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Die Reiterprozession - der Blutritt


Der Höhepunkt der Hl. Blut-Wallfahrt nach Weingarten sind die Wallfahrtstage an Christi Himmelfahrt und dem darauf folgenden Freitag, dem Blutfreitag, mit dem Blutritt. Diese Flurprozession zu Pferde mit der Bitte um gedeihliches Wachstum führt die ca. 2500 Reiter in etwas mehr als 100 Gruppen, meist begleitet von einem Geistlichen und einer Musikkapelle ab 7.00 Uhr von der Abteistraße unterhalb der Basilika durch die Innenstadt. Vorbei am Rathaus, wo sich die geistlichen und weltlichen Ehrengäste versammelt haben, zieht die Prozession zum südlichen Stadtrand, die Musikkapellen scheiden dort aus und nach dem ersten Altar beginnt das Rosenkranz-Gebet der Reiter auf dem Weg durch den „Ösch“ und die Felder. An allen 4 Altären hält die Prozession inne zum Evangelium, mit einem feierlichen Segen wird Gottes Segen herabgerufen auf die Früchte der Felder und der menschlichen Arbeit. Hierzu läutet im Nordturm der Basilika jeweils die Hosannaglocke  aus dem 16. Jahrhundert. Die Altäre liegen in den Gebieten der katholischen Pfarreien von Weingarten und Baienfurt – St. Maria - Thumbstraße, Hl. Geist – Galgenkreuz, Mariä Himmelfahrt Baienfurt - Kapelle von Hof, St. Martin – Bahnhofstraße, sie werden mit viel Liebe für diesen Tag vorbereitet. Das Vorbeikommen des Hl. Blutes wird entlang des Prozessionsweges vom Geläut der jeweiligen Kirchen und Kapellen begleitet.

Während um 07.00 Uhr die Spitze der Prozession in der Abteistraße loszieht, verläßt oben die Hl. Blutreliquie unter vollem Geläut der Basilikaglocken die Kirche, begleitet von Kreuz und Fahnen, Standarten, Ministranten  und der Geistlichkeit, getragen vom kirchlichen Festgast; auf der Treppe zum Vorplatz wird sie dem Hl. Blut Reiter, früher einem Mönch der Abtei, jetzt einem Geistlichen aus Weingarten übergeben. Begleitet von den Klängen der Stadtkapelle und den Standarten der Gruppe Weingarten, Kreuz und Fahnen, reitet der Hl. Blutreiter zum äußeren Klosterhof, von dort aus Roß und Reiter segnend über die umliegenden Aufstellungsplätze. Ein Begleiter zu Fuß kündet mit einer Glocke die kostbare Reliquie an.

Gegen 8.30 Uhr verläßt dann die Hl. Blutreliquie, eingerahmt von der Stadtgarde zu Pferd, dem städtischen Orchester und der Blutreitergruppe Weingarten nebst Reiterdelegation aus Mantua den äußeren Klosterhof, reiht sich in die Prozession ein und begibt sich auf den Prozessionsweg.

In der Basilika findet dann das Pilgeramt mit Predigt statt, die Pilger säumen die Wege der Prozession in der Stadt, zum Teil auch in den Feldern und an den Altären.

Gegen 09.30 Uhr kehrt die Spitze der Prozession auf den äußeren Klosterhof zurück, um hier die Rückkehr des Hl. Blutes zu erwarten, das gegen 11.00 Uhr zurückerwartet wird. Dazu zieht auch der Festgast nebst Geistlichkeit, Ministranten, Kreuz und Fahnen hinaus auf den Klosterhof um die Reliquie wieder in die Kirche zurückzubegleiten. Nach Segnung der wartenden Reiter und Pilger und dem „Te deum“  kehrt die Reliquie in die Basilika zurück, ein feierliches Pontifikalamt mit dem Festgast nebst kurzer Ansprache und festlicher Orchestermesse (Basilikachor und Orchester) beendet die Wallfahrt, während draußen noch bis gegen 13.00 Uhr die Prozession weitergeht.

Nach Rückkehr der letzten Reitergruppen kehrt – so plötzlich wie am Morgen gegen 06.00 Uhr sich die Stadt mit Reitern gefüllt hat – wieder Ruhe ein, die Reitergruppen kehren in ihre Heimatgemeinde oder Quartier zurückund lassen dort, oft zusammen mit der begleitenden Musikkapelle und den Familien den großen Festtag ausklingen.

In der Basilika findet nachmittags eine Andacht zur Todesstunde Jesu statt sowie Einzelsegnungen.


© Quelle: Blutfreitagsgemeinschaft Weingarten e. V. / www.blutfreitagsgemeinschaft-weingarten.de