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Geschichte des Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach


Jährlich, immer am zweiten Freitag im Juli, findet das traditionsreiche Heilig-Blut-Fest mit über 1.500 Reitern und mehreren tausend Wallfahrern und Besuchern statt. Im Mittelpunkt des Festes steht die Verehrung der Heilig-Blut-Reliquie vom Gottesberg. Sie stammt aus dem Privatbesitz von Papst Innocenz XII., der sie im Jahre 1693 einem deutschen Pilger schenkte. Das blutgetränkte Tuchstücklein war damals in einer goldenen Kapsel verschlossen und wurde um den Hals getragen. Als diese Reliquie 1763/64 schließlich auf den Gottesberg kam, wurde sie in eine kleine, vergoldete Monstranz eingefügt. Bald wallfahrteten die Leute auch zum heiligen Blut, das am sogenannten Blutfreitag zum Küssen dargereicht wurde. Es pilgerten Jahr für Jahr sogar ganze Pfarreien zum heiligen Blut auf den Gottesberg.

1921 kamen die Salvatorianerpatres auf den Gottesberg und ab 1924 führten sie die feierliche Verehrung des kostbaren Blutes ein, indem sie jährlich einmal die Blutreliquie dem Volk zur Verehrung aussetzten. Am 13. Juli 1928 wurde das erste Heilig-Blutfest mit 350 Reiter abgehalten. Bisherige Höhepunkte erreichte der Bad Wurzacher Blutritt 1952 beim 25. Heilig-Blut-Fest und 1977 beim 50. Heilig-Blut-Fest mit jeweils über 1000 Blutreitern. In den letzten Jahren zählte man über 1600 Pferde. Um der gestiegenen Anzahl der Reiter gerecht zu werden, wird seit 1994 statt wie bisher in 2er- nun in 3er-Reihen geritten.

Der Blutritt in Bad Wurzach gilt als die zweitgrößte Reiterprozession Mitteleuropas nach Weingarten. Im Gegensatz zu Weingarten dürfen in Bad Wurzach auch Frauen mitreiten.
Die große Prozession beginnt um 7:00 Uhr mit der Abholung der Heilig-Blut-Reliquie von der Stadtkirche St. Verena. Um 10:30 Uhr wird das feierliche Pontifikalamt gehalten und um 14:30 Uhr findet abschliessend die Bergpredigt vor der Wallfahrtskirche auf dem Gottesberg statt.

Im Jahr 2019 fällt das 91. Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach auf den 12. Juli 2019


Das Wurzacher Heilig-Blut-Reliquiar von 1930: ein silber-vergoldetes Standkreuz, verziert mit grünen
Schmucksteinen auf goldenen Rosetten und einem ovalem Kristallglas über der von einem
Weintraubenornament eingerahmten Reliquie. Sie besteht aus einem blutgetränkten Leinenstückchen
und findet sich in der Kreuzmitte. Außen sieben Passions-Medaillons.


© Quelle: Salvatorianerkloster Gottesberg / www.gottesberg.org