SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Sternsinger an zwei Tagen in Reute-Gaisbeuren unterwegs

39 Kinder sammeln Geld - ein großer Teil kommt den Missionsstationen des Klosters zugute


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von links: Froher Erwartung starten bei Schneetreiben:
Theresa Lott, Anna Nolte, Schwester Elisa, Elisa Schumacher, Anna Lott.

Bereits seit neunzehn Jahren sind Claudia Stehle und Reinhold Gut in der Kirchengemeinde Reute für die Sternsinger-Aktion verantwortlich. Sehr erfreulich, schon Mitte Dezember waren alle geplanten zehn Gruppen vollzählig. Oft stellten sich die Eltern von Sternsingern als Begleiter zur Verfügung. Gerne übernahmen auch Schwester Elisa und Schwester Clara von den Reutener Franziskanerinnen jeweils eine Gruppe.

Die meisten jungen Sternsinger sind schon seit Jahren mit dabei. So bringen es die 39 jungen Leute auf insgesamt 160 Jahre Sternsinger von Reute-Gaisbeuren. Mit acht Jahren ist Luisa Kupper jüngste Teilnehmerin, auch noch mit achtzehn Jahren dabei ist Isabelle Bierek. Die zehnte Gruppe mit den „Großen“ Isabelle Bierek, Hannah Stehle und Simona Zehrer hat sich ganz spontan zum Sternsingen bereit erklärt, da sonst das sich erweiterte Gebiet (Berg) zu groß gewesen wäre.

Kälte und heftiges Schneetreiben vor allem am Samstag konnte der Begeisterung der Kindern und Jugendlichen nichts anhaben. Im Gegenteil, alle fünfzehn Jungen und vierundzwanzig Mädchen schlüpften voll Erwartung in die Königsgewänder. Schon Wochen vorher sichteten Rosmarie Frick und Fine Kessler die bunten Gewänder, die doch öfters noch auf die richtige Größe gebracht werden mussten.

Beim Ankleiden am frühen Morgen halfen auch Marlies Grm, Monika Rehbein und Birgit Wolfgang. Wie in den Vorjahren kümmerte sich Uschi Gut um die Kronen. Sie freute sich, dass Heidrun Schumacher sie mit einer Anzahl neuer Kronen überraschte. Geschminkt wurden die jungen Könige von Franziska Hashemi und Hannah Stehle.

Die feierliche Ausendung fand dieses Jahr am Samstag in der vollbesetzten Marienkapelle des Klosters statt. Zur Freude der Schwestern zogen die Sternsinger mit Gesang ein. Kapuziner-Pater Richard hieß die jungen Leute willkommen. Er versprach, dass die Franziskanerinnen den so wertvollen caritativen Dienst der Drei-Königs-Sänger mit ihrem Gebet begleiten.

Von Schwester Myria (sie war dreiundzwanzig Jahre als Missionarin in Brasilien im Einsatz) und Schwester Barbara (sechsundzwanzig Jahre Mission in Indonesien) erfuhren die Sternsinger - sozusagen aus erster Hand - was mit dem gesammelten Geld bei den Projekten geschieht.

Nach Einzahlung auf das Konto des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Aachen gelangt ein großer Teil davon auf die eigenen Missionsstationen des Klosters Reute. Der Rest wird in der peruanischen Hauptstadt Lima Kindern mit Behinderung zuteil. Mit diesem Geld der Sternsinger sollen diese eine Chance auf Bildung und Ausbildung und somit auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten.

„Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“, lautet dieses Jahr das Motto der Sternsinger-Aktion. Wie leben Kinder mit Behinderung in den Armenvierteln von Lima? Dieser Frage geht Willi Weitzel in seinem Film nach, den die Sternsinger von Reute-Gaisbeuren beim Vorbereitungstreffen angeschaut haben.

Pater Richard erklärte die Segensbitte „C+M+B = Christus-Mansionem-Benedicat“ also „Christus segne dieses Haus“. Dieses dauerhafte Zeichen an der Türschwelle dokumentiert in der Gemeinde, dass in diesem Haus die Bewohner unter dem besonderen Segen Gottes stehen. Mit dem bekannten Sternsingerlied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ verabschiedete das Kloster die jungen Botschafter.

Am Sonntag erfreuten die Sternsinger die Gottesdienstbesucher in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul, Reute. Gespannt waren natürlich alle Akteure, ob die gespendeten Beträge das Vorjahresergebnis von 13 306 Euro erreichen oder gar übertreffen werden. Am Samstag waren bereits 7 086 Euro in den Kassen. Das vorläufige Gesamtergebnis am Sonntagabend lautete zur großen Freude aller Beteiligten doch stolze 13 344 Euro.

Erwachsene Begleiter sind: (neben Sr. Elisa und Sr. Clara): Isabelle Bierek, Thomas Brändle, Lucia Geray, Familie Gut, Franziska Hashemi, Berta Jeske-Manz, Carolin Kupper, Karlheinz Maucher, Ralph Nolte, Coletta Petersen, Bernd Schlayer, Volker Schumacher, Claudia Stehle, Roland Spöcker, Martina Tagmann-Roth, Andrea Walcher, Birgit Wolfgang.


Natürlich waren die Sternsinger froh, wenn sie in einer warmen Stube vor dem Christbaum singen durften.
Von links: Marius Maucher, Jonathan Maucher, Johannes Brändle, Luis Geray.

 


Musikkapelle spielt zur Weihnacht in St. Peter und Paul in Reute

Pater Bernhard Eisele feiert Diamantenes Priesterjubiläum

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In die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Reute strömten am zweiten Weihnachtsfeiertag viele hundert Besucher. Nur gut, dass mit zusätzlich einhundert Stühlen genügend Sitzgelegenheit angeboten wurde. Der besondere Anlass für den guten Besuch des Gottesdienstes war einmal die schon traditionell musikalische Gestaltung der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren. Dazu feierte Pater Eisele, Bad Wurzach, in erstaunlicher Rüstigkeit sein Diamantenes Priesterjubiläum in Reute.

Dirigent Erich Steiner eröffnete den Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag mit der mächtigen „Fanfare Royale“. Zwischen bekannten und beliebten Weihnachtsliedern wie „Stille Nacht“ und dem „Andachtsjodler“ wurde „Air“ von Bach intoniert. Zur Kommunion folgte das „Halleluja“ vom Cohen. Bei „You Raise me up“ übernahm Vera Sigg den Sologesang. Zum festlichen Ausklang spielte die große Musikkapelle die „Highland Cathedrale“.

Pfarrer Thomas Bucher freute sich über die so zahlreichen Kirchenbesucher aus der gesamten Seelsorgeeinheit. Sein besonderer Gruß galt eigens doch Pater Bernhard Eisele mit seiner sehr großen Verwandtschaft. Das sechzigjährige Priesterjubiläum feierten als Konzelebranten auch mehrere Salvatorianer-Patres aus Bad Wurzach sowie befreundete Pfarrer mit. In seiner Festpredigt skizzierte Provinzial Pater Hubert Veeser die Vita des Jubilars.

Im Jahre 1932 kam Bernhard Eisele als erstes von elf Kindern in Friedrichshafen zur Welt. Nach der Bombennacht fand die Großfamilie in Wolfegg eine neue Heimat. Seine Priesterweihe feierte er im Jahre 1958 in Rom. Das weitere Studium galt dem Schuldienst, 1972 promovierte er in Salzburg. Von 1976 bis 1988 war er Schulleiter am Salvatorkolleg in Bad Wurzach. Da zwei seiner Brüder in Reute beheimatet sind, ist diese Kirchengemeinde auch zur zweiten Heimat von Pater Eisele geworden. Jedes Jahr ist er hier gerngesehener Gast in den Sommerferien.

Pater Hubert Veeser nannte Bernhard Eisele einen treuen Lehrer im Weinberg des Herrn. 32 Jahre lang sei er den Schülern mit großem Fleiß und Engagement Vorbild und Ratgeber gewesen. Ab dem Jahre 1998 engagierte er sich noch als Geistlicher Beirat bei den Schwestern im Kloster Brandenburg. Mit sichtlicher Freude dankte Bernhard Eisele dem Prediger sowie auch seinen zahlreichen Gästen. Langanhaltender Applaus der vielen Kirchenbesucher war Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung an den Jubilar.

Text und Fotos: Rudi Heilig


Hildegard Maucher hört nach 14 Jahren beim Seniorenclub Reute auf

Volles Haus bei der Verabschiedung - Schwester Martha und Klara Buck planen Weiterarbeit

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Volles Haus bei der Verabschiedung - Schwester Martha und Klara Buck planen Weiterarbeit. Beim letzten Senioren-Nachmittag in diesem Jahr ging eine Ära zu Ende. Die langjährige Leiterin des Seniorenclubs Reute-Gaisbeuren Hildegard Maucher beendete nach über vierzehn Jahren ihre verantwortungsvolle Arbeit mit den Senioren.
Bild: Pfarrer Stefan Werner dankt Hildegard Maucher mit einem Blumengebinde und einem Kloster-Gutschein

Beim letzten Senioren-Nachmittag in diesem Jahr ging eine Ära zu Ende. Die langjährige Leiterin des Seniorenclubs Reute-Gaisbeuren Hildegard Maucher beendete nach über vierzehn Jahren ihre verantwortungsvolle Arbeit mit den Senioren. Zur Verabschiedung bei der Adventsfeier am Dienstagnachmittag war der Saal des Katholischen Gemeindehauses bis auf den letzten Platz gefüllt.

Der Singkreis der Solidarischen Gemeinde unter der musikalischen Leitung von Brigitte Feidl übernahm mit adventlichen Liedern den musikalischen Part der Feier. Während Pfarrer Stefan Werner die Lieder mit seiner Blockflöte begleitete, sorgte Alois Reihs bei „Der Trommelmann“ mit seinem Bongo für den Rhythmus.

Angefangen hatte es im Jahre 2004, als damals Magdalena Mahn ebenfalls nach längerer Amtszeit ihre Seniorenarbeit in jüngere Hände legte. Seit diesem Datum hat Hildegard Maucher mit Einsatzfreude und Herzblut sich um die ältere Generation in Reute-Gaisbeuren gekümmert. Obwohl unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde war es ihr immer wichtig, dass konfessionsübergreifend gearbeitet wurde. Jahr für Jahr hat Maucher schon sehr zeitig ein Jahresprogramm erarbeitet. Dabei wurden immer wieder auch aktuelle Themen aufgenommen.

Die Geselligkeit hat beim Seniorenclub einen hohen Stellenwert. So wurde dieses Jahr beim „Wunschkonzert“ mit Andreas Geißler viel gesungen und noch mehr gelacht. Unvergessen sind die vielen Fasnetveranstaltungen, welche oft zusammen mit den Landfrauen gestaltet wurden. Großen Zuspruch erzielten die Grillfeste im Sommer.

Gut gefüllt war jeweils der Omnibus, wenn zu einer Halbtagesfahrt eingeladen wurde. In bester Erinnerung ist noch die diesjährige Fahrt zum Osterbrunnen und Ostereierausstellung in Oberstadion. Im Oktober ging es bei herrlichem Wetter mit der Seilbahn zum Pfänder. Während im April Pfarrerin Birgit Oehme zu Gast war, berichtete Schwester Margot im Mai über die Míssionsarbeit der Franziskanerinnen von Reute. Bei den Besuchen des Kindergartens sowie der Durlesbachschule waren ganz gerne auch viele Omas und Opas zusätzlich anwesend.

Pfarrer Stefan Werner sprach für die Seelsorgeeinheit der scheidenden Vorsitzenden großen Dank und Anerkennung aus. „Mit viel Engagement waren Sie Kopf, Herz und Organisatorin des Seniorenclubs Reute-Gaisbeuren. Mit großem Einsatz haben Sie dabei ganz viele Menschen mitgenommen und erfreut. Vergelt’s Gott dafür“. Mit großer Spannung erwartet, gab Pfarrer Werner die derzeit erkennbare Zukunft der Seniorenarbeit bekannt: „Schwester Martha und Klara Buck stehen in den Startlöchern, gemeinsam wollen sie ab März 2019 mit ihrem Konzept starten“.

Das derzeitige Helferteam mit Lydia Lerner, Hildegard Moosmann, Rosemarie Roth und Marianne Stützel freut sich auf eine weiterhin gute Seniorenarbeit. „Die Verantwortung des Seniorenclubs hat mir viel Freude gemacht, es war ein Geben und Nehmen“, danke allen für das hohe Vertrauen“, lautete das bewegende Schlusswort von Hildegard Maucher.

Anschließend brachte der Singkreis der Solidarischen Gemeinde der scheidenden Vorsitzenden ein persönliches Ständchen. Beim bekannten Volkslied aus dem Erzgebirge „‘s is Feieromd“ gab es bei Hildegard gar feuchte Augen. Vorsitzender Konstantin Eisele sprach im Namen der über 80 Besuchern der langjährigen Vorsitzenden seine Hochachtung aus: „Sie haben im Seniorenclub die älteren Menschen zusammengebracht, toll“. Auch Pfarrerin Birgit Oehme richtete Dankesworte an Maucher: „Ihre Arbeit hat Früchte getragen“. Schließlich verabschiedete sich der Singkreis der Solidarischen Gemeinde und Brigitte Feidl dankte Hildegard Maucher mit Blumen.

Text und Fotos: Rudi Heilig


Gut besuchter Gottesdienst am Gut-Betha-Fest in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute

Seit sechs Jahrhunderten pilgern Gläubige zur „Wunderwirkerin des Schwabenlandes“

Hunderte von Gläubigen sind am Sonntag zur Wallfahrt nach Reute gekommen. Das Gut-Betha-Fest ist sowohl für die Klostergemeinschaft der Franziskanerinnen wie auch die Kirchengemeinde St. Peter und Paul zu Reute nach wie vor ein besonderes kirchliches und religiöses Ereignis. „In diesem Jahr fällt das Fest der Seligen mit dem Jugendsonntag ‚Christkönig‘ zusammen. Schauen wir gemeinsam, was die Gute Beth gerade heute den jungen Leuten zeigen kann“, so Pfarrer Stefan Werner bei der Begrüßung. Und weiter: „Die Jugend kann nur den Glauben erlernen, wenn wir Älteren diesen täglich vorleben und auch dazu stehen“. Gelobt wurden die vielen Ministranten: „Zusammen mit Minis aus Bad Waldsee und Haisterkirch eine wahre Heerschar, wir freuen uns“.

Auftakt des großen Kirchenfestes am Geburts- und Sterbetag (1420) der Guten Beth war eine Lichterprozession am Vorabend. Etwa 140 Personen versammelten sich am Dorfplatz im Kreise um die „Friedenslinde“. In Statements wurde das Thema „Liebe und Friede“ ausgedrückt. Nach einer weiteren Station an der Klosterschreinerei ging es den Klosterberg hinauf. Am Grab der Guten Beth konnte jeder seine brennende Kerze - verbunden mit den persönlichen Anliegen - aufstellen.

Elisabeth Achler, 1386 in Waldsee geboren, wird oft auch als Namensgeberin gewählt. So durften drei Personen am Mikrofon die ganz persönliche Lebensbeziehung zu ihrer Patronin kundtun. Elisa Schumacher, Bettina Kessler und Schwester Elisa sind stolz, den Namen der Guten Beth von den Eltern erhalten zu haben. Hörenswert waren anschließend die Bekenntnisse von zwei jungen Franziskanerinnen. Die Ordensschwestern Tobia und Johanna berichteten über ihre Gotteserfahrung und Berufung.

In der Predigt stellte Pfarrer Werner das barocke Gemälde im Chorraum „Die gute Beth verteilt Brot an hungrige Personen“ in den Fokus. „Nicht herablassend sondern freundlich und auf Augenhöhe geht sie auf die Bedürftigen zu. Sehenswert, bewundernswert und vor allem nachahmungswert - ein Vorbild gerade in der heute oft so hektischen Zeit“ mahnte der Geistliche. Neben festlichen Gesängen des Schwesterchors unter der Leitung von Schwester Franziska sang der Kirchenchor Reute mit ihrer Chorleiterin und Organistin Bernadette Behr von Anton Bruckner die Chorsätze „Locus iste“, „Tantum ergo“ und „Dextera Domini“.

Am Schluss des Gottesdienstes sprach Stefan Werner mit den Worten „Auf Wiedersehen“ den beginnenden Ruhestand von Superior Martin Sayer an. Gleichfalls gab er bekannt, dass Diakon Franz Fluhr von der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee weg künftig seinen Wirkungsort im „Oberen Achtal“ (Bergatreute und Wolfegg) einnehme.

Auf die Frage, warum er die Gute Beth von Reute besonders verehre, verwies nach dem Festgottesdienst Karl Frick auf die Darstellung im großen Deckenbild der Pfarrkirche. In der Sorge um die Einheit der Kirche prophezeit sie ja, dass mit dem Martinstag 1417 auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt werde, welcher für diese Einheit stehe. Dieses hochaktuelle Thema zu Frieden und Einheit in der Kirche sei es wert, täglich fürbittend zur Guten Beth zu bringen.

Während Lydia Rau, Torkenweiler immer wieder gerne zum Beten in die Wallfahrtskirche Reute kommt, nennt ihre Schwester Rosa Rehm die Selige eine starke Fürsprecherin in Krankheit und Nöten bei Gott. Emma und Josef Fürst aus Vorsee schätzen die Freundlichkeit und Offenheit der Reutener Schwestern, die Gute Beth ist für beide eine Kraftquelle im Alltag. Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst reihten sich viele Wallfahrer vor dem Grablegungsaltar der Guten Beth ein, um dort den persönlichen Reliquiensegen zu empfangen.

Den Festgottesdienst zelebrierten: (von links) Pater Linus, Diakon Görres, Pfarrer Werner, Superior Sayer, Pfarrer Thierer, Pater Laurentius

Text und Fotos: Rudi Heilig


Reute gedenkt am Volkstrauertag der Toten der beiden Weltkriege

Pfarrerin Birgit Oehme und Pfarrer Stefan Werner mahnen zu Frieden in Familie und Volk

Bei kalten Herbstwind, aber mit Sonnenschein wurde in Reute der Volkstrauertag begangen. „Schön, dass ihr alle da seid“, so die freundliche Begrüßung von Pfarrer Stefan Werner in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul. Damit meinte der Seelsorger vor allem auch die evangelischen Christen mit Pfarrerin Birgit Oehme. Auf Ravensburg anspielend könne in der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee sehr viel Verbindendes festgestellt werden. In seiner kurzen Predigt warnte Stefan Werner vor all zu raschem Verdrängen von Katastrophen. „Wir trauern, wenn wir nahestehende Menschen verlieren, und das ist gut und wichtig. Eine Trauer nicht zulassen, könne krank machen“.

Pfarrerin Birgit Oehme sprach das Ende des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren an, ebenso erwähnte sie die über 60 Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Heute werde viel vom „Volk“ geredet, doch das sind wir ja selber. Ihre Mahnung kam aus der „Bergpredigt: „ Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden“. Der Liederkranz Reute unter der Leitung von Joachim Zitzmann umrahmte den Wortgottesdienst mit Chorvorträgen. Anschließend zogen die Fahnenabordnungen der Vereine: Musikverein, Liederkranz, Kyffhäuser-Kameradschaft und SV Reute gemeinsam mit den Kirchenbesuchern ans Kriegerdenkmal bei der Kirchentreppe.

Ortsvorsteher Achim Strobel sprach hier in seiner Rede den Frieden in Europa an. Seit knapp zwei Jahrzehnten ist dieser nach den Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien erst möglich. Doch es brodle um Europa herum und der fürchterliche Krieg in Syrien ist noch lange nicht beendet. Die Fürbitten, gesprochen von Achim Strobel, Angelika Brauchle und Edwin Jehle, beinhalteten ebenfalls den Frieden bei uns und in der Welt. Anschließend wurde am Denkmal der Krieger ein Kranz niedergelegt. Die Musikkapelle Reute-Gaisbeuren unter der Stabführung von Dirigent Erich Steiner intonierte das Lied vom „Guten Kameraden“. Zum Abschluss der Gedenkfeier wurde gemeinsam mit der Musikkapelle die Nationalhymne gesungen.

Text und Fotos: Rudi Heilig


Superior Martin Sayer verlässt nach vierzehn Jahren das Kloster Reute

Der 72-jährige Geistliche tritt seinen Ruhestand im Jordanbad an - Viele Gäste beim Abschied

Weihbischof Thomas Maria Renz (Mitte) feiert die Eucharistie mit den Pfarrern (von links): Karl Eiberle, Reute;
Franz-Xaver Weber, Kloster Sießen; Thomas Bucher, Bad Waldsee; Ekkehard Schmid, Weingarten;
Superior Martin Sayer; Martin Neckermann (Vorgänger von Sayer); Edgar Briemle, Waldburg; Pater Linus, Kloster Reute.

In der Klausurkapelle des Klosters Reute wurde am Sonntagnachmittag mit einem festlichen Dankgottesdienst der langjährige Superior Martin Sayer verabschiedet. Neben den zahlreichen Franziskanerinnen war auch der Vorstand der St. Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee sowie viele Weggefährten des Superiors anwesend. Seit dem Jahre 2004 lebte und wirkte Martin Sayer (Jahrgang 1946) im Kloster Reute. Er folgte dem Ruf der ehemaligen Generaloberin Schwester Paulin. Sein priesterliches Amt als Superior der Franziskanerinnen erfolgte zu 50 Prozent, die weitere Zeit war er in der Bildungsarbeit des Klosters tätig. Weihbischof Thomas Maria Renz dankte dem scheidenden Priester nach 45 Berufsjahren für sein engagiertes und fruchtbares Wirken.

Superior Martin Sayer wählte für seine Abschiedspredigt eine Erzählung aus dem Neuen Testament. Jesus tritt in Bethanien in das Haus von Marta und Maria. Sie waren zwei Frauen mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Während Maria der Lehre Jesu lauschte, war Marta als gute Hausfrau emsig mit der Bewirtung beschäftigt. „Zuhören und selber aktiv anpacken, diese Spannung habe ich in meinen ganzen Leben auszuhalten versucht“, so der Prediger. „Mir war immer wichtig, die Meinung aller Gläubigen zu hören“. Und schmunzelnd fügte er zu: „Die großzügige Gastfreundschaft im Kloster Reute habe ich natürlich mit allen Sinnen auch gerne genossen“.

Neben ganz persönlichen Worten verlas Weihbischof Thomas Maria Renz ein Schreiben von Bischof Gebhard Fürst. Dieser Brief enthielt auch die Vita des scheidenden Superiors. In Horb am Neckar geboren, wurde er im Jahre 1972 im Dom zu Rottenburg zum Diakon geweiht. Von 22 Jungen in der Klasse des Konvikts in Rottweil ist Sayer als einziger auch Priester geworden. Nach seiner Vikarszeit in Ludwigsburg begab er sich nach drei Jahren Jugendarbeit in Cleebronn als Jugendpfarrer nach Ulm. Er stieg hier in die Bildungsarbeit ein. Im Jahre 1984 wurde er Mentor für Laientheologen, also für all jene, die katholische Theologie studierten und nicht Pfarrer wurden - etwa Frauen. Acht Jahre später übernahm er eine Gemeinde in Tübingen. Weihbischof Renz zollte Martin Sayer seinen hohen Respekt. Als einziger Mann bei einer großen Gemeinschaft von Frauen habe er in Reute Geschichte geschrieben.

„Nach dem siebzigsten Lebensjahr ist es einem Priester möglich, ohne besonderen Grund in Pension zu gehen“, mit diesem Satz begann Generaloberin Schwester Maria Hanna ihre Rede. Doch dieser Entschluss des Superiors bedeute für das Kloster Reute einen herben Verlust. In vierzehn Jahren habe er mit seinem beratenden Sitz im Generalrat der Franziskanerinnen viele wichtige Impulse gegeben. Sehr lebendig seien seine geistlichen Abende sowie die vielen Familienfreizeiten. Geschätzt waren seine Seelsorge sowie die geistliche Begleitung der Schwestern. Als Geschenk zum Abschied überreichte Maria Hanna einen Gutschein für Exerzitien in Monteluco, einem Berg nahe Spoleto/Umbrien.  

Peter Wittmann dankte als Vorstand der St. Elisabeth-Stiftung dem scheidenden Superior für seine langjährige Mitgliedschaft im Stiftungsrat. Seit dem Jahre 2015 war Martin Sayer auch stellvertretendes Vorstandsmitglied. Wittmann lobte ihn als jemanden, der sich nie aufdrängte, aber seine klare Position einnahm. Es sei Begegnung auf Augenhöhe gewesen. Sein verschmitztes Lachen sowie sein Blick von unten werden künftig fehlen. Im Namen der MAV dankte Rolf Rauch dem Superior für seine unkomplizierte Art und seine Freundlichkeit. Gabriele Merk als Leiterin des Bildungshaus Maximilian Kolbe nannte beispielhaft die Fraueneinkehrtage sowie die Kar- und Ostertage. Die Spiritualität von Martin Sayer habe die Teilnehmer beflügelt.

Seinen Ruhestand verbringt Superior Martin Sayer ab Januar 2019 im Jordanbad. Weihbischof Renz: „Ich wünsche dir einen friedlichen Ruhestand, Gottes verlässliches Geleit sollst du jeden Tag aufs Neue spüren“. Eine Nachfolgeregelung ist noch nicht getroffen. Nach Kaffee und Zopfbrot zeigte Schwester Elisa den Gästen viele Bilder aus dem Leben des Superiors.

Text und Fotos: Rudi Heilig


Festschrift Altarweihe - zum Online durchblättern

Die große feierliche Festwoche zum Abschluss unserer umfangreichen Innenrenovation und zum 250. Jubiläum der Seligsprechung unserer Guten Beth jährt sich bald zum ersten Mal. Als kleiner Rückblick hierfür stellen wir allen Interessierten gern unsere Festschrift zum online schmökern zur Verfügung. Wer unsere große Baumaßnahme mit einer Spende unterstützen möchte findet die Konto-Nr. am Ende der Festschrift.


60 Reiter beim Leonhardsritt am Sonntag in Gaisbeuren

Einige hundert Besucher feiern das Patrozinium im Dorfgemeinschaftshaus mit

Der gute Besuch im letzten Jahr veranlasste die Verantwortlichen des Gemeinde- und Kirchenfestes St. Leonhard das Patrozinium des Gaisbeurer Dorfheiligen auch in diesem Jahr ins Dorfgemeinschaftshaus zu verlegen. Auch weil im Anschluss an den Familiengottesdienst ein gemeinsames Essen geboten wurde, strömten die Besucher in Scharen. Nur gut, dass es noch genügend Reservestühle gab. Am nachmittäglichen Leonhardsritt beteiligten sich über 60 Reiterinnen und Reiter. Letztes Jahr war diese Anzahl etwa bei der Hälfte, nasskaltes Wetter hielt damals viele von einer Teilnahme ab.

Beim Festgottesdienst freute sich Pfarrer Stefan Werner über ein volles Haus. Mit dabei waren auch Personen, welche von Sonntag bis Mittwoch im Kloster Reute eine Familienfreizeit belegt hatten. Unter der Leitung von Schwester Elisa brachten etwa ein Dutzend Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern das Musical „Arche Noah“ auf die Bühne. Stefan Werner nannte sie „Familie Kunterbunt“. Es war ein Erlebnis zu sehen, wie die als Bär und Giraffe, Löwe und Elefant verkleideten Kinder in Noahs Arche Platz nahmen. Freude kam auf, als nach der großen Sintflut das Wasser wieder ablief und am Himmel sich ein herrlicher Regenbogen zeigte.

Pfarrer Werner spannte eine Brücke von den bunten Farben des Regenbogens zum heiligen Leonhard. Als Einsiedler war er im sechsten Jahrhundert viel auf dem Lande unterwegs und half dem einfachen Bauernvolk. Da er auch immer ein Herz für die Tiere hatte, wurde er zum Patron der Pferde erwählt. Den festlichen Gottesdienst begleitete musikalisch die Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher.

Das gemeinsame Mittagessen wurde von Mitgliedern des Ortschaftsrates und den Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung zubereitet und sehr zügig serviert. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte dazu neben den Gemeindemitgliedern auch viele Besucher aus der Nachbarschaft begrüßen. Unter den Gästen weilten auch Bundestagsabgeordneter Axel Müller sowie sein Kollege aus dem Landtag Raimund Haser.

Gegen 13 Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen viele Reiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn - seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer als auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren - freute sich, dass in diesem Jahr die Anzahl der Reiter sich kräftig erhöht hat. Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Michelwinnaden dokumentieren gute nachbarschaftliche Beziehungen. Gar mit sechzehn Reitern beteiligte sich in diesem Jahr die Blutreitergruppe Bergatreute.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Ross in einer kurzen Andacht, welch hohen Stellenwert die Kirche immer schon der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Wie auch beim Blutfreitag in Weingarten saß Pfarrer Stefan Werner mit den Reitern aus Bad Waldsee im Sattel. Diesem festlichen Akt mit Erteilung des Segen Gottes wohnten viele Besucher bei. In Vertretung von Bürgermeister Roland Weinschenk repräsentierte Sonja Wild die Stadt Bad Waldsee. Auch Pfarrer Thomas Bucher gesellte sich zu den Besuchern.

Mit der Musikkapelle voran zogen die Reiter durch die Fluren von Gaisbeuren und Reute. Am Ortsende klinkte sich die Kapelle aus, betend ging es dann in Richtung Möllenbronn. Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster kam die Reiterprozession wieder zurück. In Gaisbeuren erwarteten Saiten und Getränke die zahlreichen Reiter. Während des Flurritts unterhielt Zauberkünstler Markus Zink die vielen großen und auch kleinen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus auf das Beste. Kaffee und Kuchen zum günstigen Preis wurde von den Frauen der Blutreitern geboten.

Text und Fotos: Rudi Heilig

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Allerheiligen 2018

Kirchengemeinde Reute- Gaisbeuren gedenkt der Toten des abgelaufenen Jahres

Am Nachmittag des Allerheiligentages versammelten sich einige hundert Personen zum Gedenken an die Verstorbenen auf dem Friedhof in Reute. Bei strahlendem Sonnenschein kamen hier die vielen herrlich geschmückten Grabstätten zur besonderen Geltung. Diakon Klaus Maier dankte den Angehörigen für das Gedenken an die Verstorbenen das ganze Jahr über, doch jetzt in besonderer Weise am Festtag Allerheiligen am Vortag von Allerseelen.

„Jede Grabstätte hat ihre ganz persönliche Geschichte. Es liegt an uns, diese Erinnerungskultur auch lebendig zu erhalten“, so Klaus Maier mahnend in einer kurzen Ansprache. Anschließend wurden die Namen der im vergangenen Jahr verstorbenen Personen vorgetragen. In diesem Zeitraum starben zehn Frauen und zwölf Männer, ihren Grabstätten galt die besondere Hinwendung.

Die Gedenkfeier wurde von der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren unter dem Dirigat von Daniel Maucher mit passenden Liedern und Chorälen musikalisch umrahmt. Im Anschluss ging der Diakon durch die Reihen des Friedhofes und besprengte die Gräber mit Weihwasser.

Text und Fotos: Rudi Heilig

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69 junge Christen lassen sich in Reute vom Heiligen Geist inspirieren

Prälat Michael Brock spendet bei zwei Gottesdiensten das Sakrament der Firmung

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Bild: Vormittags wurde 47 jungen Christen das Sakrament der Firmung gespendet. Im Bild ist neben Prälat Brock auch Pfarrer Bucher und Diakon Görres zu sehen.

 

Nach einem halben Jahr Vorbereitung empfingen aus der gesamten Seelsorgeeinheit Bad Waldsee an zwei Terminen 69 junge Christen das Sakrament der Firmung. Das Motto: „standby- always by your side“ sollte aufzeigen, dass Gott immer schon bereit steht und es an nur uns Menschen liegt, diesen Kontakt zu aktivieren. Prälat Michael H.F. Brock spendete dieses Sakrament im Auftrage des Bischofs in der neu renovierten Pfarr- und Wallfahrtskirche in Reute. Seit dem Jahre 2011 ist der in Biberach geborene Geistliche im Vorstand der Stiftung Liebenau.

In freier Rede ging Michael Brock bei der Predigt auf die Jugendlichen zu: „Der Sprachschatz ändert sich. Früher drehte sich alles ums Glauben, heute geht es doch vielmehr um das Vertrauen in die Botschaft Jesu, der Himmel stehe all denen offen, welche sich vom Heiligen Geist inspirieren lassen“. Mit den Worten „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ zeichnete der Prälat den Firmanten mit Chrisam (geweihtes Öl) ein Kreuz auf die Stirne. Es folgten persönliche Worte für jeden Gefirmten wie auch den begleitenden Paten. Ein Kreuzarmbändchen gab es als Erinnerung für den Festtag. Mit dem Motto-Lied von Adel Tawil „Ist da Jemand“ endete der festliche Gottesdienst.

Pfarrer Thomas Bucher (vormittags) und Stefan Werner (nachmittags) dankten Gemeindereferentin Sandra Weber zusammen mit dem Firm-Team für die Vorbereitung. Neben Gottesdiensten, einem Versöhnungsabend und diversen Treffen wurden auch ein Dutzend Projekte zur Mitarbeit angeboten. Eines davon war die Mitwirkung in der Jugendgottesdienstband. Spontan unterstützten drei junge Leute die unter der Leitung von Conny und Matthias Schneider sowie Tontechniker Wolfgang Schuster in Bad Waldsee bekannte Band beim Firmgottesdienst.


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Bild: Nachmittags waren es nochmals 22 Firmanten, links oben ist auch Pfarrer Werner und Gemeindereferentin Sandra Weber bei den Jugendlichen

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Bericht und Bilder Rudi Heilig


Festliches Kirchenpatrozinium in Kümmerazhofen

Bedeutende Kunstwerke der Künstlerfamilie Sohn befinden sich in der Kapelle

Am Vorabend des Gründungstags der Schönstattgemeinschaft feierten die Bewohner von Kümmerazhofen in der spätbarocken MTA-Kapelle das Kirchenpatrozinium. Nach der Premiere im letzten Jahr stand dieses Fest schon lange im Kalender. Über 50 Gläubige aus Kümmerazhofen, aber auch Gäste aus der Seelsorgeeinheit kamen zum Abendgottesdienst. Pfarrer Stefan Werner freute sich ob diesem zahlreichen Besuch, eigens begrüßte er auch Gäste aus Weissenau und Horb. Zu Beginn des Gottesdienstes gab der langjährige Kapellenmesner Josef Schmid Informationen zur Kirche.

Im Jahre 1863 wurde die Kapelle neu erbaut und der Guten Beth geweiht. Auch die Turmglocke ist der Seligen von Reute geweiht. Das Altarbild „Mater ter admirabilis(MTA)“ - Dreimal Wunderbare Mutter - stellt das Gnadenbild der Wallfahrtskapelle von Schönstatt dar. In den Nöten des Zweiten Weltkriegs wurde im Jahre 1940 auf Initiative des damaligen Pfarrers Eugen Schmidt dieses Bild angebracht und die Kapelle der Schönstatt-Muttergottes gewidmet. Eugen Schmidt war zu dieser Zeit auch Mitbegründer des Schönstattzentrums in Aulendorf. Die Tonfigur der Schmerzensmutter von Maria Steinbach, die Gute Beth über der Eingangstüre und ebenso die Kreuzwegstationen wurden von der bekannten Künstlerfamilie Sohn aus Kümmerazhofen geschaffen. Besonders verehrt wird in Kümmerazhofen auch der heilige Sebastian. Selbstverständlich sind diese Kunstwerke alle mechanisch und elektronisch gesichert.

In seiner Predigt wies Pfarrer Stefan Werner darauf hin, dass bei dem MTA-Bild die untrennbare Beziehung von der Gottesmutter zu Christus deutlich ist. Werner spannte dabei auch einen Bogen zu Papst Franziskus. Die Worte des Kirchenoberhaupts: „Habt keine Angst, höhere Ziele anzugehen, ja heilig zu werden“, sowie die bekannten Seligpreisungen der Bergpredigt aus dem Matthäus-Evangelium seien dafür hilfreiche Wegweiser. Als Lesungstext verwendete Franz Zembrot Worte von Schönstattgründer Pater Kentenich, welche er an seine Schüler richtete.

Beifall gab es am Schluss des Gottesdienstes für Angela Brändle, welche routiniert viele Marienlieder mit ihrer Gitarre begleitete. Ebenso für Nachbar Ernst Mayer, er hatte die Eingangstüre der Kapelle mit neuem Anstrich winterfest gemacht. Gerne wurde von den Besuchern für die Erhaltung des Dorfmittelpunktes Geld in das Spendenkörbchen gegeben.

Kapellenmesner Josef Schmid bei der Lesung

 

 

Bericht und Bilder Rudi Heilig

Mehr als 1000 Besucher bei den beiden Kirchenkonzerten in Reute


Auch die zweite Aufführung des Kirchenkonzerts „Missa Katharina“ anlässlich der Altarweihe und „250 Jahre Seligsprechung der Guten Beth“ war restlos ausverkauft. Während beim morgendlichen Pontifikalamt mit Bischof Gebhard Fürst bereits alle Plätze (incl. Bestuhlung) voll belegt waren, wurde am Abend für das Konzert auch die Empore der Schwestern sowie die Orgelempore für die Besucher geöffnet.


Mitwirkende waren ein Projektchor aus der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee unter der Leitung von Bernadette Behr sowie die Musikkapelle Reute-Gaisbeuren mit Dirigent Erich Steiner. Letzterem oblag auch die Gesamtleitung des Konzertes. Als Solistin glänzte Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach, Altusried. Schon das Bild der beinahe 200 Musikanten und Sänger im Chorraum der neu renovierten Kirche war überzeugend und beeindruckend.


Riesiger Beifall am Schluss des Konzertes wurde mit Glockengeläut unterstützt und mit einer Zugabe belohnt. Der Privatsender K-TV hatte dieses Konzert aufgezeichnet, die Wiedergabe erfolgt im Dezember.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig


 

„250 Jahre Seligsprechung“  - Viele Hundert Wallfahrer beim Gut-Betha-Fest

Selige von Reute  ist die „Passionsblume Oberschwabens“ - Bischof Fürst feiert Pontifikalamt


Den Festtag der Seligen Guten Beth am Samstag feierten unzählige Wallfahrer aus nah und fern in der neu renovierten Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute. Aktueller Anlass für diese große Teilnahme war das Jubiläum „250 Jahre Seligsprechung“ der hochverehrten Ordensfrau. Bischof Gebhard Fürst feierte zusammen mit zehn Mitzelebranten das Pontifikalamt. Vorausgegangen war am Sonntag zuvor die feierliche Altarweihe durch Weihbischof Johannes Kreidler. Nach einer achtzehnmonatigen Bauzeit mit Neugestaltung des Chorraumes erstrahlt die große Kirche in neuem Glanz. In der Festwoche gab es neben Gottesdiensten und Kirchenführungen auch Vorträge sowie eine Lichterprozession.


Pfarrer Stefan Werner freute sich bei seiner Begrüßung, dass der katholische Fernsehsender K-TV den Festgottesdienst für eine Live-Sendung aufnahm. Somit konnten Menschen, welchen den Weg nach Reute nicht mehr möglich ist, an den Bildschirmen mitfeiern. „Das Jubiläum der Guten Beth hat die Kirchengemeinde und das Kloster erneut zusammengeführt, danke für so viele gemeinsame Aktionen“, sagte Pfarrer Werner, ehe er sich in die Reihen der Kirchenchorsänger begab.


Zusammen mit dem Schwesternchor unter Leitung von Schwester Franziska hat der Kirchenchor St. Peter und Paul die „Messe Breve“ von Leo Delibes unter der Begleitung von Trompeten und Posaunen aufgeführt. Neben der Chorleitung oblag es Bernadette Behr auch noch den Part an der großen Kirchenorgel zu übernehmen. Bischof Gebhard Fürst stellte in seiner Predigt die Frage: „Passen Heilige und Selige heute noch in unsere Zeit?“. Elisabeth Achler, von allen aber nur die Gute Beth genannt, habe sich mit ihren Wundmalen dem Mit-Leiden Jesus verschrieben. Sie begegnete den armen und kranken Mitmenschen mit Güte und Hilfsbereitschaft. „Somit kann sie gerade in der heutigen Zeit uns allen ein leuchtendes Beispiel sein“, so Fürst.


Die Gute Beth verzichtete zwölf Jahre auf alle leibliche Speise und lebte nur von der Eucharistie. Im großen Deckengemälde der Reutener Kirche ist ihre Vision von der Einheit der Kirche dargestellt. Sie prophezeite, dass am Martinstag 1417 - also vor 600 Jahren - auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt wird, der für diese Einheit steht. Gerne wird die Gute Beth auch die „Passionsblume Oberschwabens“ genannt.
Nach dem Gottesdienst erteilten Pater Richard und Pater Pius vielen Verehrern der Guten Beth den Einzelsegen mit der Reliquie. Gerne mischten sich anschließend die Mitzelebranten von Bischof Fürst unter die Kirchenbesucher. Dies waren neben Superior Sayer, Diakon Maier, Pfarrer Veeser und Pfarrer Schuler (K-TV) auch die Pfarrpensionäre Mattes, Weber und Thierer. In der großen Durlesbachhalle erwartete die Narrengilde Reute anschließend die Wallfahrer zum Mittagstisch. Neben der Geistlichkeit samt Bischof nutzten auch viele Franziskanerinnen dieses Angebot. Zur guten Unterhaltung der annähernd 400 Gäste spielten die „Stadtkapellen-Oldies“ und der Leitung von Franz Gapp.


„Am 25 November feiere ich meinen Geburtstag immer bei der Guten Beth in Reute“, erzählte gerne  Paula Abt aus Amtzell. „Bei der Seligen von Reute hole ich mir den Lebensmut für ein weiteres Jahr“, so die 82.jährige Wallfahrerin. Franz Hirsch als langjähriger Lehrer in Möllenbronn grüßt gerne die Gute Beth bei seinen vielen Radtouren. Seine Frau Irmgard hat in schweren Krankentagen Hilfe von der Seligen aus Reute erfahren dürfen. Während Marga Oberhofer vom „Freundeskreis Kloster Reute“ der Mut der Guten Beth mit der Papstwahl-Voraussage fasziniert, ist die fromme Klosterfrau für den Arzt Konstantin Eisele, Reute eine Kraftquelle im Alltag. Mit einer weiteren Aufführung des Kirchenkonzertes „Missa Katharina“ bei wiederum überfüllter Kirche wurde der Festtag am Abend gebührend beendet.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig


Festliche Musik aus drei Jahrhunderten                     

Großes Kirchenkonzert in St. Peter und Paul

Reute-Gaisbeuren sz Mehr Besucher hätte die in neuem Glanz erstrahlende Kirche von Reute zum Kirchenkonzert am Sonntag nicht fassen können. Und so konnte Pfarrer Stefan Werner in seinen Begrüßungsworten vor einem stattlichen Publikum die musikalische Teamarbeit der Gemeinden Haisterkirch, Bad Waldsee, Reute und des Klosters Reute loben, die den Besuchern einmalige Eindrücke bescheren werde. „So schön kann Seelsorge sein“, fasste der passionierte Sänger, der sich danach sogleich in den Chor einreihte, den freudigen Moment zusammen.

Festliche Fanfaren des 67 Köpfe zählenden Musikvereins in großer Besetzung erklangen im ersten Teil von Georg Friedrich Händels berühmter „Feuerwerksmusik“; bei den Waldhornbläsern saß zum ersten Mal Generaloberin Schwester Maria Hanna vom Kloster Reute, die seit ihrer Jugend Waldhorn spielt. Das Stück machte als frühestes Werk den Anfang, darauf folgte das Chorlied „Locus iste“ von Anton Bruckner. Das überaus beliebte und kurze Stück – 1869 geschrieben für eine Kirchenweihe in Bruckners Heimatstadt Linz – für vierstimmigen Chor a cappella gilt zwar als technisch nicht sehr schwierig, aber in der Aufführung erweist es sich doch, ob der Chor die anrührende Melodie emotional und präzis zu gestalten vermag. Hier gelang es ganz wunderbar. Die Leitung übernahm Bernadette Behr, die den „Projektchor Gute Beth“, gebildet aus den Kirchenchören der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee, glänzend vorbereitet hatte. Ein bekanntes Werk der Sakralmusik, „Panis Angelicus“ von César Franck, als Arie für seine „Messe à trois voix“ 1860 komponiert, wurde gesungen von der Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach, die auch im folgenden Hauptwerk, der „Missa Katharina“ des Niederländers Jacob de Haan den Sopranpart übernahm.

Diese 2007 publizierte Komposition, mit der der Komponist einen internationalen Musikwettbewerb gewann, besteht aus den sechs üblichen lateinischen Messeteilen – Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, und Agnus Dei – und hat neben dem Präludium zwei weitere Instrumentalteile, Offertorium und Postludium. Es ist eine sehr eingängige Musik, die auch manche Längen besitzt, aber Dirigent Erich Steiner hielt umsichtig den großen musikalischen Apparat zusammen – was bei seiner Tätigkeit im Berufsleben als Leiter des Polizeimusikkorps Biberach ja fast selbstverständlich ist. Zusammen mit dem bestens aufgestellten Chor mit einem guten Drittel Männerstimmen gelang eine stimmlich beeindruckend lebendig geformte Aufführung: machtvoll, rhythmisch, präzis in den Volumina aufgebaut. Auch die Verbindung von Solostimmen aus dem Orchester wie Tuben oder Klarinette mit dem Chor sowie die schönen instrumentalen Zwischenspiele schöpften die Komposition nicht nur voll aus, sondern hoben deren Stärken hervor.

Als krönenden Abschluss gab es noch die Endpassage aus Beethovens Neunter „Freude schöner Götterfunken“ im Tutti zu hören – was hätte auch besser gepasst nach einem gelungenen Konzert, das nach dem Glockengeläut mit langem herzlichen Applaus belohnt wurde.

Am Samstag,25. November, um 19.30 Uhr findet das Kirchenkonzert noch einmal statt und wird von dem Privatsender K-TV aufgezeichnet.

mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung www.schwaebische.de


Einen beeindruckenden Anblick boten die insgesamt 150 Mitwirkenden des großen Kirchenkonzerts in der Kirche von Reute: der Musikverein Reute/Gaisbeuren unter seinem Dirigenten Erich Steiner und der Projektchor Gute Beth, zu dem auch zehn Schwestern des Klosters Reute gehörten, bewiesen in einem wohl durchdachten Programm große Motivation und große Musikalität. Im Vordergrund neben dem Dirigenten die einzige Solistin, Sopranistin Gertrud Hiemer-Haslach.

Einen beeindruckenden Anblick boten die insgesamt 150 Mitwirkenden des großen Kirchenkonzerts

in der Kirche von Reute: der Musikverein Reute/Gaisbeuren unter seinem Dirigenten Erich Steiner

und der Projektchor Gute Beth, zu dem auch zehn Schwestern des Klosters.


 

Festliche Altarweihe in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute

Weihbischof Kreidler: "Nach Abschluss der Renovierung ein Haus voll Glanz und Gloria"


Nach achtzehnmonatiger Bauzeit war es am Sonntag soweit: Mit der Altarweihe von Weihbischof Johannes Kreidler erfolgte die Wiedereröffnung der festlich geschmückten Pfarrkirche St. Peter und Paul in Reute. Neben zahlreich geladenen Gästen, den Franziskanerinnen von Reute und einigen hundert Gläubigen waren auch die Architekten Peter Lukaschek und Jürgen Zimmermann, sowie Künstlerin Sabine Straub anwesend. Letztere erhielt den Zuschlag für die Gestaltung des Altars samt Chorraum.


Weihbischof Kreidler gratulierte der Kirchengemeinde und dem Kloster zur gelungenen Renovation. „Jetzt können wir wieder vor und mit der Seligen Guten Beth zu Gott beten“. Das Jubiläum „250 Jahre Seligsprechung“ der hochverehrten Ordensfrau verschaffe den idealen Rahmen dazu. In seiner kurzen Predigt lobte er den sehr gut gelungenen Altar als „Brücke zwischen Erde und Himmel“. „Die Kirche hat ein neues  Gesicht bekommen, es spricht für die Buntheit der Gemeinde“, so der Prediger.  


Mit der Segnung des neu in die Mitte der Kirche gerückten Taufsteins begannen die Weihezeremonien. Das Team „Kinder hören Gottes Wort“ sang hier bedeutungsvoll: „Ich habe einen Namen, ich bin getauft“. Nach der Segnung des neuen Beichthauses und des Ambos sang der Schwesterchor unter der Leitung von Schwester Franziska die Allerheiligenlitanei. Jetzt begann die Altarweihe. Der Weihbischof besprengte den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit heiligem Öl. Nach der Beisetzung von Heiligenreliquien wurde Weihrauch auf dem Altar verbrannt und das Weihegebet gesprochen. Mit weißem Tuch und Kerzen geschmückt, konnte die erste Eucharistiefeier zelebriert werden. Nach dem Kommuniongang erfolgte die Segnung des neuen Tabernakels. Anschließend standen ein Kommunionkind, eine Neugefirmte sowie ein Ehepaar im Fokus der Kirchenfeier.


Der Kirchenchor  St. Peter und Paul brachte bekannte und feierliche kirchenmusikalische Höhepunkte bedeutender Komponisten zu Gehör. Chorleiterin Bernadette Behr überzeugte einmal mehr mit ihrem gemischten Chor und einem großen Orchester mit Streichern, Bläsern, Pauken und Chororgel.  Nach „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und „Panis angelicus“ erklang stimmgewaltig das „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Auch die Familiengottesdienstband unter der Leitung von Volker Schumacher trug zum festlichen Gottesdienst bei.


Pfarrer Stefan Werner und Franziska Tessling als Vorsitzende des Kirchengemeinderats oblag es am Schluss des über zweistündigen Gottesdienstes, allen Verantwortlichen, Künstlern, Handwerkern und ehrenamtlichen Helfern Danke zu sagen. Ein besonders Lob ging hier neben dem Vorsitzenden des Bauausschusses Alex Rehbein auch an Karl Frick. Als „Kirchenkümmerer“ habe er während der Bauzeit neben dem Fachwissen auch seine ganze Kraft und Energie mit eingebracht. Somit war er auch wichtiges Bindeglied für Pfarrer, Architekten und Handwerkern.


Einen gewaltigen Schlussakkord  brachte Chorleiterin und Organistin Bernadette Behr an der großen Kirchenorgel. Mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy - festlich, sinnlich und feurig - endete die feierliche Altarweihe. Als weiteren  Höhepunkt zur Altarweihe veranstaltete der Musikverein Reute-Gaisbeuren zusammen mit einem Projektchor abends vor vielen Hundert Besuchern ein Kirchenkonzert.

Bericht und Foto: Rudi Heilig

Bildunterschrift: Eucharistiefeier am neugeweihten Alter. Von links: stellvertretender Dekan Anatham Antony,

Superior Martin Sayer, Diakon Klaus Maier, Weihbischof Johannes Kreidler,

Pfarrer Thomas Bucher, Pfarrpensionär Walter Weber.


 

Am Leonhardstag gab es Gottesdienst und Frühschoppen

Traditionsgemäß feierte die Gemeinde in der Leonhardskirche und im „Adler“

Am Namenstag des heiligen Leonhards, 6. November, feierte Gaisbeuren mit einem Festgottesdienst in der St. Leonhardskirche das Kirchenpatrozinium. Bereits am Sonntag war vor der Reiterprozession eine bestens besuchte Gottesdienstfeier im Dorfgemeinschaftshaus. Pfarrer Stefan Werner skizzierte am Montag in einem Impuls das Leben von Leonhard als Einsiedler und Nothelfer. In Bescheidenheit lehnte er eine Weihe zum Bischof ab. Als einfacher Mensch wollte er ein Leben lang als Diakon den Armen und Kranken nahe sein. Unter festlicher Orgelbegleitung wurden eigene bekannte Leonhardslieder gesungen. Mit „Großer Gott, wir loben dich“, endete der gut besuchte Gottesdienst.

Traditionsgemäß ging es anschließend zum gemeinsamen Frühschoppen in den „Adler“. Hier erwartete Familie Bösch in der reservierten Gastwirtsstube die fröhlichen Besucher. Zu Kaffee, Tee oder Bier passten die heißen Saitenwürste. So manche spannende aktuelle Themen konnten zusammen mit Pfarrer Werner diskutiert werden.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig


Seit 70 Jahren gibt es den Leonhardsritt in Gaisbeuren

Hans-Dieter Hertkorn führt die Blutreitergruppe seit einem Vierteljahrhundert

Am Sonntag wurde das Patrozinium des Dorfheiligen St. Leonhard wiederum im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren gefeiert. Um die besondere Bedeutung des Festtages zu dokumentieren, verzichteten die Pfarrer sogar auf den Hauptgottesdienst in der Franziskuskapelle des Klosters Reute. Auch weil im Anschluss an die Eucharistiefeier ein gemeinsames Mittagessen geboten wurde, strömten die Besucher in Scharen. Schon bald musste die angebotene Bestuhlung erweitert werden.

Pfarrer Stefan Werner nutzte den Todestag des Dorfheiligen, um dessen Leben nahe zu bringen. „Als Diakon war Leonhard den Gefangenen und Kranken nahe, wann haben wir letztmals einen Kranken besucht. Als Einsiedler versuchte der Heilige das Evangelium zu verstehen, finden auch wir heute noch Zeit für Stille und Gebet“, so die nachdenklichen und mahnenden Worte des Pfarrers. Der Legende nach heilte Leonhard auch Menschen und Tiere und spendete Trost und Hilfe. Der festliche Gottesdienst wurde von der Familiensonntag-Band unter der Leitung von Volker Schumacher musikalisch begleitet.

Gerne nahmen über 300 Gäste anschließend den von der Ortschaft Reute-Gaisbeuren arrangierten Mittagstisch an. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte neben den Gemeindemitgliedern auch viele Gäste aus der Nachbarschaft begrüßen. Gegen dreizehn Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen die Blutreiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn, welcher seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer als auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren ist, freute sich, dass trotz Dauerregen sich noch 36 Reiter eingefunden haben. Gute nachbarschaftliche Beziehungen dokumentierten Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Bergatreute.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Pferd in einer kurzen Andacht, welchen hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Wie schon beim Blutfreitag in Weingarten saß Pfarrer Stefan Werner mit den Reitern aus Bad Waldsee im Sattel. Diesem festlichen Akt wohnten viele Besucher unter dem schützenden Vordach des Dorfgemeinschaftshauses bei. Neben Bürgermeister Roland Weinschenk waren auch Alfred Maucher, Sonja Wild, Helmut Kiefl sowie der neue Bundestagsabgeordnete Axel Müller unter den Gästen.

Mit der Musikkapelle voran, welche am Vormittag schon den Kurfrühschoppen in Bad Waldsee spielte, zogen die Reiter in Richtung Hof Kempter. Am Ortsende klinkte sich die Kapelle aus, betend ging es anschließend nach Kümmerazhofen. Hier wurde die Pferdeprozession mit der Kapellenglocke begrüßt. Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster Reute ging es dann zurück nach Gaisbeuren. Dem Regen geschuldet, empfing die Musikkapelle die Reitergruppe mit Marschmusik erst wieder am Dorfplatz. Ortsvorsteher Achim Strobel dankte hier den Reitern für das Aushalten auch bei Regen. Glückwünsche für „70 Jahre Leonhardsritt in Gaisbeuren“ an die Blutreitergruppe wurden mit Beifall bedacht. Ein wärmendes Getränk sowie Saiten nahmen die Reiter gerne an.

Während des Flurritts unterhielt das „Maulart-Kabarett“ (Siege Schock und Wolfgang Engelberger) zahlreiche Besucher bei Kaffee und Kuchen. Dabei wurden neben „Doktor Mang (Rückbildung von Vielfältigem in Einfältiges“, „Flohmarkt in Bad Waldsee“ auch dem „Vollmond über Mochenwangen“ seine Reminiszenz erwiesen.

Bericht und Fotos: Rudi Heilig



Info-Flyer der Solidarischen Gemeinde Reute-Gaisbeuren

SG Flyer 1

SG Flyer 2Den Flyer können Sie hier downloaden - bitte hier klicken


Geschichtlicher Weg der Gut-Betha-Statue im Eibhaus-Kapellchen, Möllenbronn

Verfasser: Karl Frick

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Bereits 1625 (Bau der Kirche) gab es auf dem Gut-Betha-Platz in Waldsee eine kleine Elisabeth-Kapelle zu Ehren der Elisabeth-Achler (140 Jahre vor ihrer Seligsprechung 1766) also auf dem Standort ihres ehemaligen Geburtshauses im 14. Jahrhundert.

1715 wurde diese Kapelle vergrößert und schöner ausgestaltet (neuer Altar usw.)

1790 wurde diese Kapelle abgebrochen im Zuge der Säkularisation und Bilderstürmerei

1790 wurde ebenso auch das Augustiner Chorherrenstift, das Franziskanerinnenkloster aufgelöst (Finanzamt – Pfarrhaus)

Aus dieser genannten Kapelle stammt das steinerne Standbild der seligen Betha, das nach dem Abbruch nach Haisterkirch gekommen war (lt. Schnitzer-Buch von 1896).

1860 stöberte eine Müllerstochter aus Osterhofen das Standbildnis bei einem Bauern auf, der es in Waldsee gekauft hatte (70 Jahre vorher), wo es auf einem Brunnen vor der später abgebrochenenen Kapelle gestanden war (lt. Schurer-Gut-Betha-Büchlein).

1863 stiftet diese Frau das Gut-Betha-Standbild der Kirche von Reute (aus Schnitzer-Buch)

1863 wird auf dem Kirchplatz in Reute (10 Meter vor dem heutigen Kriegerdenkmal) ein im Wesentlichen von den Gebrüdern Birkenmeier von Gaisbeuren gestiftetes Gut-Betha-Denkmal mit dem steinernen Standbild der Seligen errichtet (Foto 1920)

1922 wird auf dem oberen dahinter liegenden Kirchplatz das heutige Denkmal mit 96 Namen von Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Darauf steht eine „tröstende Gut-Betha-Skulptur mit einem zu ihren Füßen liegenden verwundeten Soldat.“

1940-45 wird das alte Gut-Betha-Denkmal von 1863 wieder abgerissen, weil jetzt mitten im 2. Weltkrieg das Helden-Ehrenmal einen noch höheren Stellenwert bekommen muß!

1945 nach Kriegsende und wieder in Sicherheit, wandert die alte Gut-Betha-Steinplastik in den schon 1941 renovierten alten Bildstock nach Eibhaus/Möllenbronn.

1967 Abbruch dieses alten Bildstocks, weil er einer Erneuerung, Teerung und Begradigung des Verbindungsweges von Reute nach Möllenbronn im Wege stand. – Deshalb erfolgte ein Neubau des jetzigen, schmucken Gut-Betha-Bildstocks, als offene Wegkapelle mit Renovierung der Steinplastik als wunderschöne, farbliche Darstellung der Guten Beth mit ihrer innigen Liebe zum gekreuzigten Heiland.

Erbaut also im 200. Jubiläumsjahr der Seligsprechung Betha’s von Maurer und Landwirt Vinzenz Striegel vom Eibhaus nebenan, zusammen mit Möllenbronner Bürgern auf dem Grundstück von Landwirt Karl Nold. Die Bauplanung erstellte H. Hasselberg als freier Architekt von Reute.

2009 Beim Tag des offenen Denkmals habe ich bei der Fotoausstellung im Gasthaus „Sonne“ in Reute zwei schöne große Farbfotos vom Gut-Betha-Denkmal von ca. 1920 entdeckt. Niemand wusste dazu eine Erklärung oder Erinnerung dazu. Ich erkannte diese Gut-Betha-Statue in allen Details unzweifelhaft als die heute in Eibhaus stehende 90 cm hohe Sandsteinfigur der Guten Betha.Im Buch „Stätten der Stille“, 2009, v.V. Rückgauer RV, wird sie fälschlich als Holzfigur bezeichnet. Auch ihre Entstehungsaussage deckt sich mit dem Ergebnis meiner intensiven Nachforschungen zwischen 1623 bis 1766 (Graböffnung bis Seligsprechung). Somit sind mit meinen geschilderten Nachforschungen mindestens die letzten 250 Jahre dieser Eibhaus Gut-Betha-Figur fortlaufend nachzuweisen.

Literatur-Quellen. Gut-Betha-Büchlein 1957, Paul Schurer; Pfarrei-Chronik Reute, „Die Blume Oberschwabens“ 1896, v. J. Schnitzer S.63/64

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