SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Palmsonntag in Jerusalem, vor ca. 2000 Jahren

Die Straßen sind voller Menschen. Ein dichtes Gedränge, ein unglaublicher Lärm. Feststimmung, das Paschafest ist nahe. Überall Marktstände. Händler, die schreiend ihre Ware anpreisen, Käufer, die orientalisch darum feilschen. Und mitten in dem Gewühle: Jesus und seine Gefolgsleute. Die Menschen machen ihm Platz. Schon viel ist über diesen Jesus gesprochen und gemunkelt worden. Ist er der Heilsbringer? Der Messias? Einige schreien diese Hoffnung laut hinaus. Sie rufen Hosanna. Sie jubeln Jesus zu. Zu ihm, von dem sie Freiheit und Frieden erhoffen. Sie sehen in ihm den König, der auch die politische Situation verändern und die Römer verjagen kann. In Jerusalem soll es beginnen. Mit ihren Jubelrufen fordern sie Jesus geradezu auf, sich endlich als diesen König zu zeigen. Aber Jesus will kein politischer König sein. Damals nicht – und auch nicht heute, für uns. Sein Königreich ist anders

Palmsonntag in Jerusalem, 2020

Die Straßen sind leer. Den Touristen wurde die Einreise verweigert. Corona hat auch die Heilige Stadt voll im Griff. Die Regierung hatte Ende vergangener Woche eine sieben Tage lange Ausgangssperre verhängt. Normalerweise würden Pilger singend und betend die Via dolorosa abschreiten bis zur Grabeskirche, ein Weg mitten durch die arabischen Marktstände, durch das pulsierende Leben von Ost-Jerusalem. Aber auch hier: Polizei und Militärs riegeln alles ab und wachen, dass die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden.

Palmsonntag in der SE Bad Waldsee, 2020

Am 5. April feiern wir Palmsonntag und erinnern uns dabei an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem vor seinem Leiden. Jerusalem, das ist nicht nur eine ferne Stadt, weit von hier. Jerusalem, das ist Bad Waldsee oder Reute oder Haisterkirch oder Michelwinnaden, eben unsere Gemeinde, unsere Versammlung hier. Wir alle gehören zum Volk Gottes, wir alle sind die Heilige Stadt Jerusalem. Und Jesus will bei uns einziehen, er will bei uns ankommen. Mit diesen oder ähnlichen Worten hätte ich vermutlich den Palmsonntag eröffnet. Und mit Hunderten von Kindern, die voller Freude ihre gebastelten Palmen tragen, mit ihren Eltern und einer großen Gemeinde wären wir Pfarrer und Seelsorger/ innen Hosanna-singend in unsere Kirchen eingezogen.

Liebe Gemeindemitglieder,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste,

das alles geht dieses Jahr nicht. Das tut mir weh, das lässt mich leiden – und ich spüre, ich muss lernen, mich zu dieser Situation so zu verhalten, dass sich auch in diesen Kar- und Ostertagen 2020 mein Glaube erneuern kann. Dass er gestärkt wird, dass er sich nach den 40 Tagen der Fastenzeit wieder in neuem, österlichem Glanz entfalten darf. Und da bleibt mir nichts anderes, als auf diesen Jesus zu schauen, diesen König der anderen Art. Mit einem Königreich, das nicht auf Macht und Gewalt setzt, sondern auf die Ohnmacht der Liebe. Als äußeres Zeichen trägt er die Dornenkrone, welche schon am Palmsonntag mit der Passionsgeschichte auf das furchtbare Ende hindeutet, dem wir am Karfreitag nachspüren. „Corona“ heißt übrigens wörtlich „Krönung“, „Bekränzung“. Ein gewagtes Bild: Jesus – bekränzt mit dem Virus. Bekränzt mit den Kranken, den Toten, bekränzt mit der Verzweiflung und Ohnmacht der Ärzte, bekränzt mit allen Ängsten und Sorgen, die uns Menschen heute umtreiben.

Aber – so hören wir es als Hoffnungsbotschaft im Gottesknechtslied – er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen ... Durch seine Wunden sind wir geheilt(Jes 52, 4.5). Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Pfr. Stefan Werner

Grafik Waldsee BuntST. PETER

Bad Waldsee mit seinen über 20.000 Einwohnern ist geprägt durch seine einzigartige Lage zwischen zwei Seen, dem Schlosssee und dem Stadtsee. 926 wurde es erstmals urkundlich erwähnt als „Walchsee“ - „See der Walchen“. Heute gehören zu Bad Waldsee u.a. der Teilort Mittelurbach, Volkertshaus, Steinach, Haslanden, Steinenberg, Mattenhaus, Hittelkofen ... mehr

ST. PETER & PAUL

Reute ist seit 1971 ein Ortsteil der Stadt Bad Waldsee im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Seit 2014 sind die Teilorte Reute und Gaisbeuren fusioniert. Heute zählt der Ort Reute-Gaisbeuren rund 4300 Einwohner. Zu Reute-Gaisbeuren gehören auch die Wohnplätze Durlesbach, Greut, Magenhaus, Obermöllenbronn, Stadel, Tobel, Untermöllenbronn. Ankenreute, Arisheim, Atzenreute, Dinnenried, Enzisreute, Haldensäge, Haldenhof und Kümmerazhofen. mehr...

Grafik Michelwinnaden Bunt

ST. JOHANNES EVANGELIST

Michelwinnaden ist mit seinen ca. 650 Einwohnern der kleinste Teilort der Stadt Bad Waldsee. Seit dem Jahr 1974 ist Michelwinnaden durch einen Eingliederungsvertrag Ortsteil der Stadt Bad Waldsee. Zur Ortschaft gehören auch die Weiler Michelberg und Lenatweiler ...mehr

Grafik Haisterkirch Bunt

ST. JOHANNES BAPTIST

Haisterkirch, das 1832 - 1974 auch politisch eine selbständige Gemeinde war und seit 1975 zur Kurstadt Bad Waldsee gehört, liegt am Haisterbach. Zu Haisterkirch gehören u.a. die Wohnplätze Osterhofen, Ehrensberg, Graben, Hittelkofen, Hittisweiler, Bäuerle ...mehr