SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche
SANKT JOHANNES DER TÄUFER IN HAISTERKIRCH

Patrozinium: (Sonntag nach) 24. Juni
Ewige Anbetung: 17. Juli 

 

Pfarrei: Haisterkirch          Gemeinde: Stadt Bad Waldsee
Dekanat: Waldsee Landkreis: Ravensburg 
Diözese: Rottenburg Bundesland: Baden-Württemberg

 

Haisterkirch, das 1832 - 1974 auch politisch eine selbständige Gemeinde war und seit 1975 zur Kurstadt Bad Waldsee gehört liegt am Haisterbach. Er entspringt ein paar Kilometer weiter südwärts auf dem Römerbühl und wird von Rinnsalen und Wassergräben der benachbarten Grabener Höhe (761m) gespeist. Sein neuerdings begradigter Weg führt durchs Riedtal zu Ostracher Ach und in die Umlach. Damit trägt die umgebende Landschaft ein überaus abwechselndes Gepräge. Während der schon genannten ostseitige, weithin von Fichten und Buchen bestandene Moränenzug als Überbleibsel der Rißeiszeit rund 200.000 Jahren auf dem Buckel hat, ist die bis in die Dorfmitte heranreichende, etwa 1 km breite und sehr fruchtbare Niederterrasse des Riedtals vor etwa 500.000 Jahren durch eine würmeiszeitlichen Gletscher ausgehobelt und von Schmelzwässern mit Kies, Schotter und Sand aufgeschüttet worden. Der bewaldete Höhenzug im Westen bildet zugleich die Europäische Wasserscheide.


Gerichtsort mit einer Leutekirche

Erste Menschen haben die Gegend wohl in der Altsteinzeit betreten. Denn um 15.000 vor Christus lassen sich an der nur 20 km entfernten Schussenquelle frühe Jäger und Sammler nachweisen. Vor rund 6.000 Jahren, als am Federsee und bei Reute jungsteinzeitliche Dörfer bestanden, werden manche ihre Bewohner auch hier vorbeigestreift sein. Erst recht gilt das im Hinblick auf die Kelten (2000 - 15 v. Chr.) und Römer (15 v. - um 400), von denen vereinzelte Spuren entdeckt wurden. So fanden sich in Tiergarten bei Hittisweiler vier hallstattzeitliche Grabhügel. Reste römischen Mauerwerks kamen bei den Bachäckern und unweit von Osterhofen zutage. Haisterkirch selbst haben seit dem 5. Jh. Im südlichen Oberschwaben seßhaft geworden Alemannen Paten gestanden. In einer karolingischen Urkunde von 23. 10. 825, der zufolge die Alaholfinger Wago und Chadaloh (l), Söhne des Bussengraf Bertold (II), ihren hiesigen Besitz der Bodenseeabtei St. Gallen vermachten, ist ausdrücklich von ,,Haistilingauwe“ die Rede. Damit gemeint war vor allem das Kirchendorf, das später – wie ,,Leutkirchen“ (926) umbenannt wurde. ,,Haisterechgowe" (1060/1090), ,,Haistirgouwe" (vor 1126), ,,Heistirgou (1159 oder ,,Haistergó" (1353) heiß jahrhundertelang aber auch der ursprünglich zur Folcholtsbaar gehörende Landstrich zwischen Rötenbach, Hochdorf, Hauerz und oberen Schussen. Als früher Herrschaftsinhaber läßt sich 817 ein Graf namens Hitto, Hamming oder Horing nachweisen. Doch spätestens um Mitte des 9. Jh., als St Gallen und Weißburg in Grimbald (846-961 einen gemeinsamen Abt hatten, muß das Pfarrdorf zusammen mit dem Königszehnten und den Grafenrecht wahrscheinlich tauschweise an das unterelsässische Reichskloster gelangt sein.

Die Frage, ob Haisterkirch auf einen Siedler namens ,,Heistilo" zurückgeht oder mit ,,Haister" im Sinne von Buchengewächs zusammenhängt, läßt sich nicht mehr beantworten. Es steht jedoch fest, daß sein vielleicht schon in merowingischer Zeit grundlegender Sakralbau 926, als die heidnischen Ungarn das Schwäbische Oberland verwüsteten, zerstört wurde. Danach als frühromanische Basilika wieder aufgebaut, überließ Weißenburg später die Patronatsrechte von ,,Haisterkirch“ (1275) seinen oberschwäbischen Lehensinhabern Graf Bezzelin von Villingen und Eberhard von Nellenburg. 1331 gelangte der Ort mit Waldsee an Österreich, wurde aber 1386 an die Truchsessen von Waldburg verpfändet und von jenen am 26. 8. 1469 zu einem nach ihnen benannten Gerichtsbezirk erhoben. Die weitläufigen Pfarreien, deren Sprengel auch Osterhofen, Mülhausen, Haidgau, Molpertshaus und Gwigg umfaßte, war 1331 von Österreich an die Schenken Ulrich von Hermann von Otterswang gelangt. Sie wieder hatten am 24. 5. 1362 alles für 4.500 Fund Heller an die Prämonsteratenserabtei Rot a. d. Rot verkauft, dem ,,Haisterkilch" mit seinen drei Tochterkirchen am 19. 7. 1381 auch inkorporiert wurde. Als Seelsorger walteten daraufhin meist Chorherren – darunter auch nachmalige Äbte, wie Konrad Ehrmann (1785 – 1385) – ihres Amtes. Dabei blieb es bis zur Säkularisation. Am 1. 3. 1806 wurde es württembergich. Kirchlich kam es 1817 mit dem Dekanat Waldsee-Wurzach von der Diözese Konstanz ans neue Bistum Rottenburg.

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