SEELSORGEEINHEIT BAD WALDSEE

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Ende gut – alles gut!?

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Gäste,

was war das für ein gutes Ende – die glückliche Rettung für die zwölf jungen Fußballer und ihren Trainer aus dem Höhlendrama in Thailand. Oder für An-gelique Kerber der Sieg in Wimbledon nach ihrem Seuchenjahr 2017. Oder für die französische Fußballmannschaft, als sie eben am Ende der WM den Pokal in die Höhe stemmen konnte. Für diese Beispiele passt das Ausrufezeichen hinter dem Sprichwort.

Im Blick auf das Sonntagsevangelium wie im Blick auf den Kommunionstreit unter den deutschen Bischöfen scheint mir das Fragezeichen eher angebracht zu sein.

Für die Jünger, die von Jesus im Evangelium am letzten Sonntag ausgesandt worden sind, scheint ihre Mission auch ein gutes Ende zu nehmen. Zumindest sind sie erfolgreich: Sie riefen die Menschen zur Umkehr auf, sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie – so hat es noch am Schluss des Evangeliums vom letzten Sonntag geheißen. Und in der unmittelbaren Fortsetzung sehen wir sie, wie sie Jesus alles berichteten, was sie getan und gelehrt hatten. Glücklich, aber geschafft! Aber dann nimmt die Erzählung noch einmal Drive auf: Sie fanden keine Zeit zum Essen und Ausruhen, selbst als sie sich von den vielen Menschen absetzen wollten. Der Hunger nach Heil im umfassenden Sinne und die Sehnsucht nach dem guten Hirten war zu stark. Letztlich so stark, dass es Jesus zum Mitleid rührte.

Die vielen Menschen, die nach Heil hungern, körperlich, aber auch seelisch – sie begegnen uns hier in Waldsee zum Beispiel in den Kurgästen. Oft höre ich von unserem Klinikseelsorger, dass er vor lauter Gespräche kaum zum Essen und Ausruhen kommt. Sie begegnen uns hier darüberhinaus im Bereich der Caritas. Auch die Sprechstunden unseres Dia-kons fassen oft die Not nicht, die eben nicht immer nur materiell daherkommt. Nicht zu vergessen das Ausgebrannt-Sein, das Krank-Sein oder Krank-Werden von kirchlichen Mitarbeitern. Und wenn wir über unseren kleinen pastoralen Alltag hinausschauen auf die große Welt, dann sehe ich auch in jedem Flüchtling diesen Hunger, diese Sehnsucht, die diese Menschen den gefährlichen Weg übers Mittelmeer antreten lässt. Da er-schütterte mich dieser Tage ein Wort des Lifeline-Kapitäns Claus-Peter Reisch, der mit seinem Rettungsschiff in Malta fest-saß und dem immer noch ein Gerichtsverfahren bevorsteht. Er hat gesagt: „Es ist beschämend, dass die EU mehr dafür tut, Seenotrettung zu verhindern, als gegen das Sterben im Mittelmeer vorzugehen.“ Mitleid, Mitleiden im Sinne Jesu sähe gewiss anders aus.

Vermutlich sähe die jesuanische Praxis in der Frage des Kommunionempfangs für Nichtkatholiken auch anders aus. Die Handreichung, die eben mit großer Mehr-heit im Februar von der Bischofskonferenz verabschiedet wurde, heißt jetzt Orientierungshilfe. Auch unser Bischof Gebhard wünscht es sich, dass diese gründlich studiert werden solle. Aber betont wird auch, dass es kein normativer Text ist, dass keine verbindliche Regel aufgestellt wird. „Die Orientierungshilfe lädt zu einer Vertiefung ein, nicht leichtfertig und gedankenlos mit der Eucharistie umzugehen“, so Kardinal Reinhard Marx in einem Interview, das im Katholischen Sonntagsblatt abgedruckt wurde. In derselben Ausgabe ist dann aber auch die Meinung des Kirchenvolkes zu lesen: „Erst hü, dann hott, dieses Hin und Her versteht kein Mensch!“ Vom Ende betrachtet ist in diesem Streit tatsächlich viel Porzellan zerschlagen worden. Deshalb lohnt sich umso mehr der Blick auf den Anfang, auf die Anfangsworte dieser pastoralen Handreichung. Da heißt es: Mit Christus gehen – der Einheit auf der Spur. Ein lohnender Titel, den wir schon in den nächsten Tagen umsetzen können, ob in konfessionsverbindenden Ehen oder in konfessionsgleichen Ehen, ob als Einzelne/r oder als Kirchengemeinde. Mit Christus gehen – das führt letztlich immer zu einem guten Ende!

Pfr. Stefan Werner


 Alle wichtigen Dokumente zur Frage des Kommunionempfangs bei konfessionverbindenden Ehen sind zu inden unter https://www.dbk.de/themen/oekumene/ – darunter ist auch die vieldiskutierte Orientierungshilfe „Mit Christus gehen – Der Ein-heit auf der Spur“, die Bischof Dr. Gebhard Fürst ausdrücklich als Richtschnur für das pastorale Handeln in der Diözese Rottenurg-Stuttgart ansieht. „Eine Arbeitsgruppe wird nach den Sommerferien offene Fragen klären und pastorale Hilfen erstellen“, kündigte Bischof Gebhard in einer pastoralen Orientierungshilfe für die Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an.

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