fürsprecherin bei Gott für uns ist. Anschließend gab Pfarrer Werner Gelegenheit zum allgemeinen Gespräch mit den Nachbarn. Auch hier wurde die „Wundertäterin Oberschwabens“, wie sie im Volksmund genannt wird, in vielen Facetten benannt.

Eine besondere Ehrung wurde Karl Frick aus Reute bei diesem Jubiläumsgottesdienst zuteil. Nach 41 Jahren Sänger im Kirchenchor Reute wählte er dieses Jubiläum zum seinem letzten Auftritt. Stimmliche Gründe veranlassten den Basssänger Frick zu dieser Entscheidung. Pfarrer Werner dankte dem fleißigen Chormitglied sehr herzlich. Mit großem Beifall bedachte die Kirchengemeinde den Geehrten.

Nach dem Gottesdienst zog die ganze Festgemeinde in einer Prozession singend und betend den Klosterberg hinauf. Im Innenhof beim Brunnen wurde nach einem Gebet der Segen erteilt. Anschließend verteilten die Franziskanerinnen leckeres Bot und Wasser aus dem Gut-Betha-Brunnen an alle Anwesenden. Bis in die Dämmerung hinein wurde viel geredet und gelacht. Eine gute Gelegenheit mehr für die Gemeinde, mit den Schwestern des Klosters in Kontakt zu kommen.

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